Test: Q.U.B.E. Director’s Cut

Wir haben einen Blick auf den Q.U.B.E. Director’s Cut geworfen. Die Entwickler Toxic Games haben damit ein Physik basiertes Denkspiel geschaffen, bei welchem eure Gehirne ganz schön gefordert werden sollen. Ob dies wirklich so ist und ob sich der Kauf für euch lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.  

Wo bin ich überhaupt?

Q.U.B.E: Director's Cut

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Weiß, viel weiß. Alles was man sieht, sind weiße Blöcke rundum. Eine Stimme aus unserem Funkgerät meldet sich und sagt, sie könne lediglich Senden und nicht empfangen. Sie behauptet in irgendeiner Form mit dem Projekt in Verbindung zu stehen und selbst Astronaut zu sein. Dazu wird noch gesagt, dass wir wohl unsere Erinnerung bei einem Transport verloren haben und wir uns mitten im Weltall auf einer Art Alien-Raumschiff befinden. Die würde zumindest das befremdliche Aussehen erklären. Leider bricht die Verbindung zu der Frau nach kurzer Zeit immer ab, da sie sich dann außerhalb der Sendereichweite befindet. Begibt man sich auf den Weg, durch die weißen Gänge, so findet man schnell den ersten farbigen Block. Die farbigen Blöcke in dem Raumschiff lassen sich mit den Handschuhen die man trägt verändern. Es gibt vier verschiedene Farben, die alle etwas anderes können. Blaue Blöcke können eingefahren werden und werden so zu einem Sprungbrett, rote können sich bis zu drei Stufen ausfahren lassen, grüne können sich verschieben lassen und gelbe erscheinen immer im Trio und lassen sich wie eine Treppe ausfahren. Mit diesem Wissen versucht man nun, sich einen Weg durch das Raumschiff zu schaffen. Mal sind die Räume einfach zu durchschauen und man sieht sofort was zu tun ist und ein andermal muss man kurz überlegen. Doch allgemein ist es in der ersten Hälfte äußerst einfach. Dies schließt in etwa Sektor 1-3 oder sogar noch 4 mit ein, wobei es insgesamt nur sieben Sektoren gibt. Nach einer gewissen Zeit meldet sich ein unbekannter Mann über das Funkgerät, welcher sagt, dass die Frau lügt und uns am Ende umbringen möchte. Ab dann entsteht ein ewiges hin und her, wobei man sich selbst seine Meinung bilden kann, bis man am Ende sieht, was wahr ist.

Q.U.B.E: Director's Cut

Quelle: Toxic Games

Das Spielprinzip habe ich ja bereits kurz beschrieben: man möchte einfach nur einen Weg zur nächsten Tür und muss währenddessen ab und an etwas nachdenken. Ab dem vierten Sektor kommt glücklicherweise auch etwas Abwechslung herein, da es nun möglich ist, an gewissen Stellen die Wände oder den Boden zu drehen und so die Blöcke mit zu bewegen. Dazu kommt noch, dass man zum Beispiel eine Kugel an einer Schräge in ein Loch manövrieren muss. Dies gelingt dadurch, dass man den Raum im richtigen Moment dreht, Blöcke verschiebt und ähnliches. Noch komplexer wird es dann, wenn die Kugel eine gewisse Farbe annehmen muss um in das Loch zu fallen und somit erst durch ein kleines Farbfeld rollen muss (oder sogar zwei bei gemischten Farben). Hier kommt es aber mehr auf das richtige Timing an, als auf das nachdenken und finden einer Lösung. Aber auch Rätsel sind in dem Spiel enthalten. Vor allem gegen Ende des Spieles kann der Kopf schon mal etwas qualmen. Dies ist dann der Fall, wenn man zum Beispiel zu den Magneträtseln kommt und vier magnetische Blöcke zu verschiedenen Orten bringen muss, wobei alle vier nur zusammen steuerbar sind. Am Ende müsst ihr mit euren Handschuhen auch erst eine Farbe auswählen und diese dann auf einen freien Block wirken um den Block der entsprechenden Farbe dort zu erschaffen. Dies kann ebenfalls äußerst fordernd werden. Außerdem gibt es im Spiel drei versteckte Rätsel, von denen eines ganz schön nachdenken erfordert. Insgesamt machen diese Rätsel Spaß und auch das mit den Kugeln ist interessant. Obwohl die Kugeln am Ende sehr nervend sind, da die gute Musik sehr viel zur Stimmung beiträgt aber dann das metallische Krachen der Kugel kommt, welche bei der kleinsten Bewegung zum Teil viel zu laut ist. Wo wir gerade schon bei nervigen dingen sind: Es ist sehr schade, dass das Spiel an manchen Stellen (zum Beispiel durch ermüdende Aufzugfahrten) extrem gestreckt ist. Ebenso unnötig ist, dass ein Sektor fast komplett im dunkeln ist und die farbigen Blöcke über einen Knopf an der Wand aktiviert werden müssen, damit diese leuchten und sich bewegen lassen.

Q.U.B.E: Director's Cut

Quelle: Toxic Games

Die Idee ist zwar gut, die Umsetzung aber nicht so sehr. Nicht selten richtet man sich alles schön zurecht und fällt am Ende doch herunter, da man nicht sieht ob man noch auf dem Block läuft oder nicht. Da ist man froh, dass es kein Game Over gibt und man einfach immer wieder zum Anfang zurück laufen kann um von neuem zu starten. In manchen Räumen gibt es sogar einen Reset-Button, falls man sich zu sehr in etwas verstrickt hat. Alles in allem ist man wohl je nach der eigenen Denkleistung zwischen zwei und vier Stunden mit dem Spiel beschäftigt.

Grafisch steht das Spiel eigentlich relativ gut da, so viel man darüber überhaupt sagen kann, schließlich findet man in erster Linie nur weiße Blöcke und eine geringe Anzahl an farbigen Blöcken. Jedoch sehen die Handschuhe, mit denen man die Blöcke steuert (es sind nur zwei Tasten dafür nötig) ziemlich gut aus. Die Farben selbst sind ebenfalls sehr kräftig.

Q.U.B.E: Director's Cut

Quelle: Toxic Games

 

Fazit

ChrisIch stehe dem Q.U.B.E. Director’s Cut etwas zweigespalten gegenüber. Auf der einen Seite finde ich es sehr schade, dass die erste Hälfte des Spieles quasi keine Herausforderung bietet und die Story auch etwas tiefer sein könnte, denn bis zum sechsten Sektor war mir eigentlich fast egal, was die beiden über das Funkgerät sagten, da es zum Teil nur 20-sekündige Abschnitte ohne wirklichen Inhalt waren. Auf der anderen Seite finde ich die Rätsel gegen Ende sehr gelungen und zum Teil auch wirklich fordernd, hinzu kommt der letzte Teil des Spiels in dem Story und Musik zusammen eine durchaus schöne Stimmung erzeugen können. Außerdem kann man ein Easter Egg mit einem Foto der Entwickler finden – erinnert an alte Zeiten. Ich kann zu dem Spiel also abschließend sagen, dass man damit durchaus ein paar Stunden (2-4) Spaß haben kann, das Spiel allerdings keinen Widerspielwert bietet und zum Teil auch mal etwas zäh sein kann.

 

Good

  • am Ende harte Rätsel
  • sieht recht gut aus
  • Abwechslungsreich
  • am Ende stimmungsvoll

Bad

  • in der ersten Hälfte nicht fordernd
  • sehr kurz
  • Story könnte tiefer gehen
  • kein Wiederspielwert
6.8

Okay

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause. Noch Fragen oder Anregungen? - chris.holzheu@gamersplatform.de

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