move, shoot, die, repeat – Rise & Shine im Test

Ein hoher Schwierigkeitsgrad, schöne Optik und massig humorvolle Anspielungen an die Videospielwelt. In diesem Indieview verrate ich euch, warum nicht nur diese Komponenten Rise & Shine zu einem durchaus gelungenen Shooter machen, dem man aber dafür besonders einen Aspekt ankreiden muss.  

 

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Der Planet Gamearth wird bedroht. Weltraumpiraten des Planeten Nexgen überfallen diesen und legen alles in Schutt und Asche was ihnen in den Weg kommt. Wir steuern den kleinen Jungen Rise, der sich gleich zu Beginn in einem Meer aus Kriegsgefallenen wiederfindet. Da erblickt er den legendären Krieger, der scheinbar nur ganz zufällig Nintendo’s bekannten grünen Zipfelmützenträger sehr ähnlich aussieht. Doch dieser wurde gerade von einigen Bösewichten bezwungen und übergibt dem kleinen Jungen in seinen letzten Atemzügen die legendäre Waffe Shine.

Quelle: Super Mega Team/ Adult Swim Games

Eine sprechende Waffe. Mit Augen. Diese soll er zum König bringen. Ihr seht schon, eine scheinbar ernstere Geschichte wird hier eher auf eine humorvolle Art eingefangen. In welcher Welt sonst sehen Vögel aus wie Flappy Birds. Es gibt Anspielungen zu Mario, Peach und Marcus Fenix, es gibt eine Playstation One und die Sonne auf Gamearth sieht dank der Pflaster aus, als sei sie verprügelt worden. Da sorgt die ein oder andere Szene schon mal für ein kleines Lachen im Herzen eines Gamers. Nachdem Rise nun die Waffe der Waffen erhalten hat geht es auch direkt zur Sache und der ernste Teil des Spiels beginnt.

Ganz normaler Shooter?

Rise & Shine

Quelle: Super Mega Team/ Adult Swim Games

Und das kann ich vorweg nehmen. Nein! Shine ist nämlich keine normale Waffe, und um die geht es ja schließlich hier. Denn neben normalen Kugeln die man mit dem linken Stick in die gewünschte Richtung lenkt und mit dem rechten Trigger, bzw. R2 abfeuert, gibt es auch einen Modus, mit dem man eine Kugel lenken kann. Innerhalb eines leicht transparent angezeigten Feldes, welches jedoch nur eine bestimmte Reichweite hat, kann man die abgefeuerte Kugel in alle Richtungen lenken, wobei man sogar die Geschwindigkeit der Kugel festlegt. Bewegt man den Stick gar nicht, bewegt sich auch die Kugel nicht, je stärker ich in eine Richtung lenke, umso mehr Tempo nimmt die Kugel auf. So kann man auch Feinde erwischen, die sich hinter großen Objekten befinden, die mit einem gerade Schuss gar nicht erreichbar wären. Doch später mehr zu der Funktion. Mit gerade Schüssen befassen wir uns in herkömmlichen Gefechten nämlich häufiger. Verständlicherweise verzichtet man auf Munitionspacks, sodass der gute Rise unbegrenzt schießen kann. Jedoch verfügt Shine über ein Magazin, daher muss man immer mal wieder nachladen, was Zeit kostet und im schlimmsten auch unser Leben. Denn in den Kämpfen geht es heiß her. Von wuchtigen Kollegen, über fliegende Roboter, bis hin zu auf einen zu sprintenden Gegnern ist so einiges geboten, gerade wenn der Bildschirm voll von ihnen ist und diese ebenfalls mit Schusswaffen hantieren, gerade weil Rise schnell das zeitliche segnet. Daher müssen die Schüsse möglichst präzise sein, das Timing sollte stimmen und das Nachladen muss im richtigen Moment, an der richtigen Stelle passieren. Bald findet man auch die Elektrokugeln, mit denen man Gegner zunächst paralysieren kann, oder auch besonders effektiv gegen Roboter vorgehen kann. Das mag sich eventuell nach etwas viel anhören, aber schnell geht das Prinzip in Fleisch und Blut über, leichter wird der Spaß dafür aber nicht. Gerade die imposanten Bossgegner verlangen einem schon wirklich gut was ab. Gerade nach der ersten Hälfte zieht der Schwierigkeitsgrad nochmal ein gutes Stück an, sodass ich Kritik an dem Spiel nachvollziehen kann, in welcher man Frust äußert. Ich persönlich aber war nicht wirklich gefrustet, es überwog immer die Motivation weiter zu machen. Dieses mal aber! So bewegt man sich in dem Spiel stets von links nach rechts und schießt sich durch die Gebiete, somit bleibt nerviges backtracking glücklicherweise aus.

Es geht auch mal ruhiger

Rise & Shine

Quelle: Super Mega Team/ Adult Swim Games

Da tut es auch mal ganz gut, wenn sich Rise & Shine mal etwas die Ruhe antut und mich mit Rätseln beschäftigt. Und da greife ich wieder die vorhin benannte Funktion auf, mit der man Kugeln lenken kann. So versperrt etwa ein Tor den Weg, welches ich nur per Schalter öffnen kann. Dieser Schalter liegt aber hinter sich bewegenden Objekten in luftigen Höhen, zudem gibt es kleine Geschosstürme, die versuchen unsere Kugel auszuschalten, mit welcher wir den Schalter aktivieren können. So gilt es mit viel Fingerspitzengefühl die Kugel durch die Fallen zu lenken, was jedoch in der Regel aber einige Anläufe braucht, denn wie auch in den Kämpfen ist der Schwierigkeitsgrad dort sehr hoch. Richtige Kopfnüsse ist keines der „Rätsel“, eher bestehen diese Teile aus Geschicklichkeitspassagen, die sich auf dieses freie Bewegen des Schusses ist. Eintönig fand ich es jedoch nie, weil es zum einen nicht übermäßig oft vorkommt, und zum anderen auch nicht immer gleich gestrickt ist. Etwas mehr Variabilität hätte ich mir diesbezüglich schon gewünscht. Zudem ist die Spielzeit mit ca. 2-3 Stunden, je nach eigenen Skill, sehr kurz bemessen. Daher sollte man schon mit dem Genre liebäugeln, wenn man an einen Kauf denkt. Dafür erlebt man auch dank der Technik ein wirklich schönes Erlebnis. Denn die Comic-Optik hat sehr viel Charme, der Sound ist ordentlich, auf Sprachausgabe verzichtet man, was nicht weiter tragisch ist. Die Dialoge werden Comic-typisch in Sprechblasen geführt und Standbildern, die allesamt aber sehr schön gezeichnet sind und wunderbar in diese Welt passen, die sich kein bisschen ernst nimmt und uns trotz des Krieges irgendwie immer ein wohliges Gefühl gibt.

 

Fazit

Rise & Shine ist ein Shooter in Metal Slug Manier, der aber durch einige Gameplay Kniffe, seine wunderbare Optik und den sehr thematischen Humor einen ganz eigenen Charakter erlangt. Die Schießerei spielen sich sauber, die Waffe Shine ist vielseitig, der Schwierigkeitsgrad ist schön knackig und die Welt lädt entgegen der Alien-Invasion zum Wohlfühlen ein. Leider gibt es außer den wenigen, aber guten Geschicklichkeitspassagen wenig Abwechslung zu den Gefechten. Da hätte ich mir hin und wieder ein paar kreative und witzige Spielchen im Spiel gewünscht. Zudem ist das Abenteuer sehr kurz. Dennoch ist die Erfahrung intensiv und wird Fans des Genre definitiv glücklich machen. Alle anderen sollten abwägen, ob die wenigen, aber spaßigen und Nerven aufreißenden Spielstunden den Preis rechtfertigen.  

 

Good

  • Wunderbarer Comic-Look
  • Waffe bietet einige Kniffe
  • Sehr viel Charme und Humor
  • Durchweg enorm fordernd

Bad

  • Abenteuer fällt sehr kurz aus
  • Zu wenige Geschicklichkeitspassagen/ Rätsel
7.7

Gut

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