Code Name: S.T.E.A.M. – Voller Dampf voraus in unserem Test

Ein Runden-Taktik -Strategie Spiel für den 3DS ist etwas, was außer Fire Emblem, noch nicht wirklich existiert. Nun veröffentlichte Nintendo am 15. Mai das von Intelligent Systems entwickelte Code Name: S.T.E.A.M., welches euren taktischen Verstand fordern soll. Kann jedoch das an X-Com angelehnte Spielprinzip unsere Dampfmotoren auf Touren bringen, oder suchen wir verzweifelt wen zum Dampf ablassen? Erfahrt es in unserem Test.

 Queen Victoria trifft Abe Lincoln trifft Aliens

Ah ja, kann sich wer noch an das viktorianische London erinnern, welches unter der Regentschaft von Queen Victoria stand? Mit denmodernen Luftschiffen und dampfbetriebenen Waffen? Und erinnert ihr euch vor allem noch an die plötzliche Alien Invasion bei der Abraham Lincoln, der 16. Präsident der USA, mit seinem riesigen Luftschlachtschiff Lady Liberty herbeieilen musste, damit seine Geheimgesellschaft S.T.E.A.M. dort aufräumen kann? Vor allem Leo der, wortwörtliche, Löwe war eine wahre Bereicherung!

Code Name S.T.E.A.M.

Quelle: Nintendo

Tut ihr nicht? Gut wir ebenso wenig. Aber das ist im kurzen die Geschichte des Spiels. In einem fiktiven viktorianischen London, in der Dampfmotoren extrem fortschritlich sind, findet plötzlich eine Alien-Invasion während einer Eröffnungszeremonie statt. Überall bricht natürlich Panik aus und ihr startet als der Soldat Henry, der sich mitten in den Ereignissen findet. Schnell findet ihr jedoch weitere Verbündete, als dann Präsident Licoln auftaucht, euch in die Geheimorganisation steckt und ihr fortan gegen die Alien Invasion mit den modernsten Dampfwaffen kämpfen müsst. Das sich das Spiel dabei in keinster Weise ernst nimmt und die Literatur berühmter Werke komplett vermischt merkt man natürlich schnell. So bekommt ihr z.B. weitere Unterstützung von dem Löwen aus der Zauberer von Oz, einer Ureinwohnerin namens Lily, die der Peter Pan Geschichte entsprungen ist, oder auch Tom Sawyer hilft euch. Dabei seid ihr aber nicht komplett nur in England, sondern z.b. auch später in Amerika unterwegs.

Auch die Präsentation der Story ist dabei nett gelungen. Wie eine Art Comic Strip mit einzelnen Panels wird die Geschichte erzählt während den Missionen. Dabei sind die Bilder teilweise animiert, aber komplette Full Motion Videos solltet ihr nicht erwarten. Dennoch passt diese Erzählweise sehr gut zu der Grafik und wenn dann typische Comicallüren auftauchen wie die BAMS oder THUK Ausrufe für Soundeffekte.

Die Story ansich ist nicht wirklich spannend und soll auch eher lustig aufgebaut sein. Dies gelingt leider nicht immer, wobei es zum Teil der Diskrepanz zwischen englischer Synchronisation und deutschen Texten geschuldet ist, da bei der Übersetzung nicht alle Jokes immer funktionieren. Langweilig wird das ganze dabei aber nicht, da es immer wieder etwas zu schmunzeln gibt und sich das Spiel gut eignet um eine Mission zwischendurch zu erledigen.

Gebt mir mehr Dampf

Das Gameplay des Spiels erfordert einerseits ein wenig Taktik und andererseits ein wenig Talent im Übersicht behalten. Bis auf den Anfang wählt ihr vor der Mission eine vorgegeben Anzahl an Charakteren aus, die ihr getroffen habt, die ihr auf Mission mitnehmen. Jeder Charakter hat dabei eine spezielle Primärwaffe, die ihr auch nicht wechseln könnt. Henry hat so z.b. das Adlergewehr, John einen Granatwerfer und Leo eine Sprungattacke. Was ihr aber ändern könnt sind zum einen die Sekundärwaffen und zum anderen die Boiler, die ihr im Laufe des Spiels freischalten könnt. Sekundärwaffen können dann eine Heilpistole sein, ein Shurikenwerfer, eine Dampfarmbrust und einiges mehr. Die Boiler hingegen sind eine Modifizierung eures Charakteres. Diese geben vor, mit wieviel Dampfpunkten ihr eine Mission startet, wie viele ihr maximal haben könnt und kann euch Boni oder Mali auf Angriff oder Verteidigung bringen. Andererseits besitzen diese auch spezielle Fähigkeiten, dass ihr z.B. nach jeder Runde geheilt werdet. Weiterhin hat auch jeder Charakter eine spezielle Fähigkeit, die er einmal pro Sektor nutzen kann. Dies kann ein überaus starker Angriff sein oder eine Heilung oder andere Effekte.

Eine Mission ist nun unterteilt in 2-3 Sektoren im Normalfall. Wenn ihr jeden Sektor abgeschlossen habt, ist die Mission erledigt. Dabei habt ihr keine Wahl welchen Sektor ihr nehmt, sondern arbeitet diese einfach ab. Zu Anfang lautet das Ziel noch in jedem Sektor von eurem Startpunkt zu einem Zielpunkt zu laufen. Später müsst ihr aber auch bestimmte Feinde im letzten Sektor zur Strecke bringen oder Spezialaufgaben wie Menschen retten. Innerhalb der Sektoren läuft das Spiel rundenweise ab. Einmal sind eure Einheiten am Zug, danach die außerirdischen Invasoren.

Code Name S.T.E.A.M.

Quelle: Nintendo

Das Spielprinzip lehnt sich dabei am ehesten dem X-Com oder Fallout Konzept an. So hat jeder eurer Charaktere eine bestimmte Menge an Dampfpukten zur Verfügung. Sobald ihr einen Helden übernehmt gelangt ihr in die Third Person Sicht und könnt mit ihm laufen, schießen oder Spezialaktionen machen. Alles dabei verbaucht Dampf. Ein Punkt kostet es den Helden zu bewegen auf dem Schlachtfeld, dass dann in Quadrate eingeteilt wird zur besseren Übersicht. Eine Waffe abzufeuern kostet je nach Art zwischen einem und mehr Punkten. Beim Angriff ist es auch wichtig wo ihr hin zielt, da jedes Alien eine Schwachstelle hat, an der ihr mehr Schaden anrichtet.

Sobald ihr dann alle eure Charaktere genutzt habt, könnt ihr die Runde abgeben und die Aliens sind am Zug. Solltet ihr noch Punkte aufbewahrt haben könnt ihr, entsprechende Waffe vorausgesetzt, den Charakter automatisch in den Bewachungsmodus versetzen. Dann schießt er mit den verbliebenden Punkten auf gegnerische Einheiten, die sich ihm nähern. Dies kann von Vorteil sein, da ihr so evtl. die Züge der Aliens unterbrechen könnt.

Code Name S.T.E.A.M.

Quelle: Nintendo

Auf dem Schlachtfeld stehen natürlich auch überall Kisten rum, in denen ihr Medaillien, Lebensenergie oder auch Dampf finden könnt. Die Erklärung für letztere erübrigt sich. Medaillien sind jedoch wichtig, denn je mehr ihr sammelt, desto mehr neue Sekundärwaffen werden freigeschaltet. Für die Boiler müsst ihr hingegen Zahnräder einsammeln, von denen es 3 pro Sektor gibt. Eure Medaillien könnt ihr aber auch an Speicherpunkten ausgeben, die ihr einmalig dann auf dem Schlachtfeld nutzen könnt. Denn dort könnt ihr euch gegen eine gewisse Anzahl euren aktiven Charakter heilen und maximale Damppunkte geben, oder gegen einen größeren Betrag allen Einheiten von euch. So könnt ihr euch praktisch einen extra Zug erkaufen, schaltet dann aber auch erst später neue Waffen frei. Zwischendurch gibt es auch Umgebungsobjekte wie explodierende Fässer oder Kronleuchter die ihr nutzen könnt um Gegnern größeren Schaden zuzufügen.

Gesteuert wird dabei fast ausschließlich mit dem Circle Pad und den L- und R-Tasten. Mit diesem lauft ihr und gebt Befehl zum schießen. Über das Touchpad, oder den C-Stick beim New Nintendo 3DS könnt ihr die Kamera steuern. Auch wählt ihr da eure Agenten aus, schaltet auf Sekundärwaffe um oder aktiviert die Spezialfähigkeit, was nett umgesetzt ist. Sobald dann ihr euren Zug beendet, ist der Gegner am Zug und ihr müsst eine Weile warten. Gerade bei größeren Gruppen kann dies ein wenig dauern und nerven, vor allem, da man nicht immer am Ort des geschehens automatisch ist, selbst wenn ein Charakter den Gegner sehen kann und man manuell umschalten muss. Eine optionale Vogelperspektive oder die Möglichkeit den gegnerischen Zug zu überspringen wären fördernd gewesen.

Die Levelarchitektur ist ganz nett durchdacht und bietet nicht nur eine flache Ebene. Immer wieder gibt es Möglichkeiten auch nach oben und unten zu gelangen und sich durch erhöhte Positionen einen Vorteil zu erhaschen. Auch der Einsatz von Umgebungsgegenständen wurde gut umgesetzt und ist abwechslungsreich gestaltet. Leider erkennt man an den Leveln nicht unbedingt, dass man sich in einer bekannten Stadt befindet und diese befreit.

Inhaltsverzeichnis

Good

  • Comichafte Erzählweise
  • Ungewöhnliche Charaktere
  • Schöne Cel-Shading Optik
  • Durchdachtes Spielprinzip
  • Volle Vertonung

Bad

  • Spielprinzip für Kenner zu simpel
  • Witze funktionieren nicht immer
  • Kamera unübersichtlich
7.8

Gut

Gamer aus Leidenschaft, Nerd aus Liebe, Liebhaber aller Konsolen Bei Fragen, Anregungen, Wünschen oder einfach Small Talk schreibt mir an sascha.mensfeld@gamersplatform.de
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