Wahre Klassiker sind zeitlos – Age of Empires: Definitive Edition im Test

Ich muss im Vorfeld dieses Tests gestehen, dass ich einerseits voreingenommen, andererseits auch unvoreingenommen an die Sache herantrete. Denn ich verbinde zwar viel mit der Serie und gerade mit Teil 2 und 3, das erste Age of Empires habe ich jedoch nie gespielt. Umso gespannter war ich daher, ob mir die Neuauflage auch zusagen kann.

Ein Spielkonzept für die Ewigkeit

Age of Empires Definitive Edition

Quelle: Microsoft

Doch hagelt es direkt Kritik. Im Windows Store hagelt es 1 Sterne Wertungen, weil sich bei vielen das Spiel gar nicht erst starten lässt, so auch bei mir. Erst die Deaktivierung meines Virenprogramms sorgte für Abhilfe. Sollte das Spiel auch bei euch nicht starten, probiert erst diesen Schritt, bevor ihr das Spiel neu aufsetzt.

Dann lief es aber auch tatsächlich und ich stürzte mich ins Geschehen. Das Spielprinzip ist als Kenner der Serie schnell verinnerlicht. Mit Dorfbewohnern können Ressourcen wie Holz, Nahrung, Gold oder Stein abgebaut werden, damit unsere Zivilisation gedeihen kann. Nahrung kann dabei über das Jagen, Fischen, Beeren pflücken oder Bewirten von Bauernhöfen gesammelt werden, denn die braucht man, um neue Einheiten zu rekrutieren. Age of Empires ist in erster Linie keine Wirtschaftssimulation wie Anno, daher fallen Produktionsketten nicht annähernd so komplex aus. Dafür stehen viele Möglichkeiten zur Verbesserung der Einheiten zur Verfügung. Auch Verteidigungsanlagen lassen sich hochziehen, die sich nur mit Artillerie wirklich effizient niederreißen lassen. Es ist also alles da, was man als Age of Empires Spieler kennt und erwartet. Dazu gehört auch der Wechsel in neue Zeitalter. Dadurch ändert sich nicht nur immer wieder der Look, auch neue Funktionen werden freigeschaltet. Was jedes Zeitalter parat hält, zeigt uns der neue Technologiebaum, den das noch relativ frische Entwicklerstudio implementiert hat.

Age of Empires

Quelle: Microsoft

Auch wenn der Erstling der Reihe vielleicht noch etwas weniger komplex war als nachfolgende Teile, hat mich das Spiel sofort gefesselt. Age of Empires ist spielerisch hervorragend gealtert und so gut abgestimmt, dass es mich moderne RTS Games vergessen lässt. Nicht einmal das gemächliche Spieltempo stört, vielleicht auch gerade weil es sich von heutiger Konkurrenz unterscheidet.

Die Kampagne wurde auch etwas verbessert, neben neuen Missionen wurden auch Abläufe verändert. Schade ist allerdings das Fehlen von Sequenzen. Immerhin bekommt man als Interessent der Geschichte zu den Missionen auch historische Erläuterungen. Da macht Bildung gleich viel mehr Spaß, auch weil Age of Empires so voll gespickt ist mit verschiedenen Völkern und Einheiten.

Mit viel Liebe restauriert

Dass Age of Empires 20 Jahre auf dem Buckel hat merkt man natürlich technisch schon, schließlich bleibt auch die Definitive Edition ein 2D Erlebnis, dafür aber ein sehr schönes. Auch wenn verglichen mit moderner 3D Grafik hier kein Grafik Wunder zu sehen ist, der Stil hat es mir wirklich angetan. Im laufenden Spiel wirkt daher Age of Empries: Definitive Edition nochmal deutlich ansehlicher als auf Bildern. Der Sprung zum Original ist deutlich sichtbar, auch weil es viele neue Animationen gibt. Auch musikalisch fügt sich das Spiel zu einem herrlichen Erlebnis zusammen.

Age of Empires

Quelle: Microsoft

Leider fallen die Grafik Settings äußerst mau aus. Fast gar keine Individualisierung ist möglich, ja nicht einmal die Auflösung lässt sich bestimmen. Da sollte man dringend nachbessern. Von den vielerorts berichteten Rucklern konnte ich allerdings nichts feststellen, trotz dass ich einen Mittelklasse Rechner besitze.

 

Age of Empires

Quelle: Microsoft

Unter den Verbesserung seitens der Entwickler lese ich außerdem eine bessere Wegfindung. Da ich das Original nicht gespielt habe, konnte ich nicht einschätzen ob sich diese nun verbessert hat, aber ich kanns mir nur schwerlich vorstellen. Denn auch wenn ich spielerisch kaum etwas zu bemängeln habe, aber die Einheiten bewegen sich selten so wie ich es gerne hätte. Oft werden direkte Wege gemieden und riesige Bögen außen herum gelaufen. Auch bilden die Einheiten selten nur eine richtige Formation, was dazu führt, dass kein Heer voran läuft, sondern eine Entenfamilie. Die Wegfindung ist wirklich nicht gut, das sollte per Patch dringend behoben werden. Ansonsten macht die KI aber einen ordentlichen Job, gerade die gegnerische KI hat es teils faustdick hinter den Ohren, aber das ist auch gut so!

Was natürlich nicht fehlen darf ist auch der Editor, hier lassen sich Szenarien erstellen und solche können auch über die offizielle Seite heruntergeladen werden. Da bin ich gespannt, was die Community in Zukunft so hervor bringen wird. Das Wort Community darf auch in Bezug auf den Multiplayer nicht fehlen. Ich habe erst zwei Partien bestritten, hatte aber großen Spaß dabei, die Verbindung war einwandfrei und es werden sicher noch einige Kämpfe ausgefochten. Für Nostalgiker: Sogar einen LAN Modus gibt es. Also, welcher Keller darf herhalten?

Fazit

Ich habe an mir selbst gesehen, dass man das Original nicht gespielt haben muss um diese Neuauflage zu lieben. Das Gameplay ist hervorragend gealtert und dank des optischen Neuanstriches macht Age of Empires: Definitive Edition eine tolle Figur. Dieses Remake gehört definitiv zu der besseren Sorte und wird mich noch für sehr viele Stunden beschäftigen. Störend empfinde ich nur die wirklich misslungene Wegfindung, die in entscheidenden Situationen schon etwas frusten kann. Dennoch erhält das Spiele eine klare Empfehlung von mir, und das nicht nur für Liebhaber des Originals!

Good

  • Tolle grafische Aufbereitung
  • Ohrwurmfaktor!
  • Zeitlos gutes Gameplay
  • Verbesserte Kampagne

Bad

  • Misslungene Wegfindung
  • Maue Inszenierung
8.4

Toll

Lost Password