Life is Strange: Episode 4 Dark Room – Der Test der bisher besten Episode

Nun veröffentlichten Dontnod und Square Enix die vierte und vorletzte Episode zu Life is Strange mit dem Namen Dark Room. Einen polemischen Satz hier einzubauen ist dabei vollkommen unnötig. Denn wer die bisherigen Episoden gespielt hat, der weiß das wir hier wieder ein wunderbares Kleinod bekommen werden und so ist es auch. Also begleitet mich, wenn die roten Fäden langsam zu einem Ende führen.

Weniger Zeitspiele dafür mehr rote Fäden

Life is strange

Quelle: Square Enix

Ich hatte es im Review zur letzten Episode schon erwähnt und muss es auch diesmal wieder sagen. Etwas über dieses Spiel zu schreiben, ohne etwas zu spoilern ist extrem schwierig. In dieser Episode mehr denn je, denn wir erfahren viele Hintergründe und decken nach und nach die Rätsel auf, die uns über die ganzen Episoden begleitet haben und bekommen natürlich neue gestellt. Vor allem nach dem grandiosen Cliffhanger in Episode 3, werden wir vor einer schwierigen Wahl gestellt. Somit fängt Episode 4 auch da an, wo die dritte aufgehört habt. Ihr trefft auf Chloe, die aber ein wenig anders ist als ihr kennt und grundsätzlich: Alles ist anders, dank eurer letzten Tat in der vorherigen Episode. Dabei erzählen die Entwickler eine kurze aber wunderbare Geschichte, in der der Spieler vor eine schwierige Wahl gestellt wird, welche wir oft sonst nur aus Film und Presse kennen, aber die wenigstens sich wohl selber mit beschäftigt hätten. Und wie diese Szene aufbereitet und inszeniert wurde, mit soviel Fingerspitzengefühl, damit hätte ich nicht gerechnet und dies hatte mir den Atem schon geraubt.

Life is strange

Quelle: Square Enix

Doch bevor ich hier schon fast mit meinem Fazit weitermache, was gibt es sonst noch in der Episode? Wie erwähnt laufen langsam die roten Fäden zusammen. Max und Chloe machen langsam ernst und Sammeln neue Informationen und Beweise gegen das Schul-Arsch Nathan. Dabei führt euch das Spiel noch einmal an neue und altbekannte Orte, wie die Schlafgemächer der Jungen an der Schule, Chloe’s Haus oder ein Wiedersehen mit Frank. Überall gibt es Informationen zu suchen und je nach den Entscheidungen aus den anderen Episoden, ist der Weg dahin und der Ausgang mit den Personen verschieden. Wichtige Entscheidungen wie das Ende der 2. Episode, die Geschichte mit Frank, der Waffe und seinem Hund oder ob ihr ein bestimmtes Foto für einen Code vorher geschossen habt, kommen hier zu Tage und erleichtern oder erschweren euch den Weg. Dabei ist in der Episode das Zeitreise Feature eher eine zweitrangigere Sache, die Max auch nur ungerne einsetzt nach den letzten Ereignissen. Stattdessen sollt ihr hier ein kleines bisschen mehr rätseln und die Hinweise die ihr findet kombinieren. Etwas das ich sehr begrüße. Zwar gibt es immer noch ein-zwei Rätsel wo das Zeitreise Feature gebraucht wird, aber die Hirnzellen zum kleinen Knobeln anzuregen bei der Zusammenfassung der Hinweise ist ein guter Kniff, der Abwechslung in die Episoden reinbringt. Etwas, das selbst Telltale nicht wirklich bisher geschafft hat meiner Meinung nach.

Alle Geheimnisse gelüftet?

Life is strange

Quelle: Square Enix

Doch wo führen uns die ganzen detektivischen Fähigkeiten und diese Episode überhaupt hin? Erfahren wir mehr über das Sterben der Vögel oder das Stranden der Wale? Über die Wetterveränderungen? Dies sei soviel verrraten, ist nicht der Fall.

Generell ist der aktuelle Teil der Serie deutlich düsterer, wobei einem auffällt, dass man selbst bei wichtigen Entscheidungen weitaus weniger die Zeit zurückdreht, da man gelernt hat mit einigen Entscheidungen  leben zu wollen und zu müssen, dass nicht alles ein gutes Ende nimmt wenn man die Zeit manipuliert.

Die Episode dreht sich wirklich um die ganze Chloe und Nathan Geschichte, wobei wir viele Eindrücke in seinen Hintergrund bekommen. Aber auch anderweitig kann Max ihre Freundschaft mit den Schülern auf den Campus vertiefen. Hier tun sich ebenfalls viele Dialogoptionen auf, je nachdem, wie ihr mit den Leuten vorher umgegangen seid.

Life is strange

Quelle: Square Enix

 

Dabei zieht sich das Spiel auch nicht in die Länge, sondern Schlag auf Schlag passieren eigentlich neue Ereignisse, die die Geschichte in einem anderen Licht erscheinen lassen. Durch diese Abfolge an Events, ist man eigentlich richtig froh, wenn es mal wieder eine Option gibt, wo Max sich einfach hinsetzen kann und uns ihre Gedanken mitteilt. Diese Momente sind einfach wunderbar, da sie grandios eingefangen sind. Nicht nur durch die wunderbare Musikuntermalung, sondern auch da die Gedanken unserer Protagonistin nachvollziehbar sind und so real erscheinen.

Zumindest gefühlt ist dies die längste Episode, welche aber nie langweilig wird, im Gegenteil. Gerade gegen Ende wird wirklich ein immenser Spannungsbogen aufgebaut, nachdem der namensgebende „Dark Room“ entdeckt wird und man ungeheuerliches erfährt. Wer dann nicht am Ende der Episode, auf der „End of the World“ Party vom Vortex Klub mitfiebert, hat eindeutig etwas falsch gemacht oder kann sich in solche Titel nicht einfühlen. Auch auf dieser Party werden eure Entscheidungen sich nochmal auswirken und Dontnod hat wirklich daran gedacht, das wir dies merken werden, wenn wir wollen.

Vor allem der Cliffhanger, der auch mit dieser Episode endet bringt das ganze Weltbild nochmal deutlich ins Wanken und stellt nochmal alles auf den Kopf. Dabei kann man es kaum erwarten, dass die letzte Episode endlich erscheint und die ganze Geschichte auflösen wird, auch wenn zum aktuellen Zeitpunkt es so aussieht, als würde es kein Märchenende werden.

Fazit

Sascha RedakteurEine Episode die man so schnell nicht vergisst. Schwere moralische Entscheidungen, düstere Stimmung, ausgelassene Party Action, dunkle Geheimnisse die aufgedeckt werden und dann dieser Cliffhanger! Oh man, was soll ich nur dazu sagen….Atemberaubend? Ein Meisterwerk? Grandioses Spiel? Kunstwerk? Ja all das trifft zu auf diesen Titel und eigentlich noch viel mehr. Auch wenn einige Leute vielleicht behaupten wollen, dass es mehr ein interaktiver Film oder ein Buch sei, mag man streiten, wie viel Spiel sich darin befindet. Aber seit Episode 1 fühle ich mich eingesogen in die Geschichte und dadurch, dass ich die Entscheidungen treffe, die am Ende so viel Unheil oder gutes bringen können, fühle ich mich einfach involviert und motiviert. Aber vor allem fühle ich mich auch emotional berührt. Die Entwickler bei Dontnod haben einfach eine fantastische Story hinbekommen, mit Twists, Emotionen, Spannung und die sich durch meine eigene Handlung in gewissen Maßen so verändert, dass das Gesamtkonzept natürlich erhalten bleibt, aber dennoch meinen eigenen Weg mir aufzeigt. Daher ist gerade in der Erzählkunst Life is Strange ein wahres Meisterwerk, auf dessen Ende ich mit voller Begeisterung warte und andererseits bedaure, weil das Spiel dann vorbei ist. Aber wenn die Entwickler ein Ende geschrieben haben, bei dem ich lächelnd oder weinend die Credits mir anschaue, dann ist es das Bedauern allemal wert und ich freue mich dann darauf eine neue Geschichte von diesen meisterhaften Erzählern genießen zu können. Dies werden wir dann wohl in ungefähr acht Wochen erfahren, wenn das grandiose Kapitel Life is Strange endlich vollendet ist und ich mit meinen Kollegen in einem Podcast mir endlich alles von der Seele reden kann, was ich hier nicht tun kann, um nicht zu spoilern. Dontnod, bis hier her einfach nur: Danke!

Good

  • Grandiose Stroy
  • Glaubwürdige Charaktere
  • Unvorhergesehene Twists
  • Soziale Themen

Bad

  • Bemängelung das es mehr interaktiver Film als Spiel sei von einigen
9.3

Hervorragend

Gamer aus Leidenschaft, Nerd aus Liebe, Liebhaber aller Konsolen Bei Fragen, Anregungen, Wünschen oder einfach Small Talk schreibt mir an sascha.mensfeld@gamersplatform.de

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