Indie-Showcase: Party Hard – Beende diese verdammte Party

Vor einigen Tagen wurde der Indie-Hit Party Hard auch auf den Konsolen veröffentlicht. Nachdem sich das Spiel auf dem PC bereits großer Beliebtheit erfreute, wollten wir hier einmal überprüfen, ob es auf der Konsole auch überzeugen kann. Also hieß es für mich die vergangenen Tage nur eins: Beende die Party – mit allen Mitteln.

Manchmal braucht man einfach Ruhe

Jeder, der mal in einer großen Stadt oder in einer Mietwohnung gewohnt hat kennt das: Es ist drei Uhr morgens und die Nachbarn feiern noch immer eine lautstarke Party. Und was kann man schon dagegen tun? Klopfen und sagen, dass man etwas Ruhe braucht oder etwa gleich die Polizei wegen Ruhestörung alarmieren? Wem das zu langweilig ist und zu wenige Ergebnisse liefert, der kann sich Party Hard sicher einmal anschauen. Hier schlüpft man in die Rolle eines genervten Nachbarn (Standartcharakter, andere folgen später), der versucht die Party um jeden Preis zu stoppen. Dies gelingt am effektivsten natürlich darin, sämtliche Teilnehmer umzubringen. Etwas rabiat? Auf jeden Fall- aber daher auch umso lustiger.

Party Hard (1)

Quelle: tinyBuild Games / Pinokl Games

Ihr befindet euch auf einer der verschiedenen Karten, welche von der klassischen Houseparty bist zu der Party auf dem Bot gehen und seht in der linken oberen Ecke des Bildschirms eine Anzahl an verbleibenden Leuten. Nun gilt es diese Stück für Stück zu dezimieren, wobei Vorsicht geboten ist, denn wird man beim Morden beobachtet, so wird die Polizei allarmiert, welche daraufhin versucht den Mörder einzufangen, was im Game Over endet. Allerdings geben diese die Jagd nach einer kurzen Zeit ohne Kontakt zu euch auf und verschwinden wieder. Dann heißt es munter weiter morden. Also ist das Grundprinzip denkbar einfach: Töten und nicht erwischt werden. Doch um dieses Prinzip auch gut durchzuführen bedarf es mehr als einfach nur in einer Ecke zu warten und einen nach dem anderen mit dem Messer zu erledigen. Schließlich befinden sich viele der Charaktere in Gruppen, welche nach einem Mord alle versuchen, die Polizei zu allarmieren. Dann kann man entweder jeden, der gerade anruft verfolgen und mit dem Messer erledigen, was allerdings oft in einem Kaskade-Effekt endet, oder man muss von Anfang an den Ablauf etwas mehr durchdenken. So ist es möglich, mit diversen Objekten zu interagieren und sie zu manipulieren. Die Getränke vergiften, eine Wasserpfütze unter Strom setzen oder einfach ein Zimmer anzünden – Möglichkeiten gibt es mehr als genug. Es hat sich auch als effektiv bewiesen, die Polizei einmal vorbeikommen zu lassen, da diese in ihren Autos angefahren kommen und keine Rücksicht auf die Leute auf der Straße nehmen. So wird man immerhin auch ein paar los. Eines der größten Probleme für den Spieler wird allerdings das entsorgen der Leichen sein, schließlich kann man nicht einfach mit einer blutigen Leiche auf dem Rücken durch die Menge laufen. Daher ist es oft auch ratsam, an gewissen Orten keine Morde zu begehen und lieber mit der Umgebung zu interagieren. Oftmals lässt es sich allerdings nicht vermeiden, dass jemand die Polizei alarmiert, wodurch man zum Fliehen gezwungen ist. Auf der ersten Map -der Houseparty- war ich zu Beginn von diesem Prinzip noch wenig beeindruckt, da ich immer im Kreis laufen konnte und mich der Polizist so nie erreicht hat. Doch nach dem zweiten oder dritten Mal erschien ein Handwerker (welcher aus der Toilette kam – komplett in rot und erinnerte vom Aussehen her an eine gewisse Nintendo-Figur) und nagelte kurzerhand das Fester, aus welchem ich immer floh, zu. Der Versuch ihn zuvor mit dem Messer zu erledigen klappt nicht, da er sich wehren kann. Somit wird man irgendwann gezwungen, eine andere Taktik zu verwenden, was durchaus knifflig werden kann. Allerdings bietet das Spiel abseits vom Messer eine Menge Möglichkeiten die Partybesucher zu dezimieren, allerdings kann man die meisten nicht mehrfach verwenden, wodurch man am Schluss doch auf das Messer zurückgreifen muss. Zugegeben: Teilweise wusste ich gar nicht was genau geschehen ist, also warum kam das Spezialkommando und hat ein paar Gäste über den Haufen geschossen? Egal, es hat mir jedenfalls geholfen. Aber man sollte den Schwierigkeitsgrad nicht unterschätzen. Oft dauert es einige Versuche, bis man endlich jeden einzelnen erwischt hat und schließlich zur nächsten Party weiterziehen kann.  Allerdings findet man ab und zu auch eine Möglichkeit, wo die Charaktere einem mehr oder weniger in die Arme laufen und dann nur noch in einer dunklen Ecke erledigt werden müssen, jedoch verlieren solche Techniken schnell an Reiz und man zieht zu einem neuen Platz weiter, wo man mehr Herausforderung erwartet.

Party Hard (3)

Quelle: tinyBuild Games / Pinokl Games

Grafisch und Soundtechnisch wird das Spiel wohl nicht jedermanns Geschmack treffen. Man sollte sich logischerweise auf dauerhafte und repetitive Partymusik einstellen, die nach längerer Spielzeit auch etwas nervig sein kann. Die Pixeloptik von Party Hard ist recht ansehnlich und sehr deutlich, wodurch man trotzdem alles sehr gut erkennen kann. Und was die Steuerung angeht; diese besteht im Prinzip nur aus vier Tasten. Laufen, Rennen, Tanzen (um unauffällig zu sein) und Interagieren. Die Kamera lässt sich nicht bewegen und ist immer statisch schräg über der Map um einen guten Überblick zu gewähren.

Fazit

Eine der Stärken von Party Hard ist eindeutig, dass man mit einer Menge Objekten interagieren kann um die Gäste zu dezimieren, ebenso schön ist es, dass das Spiel teilweise „lernt“ indem es Fenster vernagelt oder ähnliches und somit immer fordernd bleibt. Dieses Prinzip bleibt für eine Weile auch recht interessant, bis man quasi alles gesehen hat und somit nicht mehr vor neue Herausforderungen gestellt wird. Schade ist hingegen, dass dem Spiel etwas an Geschwindigkeit fehlt. Mit 50 Zielen auf der Karte und einer One-by-One Taktik, kann so ein Durchgang ganz schön lange dauern und wenn die Interaktionsobjekte aufgebraucht sind dementsprechend auch etwas Zäh werden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn man die Karte bereits öfters Spielte (selbst wenn man sie noch nicht abgeschlossen hat). Außerdem fehlt jegliche Mehrspielerkomponente, auch wenn eine, egal ob mit- oder gegeneinander, sicher gut Platz gefunden hätte. Alles in allem ist Party Hard allerdings ein nettes Spiel für zwischendurch, auch wenn es nicht komplett überzeugen konnte.

Good

  • Viele Möglichkeiten Ziele zu eliminieren
  • Durchdachtes Leveldesign
  • Angenehmer Schwierigkeitsgrad

Bad

  • Teils etwas zu "langsam"
  • Nach etwas Spielzeit sehr repetitiv
7.9

Gut

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause. Noch Fragen oder Anregungen? - chris.holzheu@gamersplatform.de

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