Im Test: The Technomancer – Rollenspiel auf dem schönen Mars

Ach ja ein Sci-Fi- Rollenspiel, dass ist es doch, worauf viele Gamer warten und aktuell sind auch einige in Entwicklung. Mass Effect Andromeda, Elyx, Surge, Cyberpunk 2077. Doch alle diese sind noch nicht erschienen und ein wenig dauert es noch bis diese erscheinen. Doch zum Glück hat es das Studio Spiders, bekannt für Titel wie Bound by Flame, Mars: War Logs, eins herausgebracht. Dieser Titel hört auf den Namen The Technomancer und wird von Focus Home Interactive veröffentlicht. Wieder einmal entführen euch die Entwickler auf den Mars und versprechen euch wunderbare Abenteuer. Ob sie es auch halten können oder uns im All sehr schnell die Luft ausgeht, erfahrt ihr hier!

Mars du schöner roter Planet

The Technomancer

Quelle: Focus Home Interactive

Das Leben auf dem Mars könnte doch so friedfertig sein, wenn es doch nur genug Wasser geben würde auf diesem öden roten Planeten oder zumindest keine Mutanten. Letztere werden nämlich von der Gesellschaft auf dem Mars mehr als nur verachtet, dabei haben wir allerhand anderes Gesindel wie Gauner, Bettler, Mörder oder einfach Freudendamen am Start.  Diese machen eigentlich mehr Ärger, als die eigentlichen Mutanten, die jegliche gefährlichen oder einfach zu anstrengenden Arbeiten vollführen müssen. Dennoch muss ja irgendjemand in diesem Dreckslock für Ordnung sorgen, und wenn uns schon die gierigen Konzerne bezahlen, warum nicht dann wir?

Daher übernehmen wir die Rolle von Zacharias, einem Technomancer, eine Art Eliteeinheit die Polizei spielt. Jene sorgen angeblich für Recht und Ordnung und sind mit speziellen Kräften gesegnet, die es ihnen ermöglicht Elektrizität auf gewisse Art und Weise nutzen zu können. Die Story spielt dabei generell um die Politik zwischen den Konzernen, aber auch was von außerhalb auf einen zu kommt und wir stehen da zwischen den Fronten. Auch möchte eine weitere Gruppe von Technomancer unter dem Namen Aurora ihre Ansichten voranbringen, welches nicht nur mit Worten getan wird.

The Technomancer

Quelle: Focus Home Interactive

Storytechnisch haben die Entwickler sich leider ein wenig vergeigt. Der Hauptcharakter Zacharias bleibt relativ blass, gerade am Anfang wirkt er wie ein Hund an der Leine, der treudoof alle Befehle ausführt ohne sie zu hinterfragen, während dem Spieler schon extrem fix auffällt, dass irgendwas nicht stimmt. Diese schwache Darstellung des Charakters bleibt jedoch auch später so erhalten. Doch zum Glück zieht sich das eher konsequent durch, da auch die NPC’s relativ blass bleiben. Die Story selber könnte sogar recht nett sein, wäre nicht zu vieles vorhersehbar, womit der Spannungsbogen leider ausbleibt. Dennoch nimmt die Geschichte gut Fahrt auf, sobald man einmal das Startgebiet verlassen kann. Danach erlebt man Verfolgungen, politisches Intrigenspiel und lernt mehr Facetten kennen der Welt. Jedoch muss man bis dahin schon gute fünf Stunden durchhalten.

Kampfsystem ala Witcher?

The Technomancer

Quelle: Focus Home Interactive

Gerade nach The Witcher 3 scheint es, als ob kommende Titel sich ein wenig von dem Action-orientierten Kampfsystem abschauen wollen. Dies ist auch nichts schlechtes, wenn man es dann auch so hin bekommt. Im Grunde funktioniert das auch bei The Technomancer, hakelt aber an kleineren Stellen. Mit Waffenarten wie Dolch und Pistole, Streitkolben oder auch Kampfstab können wir unseren Gegner in Echtzeit vermöbeln und auf Knopfdruck auch Stil und Waffe wechseln und auch unsere Technomancer-Fähigkeiten nutzen. Diese erlaubt eine Vielfältigkeit, die mit Ausweichrollen oder Einsatz von Items noch gut kombiniert werden. Jedoch kann das ganze Kampfgeschehen schnell unübersichtlich werden, da oft Masse statt Klasse die Regel ist. Auch gibt es kleine unglückliche Fehler die bisschen stören. Zum Beispiel müsst ihr bei einem Gegner in eine Art Arena rein. Vorher wird euch schon gesagt, dass eine bestimmte Waffenart von Vorteil ist. Sobald der Kampf startet, seid ihr auch mit dieser Waffe ausgerüstet, auch wenn ihr gar nicht in dem Baum geskillt habt. Dies ist jetzt nicht schlimm, aber man sieht, dass die Entwickler nicht an allen Stellen nachgedacht haben.

The Technomancer

Quelle: Focus Home Interactive

Das schlimmere am Kampfsystem sind hingegen eure KI Gefährten. Dumm wie Stroh trifft es hier nämlich genau, auch wenn ihr mit diesen Beziehungen ala Bioware Spiele eingehen könnt. Taktisch könnt ihr bestimmen, ob eure Begleiter eher defensiv oder offensiv agieren sollen. Wäre auch schön wenn sie dies tun. Euer Heiler rennt aber gerne mit gezogener Fernkampfwaffe zu den Gegnern und legt sich schlafen, euer Schütze hat einfach keine Lust zu schießen und schaut euch beim Sterben zu. Solche Fehler stören da schon wesentlich mehr. Wenigstens werden eure Gefährten, von denen ihr zwei mitführen dürfte meistens, selber wieder ins Leben zurück gerufen, sollten sie das Zeitliche segnen.

 

Zacharias entwickelt sich

The Technomancer

Quelle: Focus Home Interactive

Was darf in einem Rollenspiel nicht fehlen? Richtig die Charakterentwicklung. Hier bietet The Technomancer auch eher einfache Standard Kost. Bei Talenten dürft ihr Fähigkeiten wie Charisma, Schlösserknacken, Tarnung, Erkundung, Wissenschaft oder Herstellen skillen. Dadurch habt ihr dann z.B. die Möglichkeit Kämpfe friedfertig zu lösen, mehr Informationen aus Gesprächen herauszubekommen. Schlösser knacken erlaubt es euch Truhen zu öffnen, hier verzichtet man auch zum Glück auf ein Minispiel, während Tarnung es euch erlaubt ungesehen an Feinden vorbei zu schleichen und kritische Treffer zu landen.

Von den Skills könnt ihr euch auf einen von drei Pfaden spezialisieren. Zur Auswahlen stehen Gauner, Wächter oder Kämpfer, die alle auf spezifische Waffen spezialisiert sind. Für eure Technomancer Fähigkeiten gibt es nochmal einen extra Baum, der auch in passive und aktive Fähigkeiten unterteilt. Gerade diese Fähigkeiten wirken über die Zeit jedoch ein wenig zu mächtig und erlauben euch auch sehr starke Gegner in kurzer Zeit zu Fall zu bringen.

Quests und Entscheidungsfreiheit

The Technomancer

Quelle: Focus Home Interactive

Können uns denn die Quests motivieren alles zu erkunden? Nun ja, nicht wirklich. Sicherlich gibt es verdammt viele Aufträge zu erledigen, gerade in den Dungeons findet ihr auch immer wieder Nebenstränge. Aber viele laufen da auch nach Schema F ab. Hole dies, vertreibe jene, eskortiere Person X. Aber auch andere Sachen wie Recherchearbeit, Verfolgungen und Überzeugung werden mal gefragt. Somit haben wir auf jedenfall abwechslungsreiche Aufträge und nicht immer das gleiche.

Motivieren tut auf jedenfall das Moral System. Immer wieder dürfen wir uns entscheiden, ob wir eher den ehrlichen, guten Pfad beschreiten oder den hinterhältigen bösen. So können wir Mutanten helfen oder töten, uns entscheiden die Wahrheit zu erzählen oder zu lügen und mehr.  Dadurch können wir dann zum einen das eigene Karma verändern, welches Auswirkungen hat, als auch unseren Ruf bei den verschiedenen Fraktionen beeinflussen.

The Technomancer

Quelle: Focus Home Interactive

 

Jedoch fehlt es bei diesen Entscheidungen oft an Dramaturgie, was zum einem an der plumpen Situation liegt, als auch an Bugs, die die Stellen beeinflussen. So gibt es vor allem Probleme zwischendurch bei den Untertiteln, die nicht immer von Qualität zeugen oder Fehler haben, aber auch Texturen oder Details fehlen einfach mal.

Daher ist die Optik des Titels zwar ganz nett und gerade die großen Bossen sind doch schon beeindruckend, aber abseits davon ist die restliche Optik, als auch die englische Synchronisation nur mittelmäßig. Das ist natürlich schade.

Fazit

The Technomancer ist im Grunde gesagt solide und spielt im Mittelmaß, mehr nicht, aber auch nicht weniger. Durchaus hatte ich meinen Spaß mit dem Titel, aber gerade der zähe Beginn und die blassen Charaktere sorgen dafür, dass man sich hin und wieder durchbeißen muss bei dem Titel. Da ist es bei Spiders irgendwie ein bisschen verflucht. Im Grunde hat das Studio gute Ideen, aber ihre Titel spielen alle nur in den mittleren Wertungen und erreichen nie das Niveau, was sie wohl haben könnten. Dafür sind leider sowohl die Schreiber als auch die Programmierer entweder zu sehr abgelenkt oder keine Ahnung was mit ihnen los ist, dass sie ihr volles Potential ausschöpfen. Wünschen tue ich es Ihnen aber, denn The Technomancer zeigt auch, dass da noch mehr drin ist. Wer also aktuell nach einem Spiel sucht, um die Zeit zu den nächsten großen RPG’s zu überbrücken, der sollte sich den Titel doch mal anschauen. Ihr müsst aber ein wenig eure Werte runterschrauben und auch mal ein paar Bugs verschmerzen können. Dann kann man mit dem Titel seinen Spaß haben.

Good

  • Flexibles Kampfsystem
  • Beeindruckende Bosse
  • Viele Möglichkeiten den eigenen Weg zu beschreiten
  • Viele Questarten

Bad

  • Blasse Charaktere
  • Starke KI Schwankungen bei Freund und Feind
  • Story vorhershbar und zäher Einstieg
  • Synchronisation selbst im Englischen nur mittelprächtig
  • Viele kleinere Bugs
  • Crafting und Schlösserknacken eher nutzlos
  • Deutsche Untertitel mit Fehlern
6.8

Okay

Gamer aus Leidenschaft, Nerd aus Liebe, Liebhaber aller KonsolenBei Fragen, Anregungen, Wünschen oder einfach Small Talk schreibt mir an sascha.mensfeld@gamersplatform.de

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