Wolfenstein 2: The New Colossus im Test

B.J. Blazkowicz ist zurück und ist bereit, einmal mehr den Nazis in den Hintern zu treten. Wir haben einen Blick auf das am 27.10.2017 erschienene Wolfenstein: The New Colossus geworfen, und verraten euch in diesem Test, ob es sich für uns gelohnt hat, und für euch lohnen könnte.

Schon wieder ein Koma

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Quelle: Bethesda

An das Ende von Wolfenstein: The New Order werden sich die meisten von euch sicherlich noch erinnern, falls das aber nicht der Fall ist oder ihr den ersten Teil noch nicht gespielt habt, keine Sorge, ihr bekommt einen äußerst Umfassenden Rückblick zu sehen. Nach diesem Rückblick könnt ihr auch nochmal festlegen, wen ihr im ersten Teil gerettet habt, damit die Story auch schön konsistent bleibt. Teil 2 setzt nun unmittelbar dort an, wo der erste Teil aufgehört hat: Blaskowicz liegt schwer verletzt in Totenkopfs Basis und genehmigt den Atomschlag – nun kommen ich seine Mitstreiter zur Hilfe und holen ihr noch kurzerhand aus der Basis. Was folgt sind fünf Monate Koma und eine Verletzung, auf die ich nun aus Spoiler-Gründen nicht weiter eingehen will.

Neben der üblichen zu gleicher maßen mit Humor als auch Ernst gespickten Story, bekommt man auch immer wieder tiefe Einblicke in die Kindheit des Protagonisten, welche von einem fröhlichen Familiendasein kaum weiter entfernt sein könnte. Diese Szenen sind allerdings sehr gut und stimmungsvoll eingebaut, weswegen sie eine echte Bereicherung für das Spiel und vor allem das Bild des Charakters sind. Die humorvollen Komponenten lockern das alles aber wieder etwas auf und sorgen für den ein oder anderen Schmunzler.

Wolfenstein 2

Quelle: Bethesda

Das neue Hauptquartier des Wiesenau-Widerstands ist die in The New Order gestohlene Hammerfaust, das größte U-Boot des Regimes. Dieses fungiert als Ausgangspunkt für Haupt- sowie Nebenquests oder man sammelt diverse Collectibles und spielt etwas Wolfenstein 3D an einem der Spielautomaten. Bei meinem ersten Besuch auf der Hammerfaust war ich etwas überrascht, wie vollgepackt dieses U-Boot ist: überall gibt es etwas zu sammeln, zu sehen oder auch einfach nur das ein oder andere Gespräch zu belauschen. Das gilt aber eigentlich auch für alle anderen Level – Umsehen ist hier ein echter Mehrwert.

Wenn man bei getöteten Kommandanten immer fleißig Enigma-Codes sammelt und diese dann durch ein Minispiel entschlüsselt, schalten sich Nebenaufgaben frei, die jederzeit auf der Hammerfaust startbar sind. Diese schicken euch an einen bestimmten Ort, an welchem ihr einen hochrangigen Offizier erledigen müsst – ein kleiner Zeitvertreib eben. Dadurch schaltet ihr dann neue Verbesserungen für Blaskowicz frei.

Gewohnt gute Kämpfe

Wolfenstein ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Shooter. Wie schon im Vorgänger ist der eigentliche Shooter-Part wirklich gut gelungen und macht rundum Spaß. Gesundheit regeneriert sich automatisch um ein paar Punkte, bis Medikits hermüssen und Rüstung liegt auch überall herum. Wenn man sich in den Levels gut umschaut, findet man immer etwas um sich zu heilen oder die Rüstung zu verstärken – auch wenn das mitten im Gefecht schwierig sein kann. Richtig schwierig wird’s allerdings schnell, denn ohne Taktik ist schon ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad „Lass sie nur kommen!“ gibt’s was auf die Mütze, wenn man Kopflos in die Menge stürmt. Gerade run-and-gun lässt sich hier kaum durchsetzen, da sollte man lieber einen niedrigeren Schwierigkeitsgrad wählen. Gerade in den höheren Schwierigkeitsstufen empfiehlt es sich nämlich, ab und zu den Schalldämpfer oder die Wurfaxt zu nutzen – zumindest um die Kommandanten auszuschalten, dass sie keine Verstärkung mehr rufen können.

Wolfenstein 2 (2)

Quelle: Bethesda

Geht es dann ans Ballern so hat man in The New Colossus ebenfalls die Möglichkeit zwei Waffen auf einmal zu ziehen, diesmal kann man sogar selbst auswählen was für eine Waffe in welche Hand soll. Das bringt auf jeden Fall noch eine weitere kleine taktische Komponente mit ein (und Spaß macht es auch). Außerdem ist es möglich, die Waffen noch zusätzlich anzupassen, etwa mit speziellen Munitionstypen oder Visieren.

Blaskowicz kann sich auch selbst etwas verbessern – bitte hier aber nicht an ein richtiges Skillsystem denken. Im Prinzip verbessert man genau die Fähigkeit, die man im Kampf regelmäßig einsetzt. Die Verbesserungen laufen nach Art „Töte X Gegner mit Y“ ab, danach schaltet man den Vorteil frei. Simpel und automatisch, so soll das bei einem Shooter auch sein.

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Quelle: Bethesda

Technik und Grafik

Technisch läuft Wolfenstein: The New Colossus ziemlich sauber, leider ist aber die Lippensynchro in Cutscenes nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Ärgerlich ist auch, dass das Spiel bei der Waffenauswahl nicht eingefroren oder zumindest verlangsamt wird, denn leider ist die Waffenauswahl im Akimbo-Modus (zwei Waffen-Modus) in einer hektischen Situation leicht mit Fehlern verbunden, wodurch man schnell die falsche Waffe ausgerüstet hat und noch während der Korrektur der Game-Over-Screen erscheint.

In Sachen Grafik hingegen macht das Spiel eine sehr gute Performance. Explosionen sehen toll aus, Feuern in einer dunklen Umgebung erhellt die Szenerie, die Animationen sind flüssig und realistisch, … Das Gesamtpaket stimmt hier eben.

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Quelle: Bethesda

Fazit

Als Spieler der bereits den ersten Teil von Wolfenstein sehr mochte bin ich mit dem Nachfolger Wolfenstein: the New Colossus eigentlich rundum zufrieden. Was der erste Teil gut gemacht hat wurde übernommen und einige Aspekte wurden sogar noch verbessert. Gerade der verbesserte Akimbo-Modus sorgt für ordentlich Abwechslung, auch wenn die Auswahl im Kampf etwas schwierig ist. Der Gewaltgrad im Vergleich zum Vorgänger hat deutlich zugenommen, ist aber ungeschnitten in Deutschland – wer also schon immer mal einem Regime-Soldaten mit einer Axt die Beine abhacken wollte: jetzt ist das möglich. Der eigentliche Shooter-Part macht auch hier wieder richtig Spaß und bietet i höheren Schwierigkeitsgraden genügend herausfordernde Situationen um auch hardcore-gamer zu beschäftigen.

Good

  • Nochmals verbessertes Kampfsystem
  • Detaillierte Umgebungen
  • Verschiedene Upgrades für Waffen und Charakter
  • Schleichen auch möglich

Bad

  • Nebenmissionen sehr gleichförmig
  • Lippensynchro mit Aussetzern
9.2

Erstaunlich

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause. Noch Fragen oder Anregungen? - chris.holzheu@gamersplatform.de

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