Dishonored: Der Tod des Outsiders – was bietet der Standalone?

In diesem Test widmen wir uns dem neuen Standalone-DLC von Dishonored 2 namens „Dishonored: Der Tod des Outsiders“, worum es sich hierbei handelt, kann man wohl schon dem Titel der Erweiterung entnehmen. Ob sich der Kauf der rund 30 Euro teuren Ergänzung lohnt, erfahrt ihr in diesem Test.

Den Outsider töten

Dishonored Der Tod des Outsiders (2)

Quelle: Bethesda

Wie der Titel schon vermuten lässt, habt ihr in Dishonored: Der Tod des Outsiders die Mission, den Outsider zu töten. Diesmal schlüpft ihr in die Rolle von Billie Lurk, welche man bereits aus den Vorgängerspielen kennen sollte. Wer die Vorgänger nicht kennt und mit diesem namen dementsprechend auch nicht viel anfangen kann, dem sei gesagt, dass es auch nicht nötig ist. Wenn man nicht unbedingt jede noch so kleine Notiz im Spiel verstehen will, so lässt sich das Spiel auch getrost ohne Vorkenntnisse genießen. Das wichtigste wird nämlich im Rahmen der Erweiterung erläutert. Kurz zusammengefasst: Billie und (der auch bekannte) Daud beschließen, den Outsider zu töten – kein Wunder, nachdem Daud auch schon immer der Ansicht war, dass der Outsider für die Verdorbenheit der Welt verantwortlich ist, da der Outsider den Assassinen ihre Kräfte verleiht und diese erst dadurch zu Mördern werden. Das ist der Kern der Handlung, welche kaum Abzweige nimmt und insgesamt eher geradlinig verläuft. Während den ganzen fünf Kapiteln, welche insgesamt rund 6-8 Stunden Spielzeit liefern, spielt man ausschließlich Billie, während Daud kaum mehr als der Auftraggeber ist. Insgesamt ist die Story typisch Dishonored eben, man sollte keine all zu tiefen Charaktere erwarten und auch von der Erzählung her keinen voll ausgeschriebenen Roman. Leider werden dem Spieler hier in sachen Erzählung einige Freiheiten genommen, den Entscheidungen kann man quasi keine treffen, zumindest nicht bis zum absoluten Ende, dazu später nochmal mehr.

Neue Kräfte laden zum Experimentieren ein

Dishonored Der Tod des Outsiders (2)

Quelle: Bethesda

Wie bei den vorigen Dishonored-Teilen hat man natürlich hohe Ansprüche an den Detailgrad und Realismus der Umgebung -und hier enttäuscht der Standalone auch nicht. Egal, wo man sich gerade befindet, man hat immer das Gefühl, dass die Welt um einen herum lebendig ist. In den Innenräumen liegen überall Dinge herum, so als ob vor wenigen Minuten noch jemand daran zu Gange war und die Außengebiete sehen auch wieder so aus, als sei jede Ecke genau durchdacht worden.

Dishonored Der Tod des Outsiders (2)

Quelle: Bethesda

Dishonored wäre kein Dishonored ohne die passenden Assassinen-Kräfte! Natürlich darf man die Fähigkeiten von Billie hier auch schön ausspielen: Platztausch, Weitsicht und Trugbild. Trugbild ermöglicht es beispielsweise, die Identität eines Gegners anzunehmen und sich so auf eine ganz neue Möglichkeit fortzubewegen, nämlich direkt unter Feinden. Dank fehlender Mana-Auffülltränke wird diese Fähigkeit allerdings in gewisser weise gedeckelt, so dass man nicht durchgängig unter Feinden wandern kann. Die Manaleiste füllt sich jetzt nur noch von alleine auf. Platztausch ist quasi ein normaler Teleport, abgesehen davon, dass man einen Teleport-Marker setzen kann, den man auch noch kurze Zeit später verwenden kann. Die Kraft Weitsicht hingegen ermöglicht es, in den Beobachtermodus zu wechseln und so schon mal die Umgebung auszukundschaften und Gegenstände oder auch Feinde zu markieren. Diese beiden Kräfte lassen sich zudem auf sehr gute Weise miteinander kombinieren, so kann man zum Beispiel den Beobachtermodus nutzen, um den Teleportmarker zu platzieren und sich daraufhin zu Plätzen zu begeben, welche man ohne diese Kombination niemals erreicht hätte – ein sehr schönes Feature für die, die gerne mal die Karte auskundschaften oder einfach gut ausnutzen wollen. Wie schon in den Vorgänger-Teilen von Dishonored spielt sich das Spiel ohne diese Fähigkeiten zwar auch, macht aber etwas weniger Spaß wegen fehlender Abwechslung.

Wer will, der kann seine Färtigkeiten neben der Hauptstory auch noch in diversen Nebenaufträgen unter Beweis stellen. Diese Nebenaufträge lassen sich zu jeder Hauptmission zusätzlich annehmen, dabei sind das in der Regel kleinere Umwege, bei denen man die ein oder andere Person erledigen, etwas stehlen oder auch sabotieren muss. Für diese Aufträge bit es Geld, mit welchem sich neue Ausrüstung kaufen lässt, allerdings lässt es sich auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden auch ohne viele Upgrades gut spielen.

Kein Neuladen beim Entdecktwerden mehr nötig

Dishonored Der Tod des Outsiders (2)

Quelle: Bethesda

Wenn ich an Dishonored denke, denke ich auch immer wieder an das ein oder andere neuladen nachdem ich entdeckt wurde oder die schnell einsetzende Reue, wenn ich einfach mal jeden Gegner in der Umgebung umgehauen habe. Warum? Natürlich wegen dem Chaos-System im Hintergrund. Ob man dieses System mag oder nicht, ist jedem selbst überlassen, immerhin gibt es gute Argumente für beide Seiten. Nachdem zwei Spiele dieses System bereits hatten, wollten die Arcane Studios nun wohl mal etwas neues versuchen, denn dieses System findet im neuen Teil keinen Platz mehr. In diesem Standalone kann man gerne auch mal wie Rambo jeden niederknüppeln ohne Konsequenzen zu erwarten. Meiner Meinung nach waren die Wachen auch etwas aufmerksamer als in den Vorgänger-Teilen und lassen es so seltener zu, dass ich unbemerkt an ihnen vorbei kam – praktisch natürlich, wenn das Chaos-System dann sowieso nicht greift. Die ein oder andere schwierige Situation lies sich so viel entspannter lösen. Das bedeutet natürlich auch, dass man also auch damit keinen Einfluss auf die Welt oder den Spielverlauf nehmen kann. Sprich: bis zum Ende wird jeder Spieler so ziemlich das gleiche erleben.

Fazit

Technisch sauber, viele Details und Möglichkeiten vorzugehen und verschenktes Potential in Sachen Charakter und Geschichte. Also eigentlich ein typisches Dishonored. Mich persönlich stört die fehlende Tiefe bei den Charakteren nun wirklich nicht und schon wie bei den Vorgängern, werden mir diese wohl nicht all zu lange in Erinnerung bleiben. Was mir allerdings in Erinnerung bleiben wird, sind diverse Gameplay-Aspekte und Situationen, die während des Spielverlaufes aufgetreten sind. Wenn man also nicht all zu viel Wert auf Charaktere und co. legt, kann man mit Dishonored: Der Tod des Outsiders eine Menge Spaß haben. der für knapp 30 Euro erhältliche Standalone-DLC ist sowohl für Dishonored-Fans als auch für Neulinge gut geeignet und sicherlich einen Blick wert.

Good

  • Technisch einwandfrei
  • Hoher Detailgrad
  • Tolle Kräfte und Kombinationsmöglichkeiten

Bad

  • Verschenktes Potential an Charakteren
  • Tiefe der Story fehlt
8.5

Toll

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause. Noch Fragen oder Anregungen? - chris.holzheu@gamersplatform.de

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