Destiny 2 im Test – Kann Activision punkten?

Activision bringt mit Destiny 2 den nächsten Teil der Destiny-Reihe auf den Markt. Ob dieses Spiel an seinem Vorgänger vorbeiziehen und enttäuschte Fans wieder zurück bringen kann, erfahrt ihr hier im Test.

destiny 2

Quelle: Activision

Aller Anfang ist schwer

Nach drei Jahren legt Activision zusammen mit Bungie endlich nach, Destiny 2 ist nun rund eine Woche auf dem Markt und zieht mich, nach ein Paar anfänglichen Schwierigkeiten, in seinen Bann. Da kommen wir auch direkt zum Thema, als jemand der den ersten Destiny Teil nicht gespielt hat, hatte ich Schwierigkeiten mich in das Spiel einzugewöhnen. Die Steuerung sowie das Gameplay wurden nicht sehr ausführlich erklärt, was mich in die ein oder andere verzwickte Lage brachte. Ebenso wird kaum ein Wort über die Hintergrundgeschichte preisgegeben, sodass Neueinsteiger die Geschichte anders wahrnehmen als eingefleischte Destiny Spieler. In Destiny 2 stellt ihr euch als Hüter gegen die Übermacht der Rotlegion. Der letzte sichere Ort der Menschheit wird von dieser überrannt und fällt ihnen in die Hände. Angeführt vom imposanten Kommandanten Ghaul, versucht die Rotlegion an die Macht des Reisenden zu kommen. Als Spieler ist es eure Aufgabe dies zu verhindern und die Rotlegion zu vertreiben.

Destiny 2 4

Quelle: Activision

Kommen wir nun zum Spiel. Am Anfang stehen euch drei Klassen zur Auswahl, der Titan der die Rolle des Verteidigers übernimmt und an der Front antritt, der Warlock der Magie beherrscht um Fernkampfangriffe auszuführen oder Verbündete zu heilen und der Jäger der sich mit flinken Bewegungen den Gegnern entgegenstellt und mit Messern attackiert. Im Laufe des Spiels könnt ihr zusätzlich drei Sub-Klassen freischalten, die jeweils verschiedene Fähigkeiten bieten. Jeder Sub-Klasse ist ein Element zugewiesen, Arkus, Solar und Leere, so bekommen die Charaktere mehr Tiefe und spielen sich immer anders. Ich habe mich für den Jäger entschieden, da dieser mir am meisten zusagt. Zu Beginn starten wir in der europäischen Todeszone, genauer gesagt auf der Farm, um einen Splitter des Reisenden aufzuspüren. Dies ist der zentrale Treffpunkt um sich Ausrüstung zu besorgen, den Schmelztiegel zu betreten oder Quests anzunehmen. Da fing bei mir die Verwirrung an, wo muss ich hin und was kann ich genau machen? Man fühlt sich ein wenig in die Welt geworfen ohne richtig vorbereitet zu sein. Nach ein bisschen rumsuchen und rumprobieren, habe ich endlich die Funktion meines Ghost entdeckt und kam endlich voran.

Springen, schießen, werfen und verstecken

Ungefähr so lässt sich das Gameplay zusammenfassen, wenn man nicht zu sehr ins Detail gehen will. Als Jäger hat man die Fähigkeit Doppel- und sogar Dreifach-Sprünge auszuführen um auszuweichen und sich in die richtige Position zu bringen. Ohne diese Fähigkeit würde der Jäger sehr schnell zum gejagten werden, gerade wenn man Solo unterwegs ist. Öfter Mal kommt man in die Situation sich mit wenig Leben durch die Schlacht schlagen zu müssen, da ist es ganz hilfreich sich schnell mit ein paar akrobatischen Sprüngen in die nächste Deckung zu begeben. Besonders zu Beginn kommt es vor, dass man nur ein paar Schritte in die falsche Richtung geht und deutlich stärkeren Gegnern über dem Weg läuft. Da hilft meist nur rennen, falls man nicht mit einem Squad unterwegs ist.

destiny 2 1

Quelle: Activision

Neben Quest gibt es noch Events die man alleine oder gemeinsam mit anderen bestreiten kann, obwohl die Chance ein Event alleine zu gewinnen schon wirklich gering ist. Aufgabe kann es zum Beispiel sein, eine Waffenlieferung der Rotlegion aufzuhalten. Natürlich lässt die Rotlegion dies nicht einfach zu und stellt euch mächtige mechanische Spinnen in den Weg. Mit normalen Waffen lassen sich diese Gegner kaum besiegen, daher sollte man sich auf die Schwachstellen beschränken um Teile der Maschine abzusprengen, mit denen ihr Zugriff auf stärkere Waffen bekommt. Für PvP Liebhaber ist der Schmelztiegel genau das Richtige. In 4v4 Matches könnt ihr gegen andere Spieler antreten und eure Stärke beweisen. Die Modi unterteilen sich in „Kontrolle“, „Überleben“ und „Countdown“, die alle drei keine große Überraschung sind. In „Kontrolle“ müssen die Spieler bestimmte Orte auf der Map erobern und halten. Das jeweilige Team das alle drei Punkte eingenommen hat, bekommt zusätzliche Abschussboni um seine Punkte zu erhöhen. In „Überleben“ hat jedes Team ein Limit von 8 Leben, wenn diese aufgebraucht sind heißt es aufpassen. Gewinner ist, wer das gegnerische Team als erstes auslöscht. Als letztes gibt es noch „Countdown“, die Teams sind unterteilt in „Angreifer“ und „Verteidiger“, als „Verteidiger“ ist es eure Aufgabe eine Bombe zu platzieren und zu verteidigen. Die Angreifer versuchen dies zu verhindern oder das andere Team vorher auszulöschen um das Spiel für sich zu gewinnen. Gerade im letzten Modi ist es wichtig die Map zu kennen, um die möglichen Bomben-Plätze ausfindig zu machen. Nach ein Paar lockeren Runden kommt man schnell in die Modi rein, auch jemand wie ich der nicht so ein Shooter-Ass ist, kann dort mal einen Erfolg verbuchen.

Bunte Waffen, kahle Welten

Ein wichtiger Teil von Destiny 2 sind natürlich die Waffen, ob Impulsgewehr, Schrotflinte Handfeuerwaffe oder Maschinenpistole, in Destiny 2 ist für jeden etwas dabei. Je nach Qualitätsstufe erhalten die Waffen besondere Boni bzw. Effekte, dadurch kann zum Beispiel eine halbautomatische Waffe zu einer Automatik Waffe werden, wenn man die Schusstaste gedrückt hält. Alle Waffen fühlen sich unterschiedlich an und lassen sich anders bedienen. Dadurch entsteht eine große Varianz und jeder Spieler findet die geeignete Waffe für sich. Das selbe gilt natürlich auch für die Ausrüstungsgegenstände, je nachdem wie man seine Klasse spielen möchte gibt es verschiedene Möglichkeiten, als Verteidiger sorgt man dafür, dass sich die Lebensleiste wieder schneller füllt, als Jäger kann ein Speed-Buff sehr nützlich sein.

destiny 2 2

Quelle: Activision

Wie in vielen MMO’s hat auch Destiny 2 das Problem, dass die Welten an sich schön aussehen, aber abseits davon nicht viel los ist. Schön gestaltete Planeten, aber keine Kreaturen oder sonstiges Leben, etwas mehr Belebtheit hätte ich mir dann doch erhofft. Schaut man sich etwas um merkt man sofort, dass die Welten eigentlich nur aus Gegnern bestehen. Ab und an entdeckt man mal eine Kiste mit Loot oder Pflanzen die man aufsammeln kann, nach einer belebten Fauna sucht man jedoch vergebens. Das ist natürlich meckern auf hohem Niveau, Leute die hierauf nicht so viel Wert legen, werden ihren Spaß haben.

Fazit

Ist Destiny 2 nun Top oder ein Flop? Ich würde sagen, dass Activision mit dieser Fortsetzung ein gutes Spiel geschaffen hat, die Story macht Spaß und hält den Spieler bei Laune. Etwas gänzlich Neues ist Destiny 2 jedoch nicht, es hat mit denselben schwächen zu kämpfen wie die meisten MMO’s und wird schwer die enttäuschten Fans des ersten Teils zurückgewinnen. Wer als Neueinsteiger an die Sache ran geht wird seinen Spaß haben, wenn er die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden hat. Besonders die Waffen und verschiedenen Fähigkeiten der Klassen haben mir sehr gefallen und bieten eine gute Abwechslung. Destiny 2 ist definitiv für Multiplayer ausgelegt und sollte auch so gespielt werden um das ganze Potential zu entfachen, ob nun für PvE oder PVP.

Videoquelle: YouTube | destinygame

Good

  • Gut erzählte Story
  • Schöner Koop und PvP Modus
  • Große Auswahl an Waffen und Ausrüstung
  • Spannende Charaktere
  • Schönes Skill-System

Bad

  • Nicht sehr einsteigerfreundlich
  • Kahle Welt
8.3

Toll

Lost Password