Und es geht doch! – Halo Wars 2 im Test

Wer hätte gedacht, dass Halo Wars einen Nachfolger spendiert bekommt. Zwar waren die Verkäufe okay, aber Strategiespiele haben es ja ohnehin schon nicht einfach auf Konsolen. So war es logisch, Halo Wars 2 auch per Windows Store auf den PC zu bringen, neben der Xbox One natürlich. Letztere Version habe ich reichlich gespielt und verrate euch nun, warum das Spiel in mir einen ganz besonderen Wunsch entfacht hat.

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Was für ein Erwachen

Halo Wars 2

Quelle: Microsoft/ 343 Industries/ Creative Assembly

Die Crew der Spirit of Fire erwacht überraschend aus dem Kryoschlaf auf. Standort und Umstände sind unbekannt. Somit erwachen die Menschen auf dem Raumschiff 30 Jahre nach den Ereignissen des ersten Halo Wars. Die Allianz ist nicht mehr relevant für die Crew, denn ein anderer Feind hat jene zu seinem Eigen gemacht und stellt eine noch immensere Gefahr dar. Die Arche, eine mysteriöse Konstruktion der Blutsväter wird zum Schauplatz eines gewaltigen Krieges. In 12 Kampagnen Missionen gilt es Atriox und sein Heer zu bezwingen. Die Aufträge sind dabei unterschiedlich aufgebaut. Während man in der einen Mission Punkte einnehmen muss, oder Basen zerstören muss, ist eine andere sogar wie ein Tower Defense Spiel aufgebaut. Zudem gibt es weitere abwechslungsreiche Verknüpfungen zwischen Story und Mission, die reichlich Spaß aufkommen lassen. Unheimlich lange hält die Kampagne aber nicht bei der Stange. Nach etwa 6 – 8 Stunden werdet ihr definitiv damit durch sein, aber seine Freude hat man damit definitiv. Doch woran liegt das? Zum einen steckt in dem Strategiespiel nicht nur mehr Story, sondern auch eine bessere als in Halo 5. Zwar bleiben einige Charaktere eher blass und manche Stränge werden etwas schnell abgefrühstückt, dennoch ist die Geschichte rund um Cpt. Cutter durchweg interessant und unterhaltsam. Zudem sorgen die hervorragenden Zwischensequenzen, die leider viel zu selten vorkommen, für eine tolle Atmosphäre. Bombast Inszenierung sei Dank. Noch schöner ist da nur noch die Möglichkeit, die Kampagne auch im Koop-Modus mit einem Mitstreiter zu spielen.

Zugänglich und trotzdem tatkisch

Halo Wars 2

Quelle: Microsoft/ 343 Industries/ Creative Assembly

Aber werfen wir doch mal einen genaueren Blick auf das Spiel, und zwar erst mal den strategisch-wirtschaftlichen Bereich. Zugegeben das ist nicht der größte Bereich, aber ich werde gleich noch dazu kommen warum das nicht mal tragisch ist. Man kann ein einem festen Punkt seine Basis bauen. An dieser hängen wiederrum 4 Bauplätze für weitere Gebäude. Die Hauptbasis lässt sich zudem ausbauen, sodass mehr Gebäude anbaubar sind. Auch Geschütze lassen sich an den Kanten platzieren. Viele Gebäude Typen muss man nicht auswendig lernen. Es gibt zwei Rohstoff Produzenten, denn zum einen braucht man Energie und zum anderen Nachschub. Beide haben ihr jeweiliges Gebäude, welches man auch noch erweitern kann. Nachschub benötigt man hauptsächlich für Einheiten, während die Energie hauptsächlich für unsere Bauten und Erweiterungen drauf geht. Auf der Map lassen sich diese Rohstoffe zudem zusätzlich finden, doch nur unsere beiden Fabriken sorgen für einen regelmäßigen Nachschub. Mit der Hauptbasis können wir auch erste Einheiten produzieren, jedoch nur einfache Soldaten. Etwa für die Flammenwerfer schwingenden Kollegen brauchen wir eine Kaserne, zudem gibt es für Bodenfahrzeuge und Luftfahrzeuge ein eigenes Gebäude.

Halo Wars 2

Quelle: Microsoft/ 343 Industries/ Creative Assembly

Die Variation verschiedener Einheiten ist leider jedoch relativ begrenzt, hier hätte ich mir wirklich ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht. Wer sich aber schon seufzend denkt, Halo Wars 2 sei dann ja viel zu simpel, der sollte sich zurücklehnen und weiter lesen. Denn die Entwickler setzen Fokus auf den Namen, so liegt das Augenmerk eben auf „Wars“. Und das wird richtig gut umgesetzt. Denn ich habe im Vorfeld schon damit gerechnet, dass die Steuerung mit Controller funktionieren wird, aber dass man Maus & Tastatur dennoch vermisst. Schließlich gab es mit Schlacht um Mittelerde oder Endwar bereits einige gute Beispiele für eine solide Controller Umsetzung. In Halo Wars 2 hat man sich aber wirklich übertroffen. Mit A kann man ganz normal eine Einheit auswählen, wenn man die Taste gedrückt hält, kann man wie mit der Maus einen Kreis ziehen und mehrere Einheiten auswählen. Noch einfacher geht es aber über RB, damit lassen sich nämlich alle Einheiten direkt auswählen, die auf dem Bildschirm zu sehen sind, zwei mal RB gedrückt, und schon sind alle Einheiten auf der gesamten Map ausgewählt. Es ist so simpel, aber tatsächlich arbeite ich damit hauptsächlich in dem Spiel. Wenn ich meine Meute ausgewählt habe, kann ich auch natürlich einsehen, welche Einheit in welcher Menge vorhanden ist, mit RT kann ich sogar zwischen den verschiedenen Typen schalten und auf Wunsch dann auch nur diese kommandieren. Das macht nicht nur theoretisch unheimlich viel Sinn, es wurde auch einfach hervorragend umgesetzt. Die Bewegung über die Map funktioniert zudem schnell und geschmeidig. Mit LB kann ich die Cursor Geschwindigkeit erhöhen und mit dem Steuerkreuz kann ich mich schnell zu bestimmten Punkten teleportieren, wie etwa meiner Hauptbasis, meiner Armee oder einem aktuellen Gefecht. Daher habe ich die Maus nicht vermisst, schließlich haben es die Entwickler geschafft, alle wichtigen Befehle irgendwie auf den Controller zu übertragen, ohne dass man damit überfordert ist.

Spielt sich besser als es aussieht

Somit spielen sich die Kämpfe sehr souverän, auch in hektischen Lagen kann man Überblick und Kontrolle wahren. Dank der vernünftigen KI kommen auch wenige Frustmomente auf. Auch das Balancing ist sehr gelungen, was aber aufgrund der recht überschaubaren Anzahl verschiedener Einheiten eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Dennoch machen die Kämpfe richtig Spaß, denn auch wenn es nicht so viele verschiedene Typen von Einheiten gibt, sie sind dafür komplett verschieden und sorgen für reichlich spannende Gefechte. Basen zerstören, Posten erobern, Rohstoffe suchen, die Map erkunden, kleine Mini Basen errichten. Das Konzept klingt simpel, scheint simpel und bietet trotzdem irgendwie so viel, dass ich kaum genug davon bekomme.

Halo Wars 2

Quelle: Microsoft/ 343 Industries/ Creative Assembly

Natürlich bietet Halo Wars 2 noch etwas anderes als die Kampagne. So können auch normale Gefechte gegen die CPU oder gegen menschliche Gegner im Multiplayer bestritten werden, verschiedene Modi gibt es selbstverständlich auch, sodass für Spaß und Abwechslung gesorgt ist. Die Matches verlaufen zudem flüssig und ohne technische Schwierigkeiten, zumindest konnte ich keine Komplikationen feststellen. Leider spielt hier etwas die Tatsache entgegen, dass man auf lediglich zwei Fraktionen zugreifen kann. Hier hätte ich mir zumindest noch eine dritte Partei hinzu gewünscht, einfach um das Spiel auch über einen weiteren Zeitraum attraktiv zu halten. Ganz neu ist jedoch der Blitz Modus, quasi der Ultimate Team Modus für Halo Wars 2. Hier spielt man Karten mit Einheiten während des Spiels aus, anstatt diese zu produzieren. Man bekommt nur wenige Ressourcen, weshalb gut überlegt sein muss, welche Karte ausgespielt wird, bzw. welche Einheit man haben möchte. So fällt dieser Modus trotz fehlenden Basen-Bau sehr spaßig und taktisch aus. Der Ultimate Team Vergleich kommt aber nicht von ungefähr, denn man kann sich schon denken wie man bestehende Einheiten leveln kann oder neue ergattert. Das geht zum einen klassisch über Level-Ups und natürlich über Käufe von Packs mit Echtgeld. Welcher Weg schneller und einfacher für gute Karten sorgt dürfte ebenfalls logisch sein. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack. An sich ist dennoch für Spaß gesorgt, dass ich diesen Modus trotzdem meide ist eine eher persönliche Überzeugung. Grafisch ist Halo Wars 2 leider nur in den filmischen Zwischensequenzen ein Hingucker, im Spiel selbst wird man nicht gerade mit den schönsten Texturen beglückt. Diese sehen teilweise richtig verwaschen und unscharf auf, die Schatten reichen von okay bis schwach und auch einige Charaktermodelle sehen altbacken aus. Bis auf nette Effekte und schöne Wassertexturen hat das Spiel nur wenige grafische Glanzpunkte, insgesamt geht der technische Eindruck zwar noch in Ordnung, aber da wäre deutlich mehr Luft nach oben gewesen. Immerhin ist das Erlebnis durchgehend ruckelfrei. Zudem ist der Sound stark und die deutsche Sprachausgabe ist wirklich sehr gelungen und runden dieses wunderbare Spiel ab.

Fazit

Halo Wars 2 ist eine kleine Offenbarung für Konsoleros, die einfach keine Strategiespiele bekommen. Neben einer tollen Kampagne, die abwechslungsreich gestaltet wurde und wirklich gut inszeniert ist, erhält man auch einfach ein wirklich durchdachtes Strategie Game. Gutes Balancing, abwechslungsreiche Gefechte und das wunderbare Halo Setting verwandeln Halo Wars 2 in einen gelungen Nachfolger, der seinen Vorgänger sogar noch übertrumpft. Der Fokus liegt auf den Kämpfen, die haben es jedoch in sich und sollten im Multiplayer auch noch über Wochen bei Laune halten. Auf der Konsole wurde besonders auf die Spielbarkeit geachtet und so haben es die Entwickler geschafft, nicht nur den Controller optimal zu nutzen, sondern alle wichtigen Features, die Maus und Tastatur beherrschen, einfach und effektiv auf das Pad zu bringen. So gut steuert sich kein Strategiespiel auf Konsole. Daher kommt man als Fan des Genres kaum um den Titel herum.

Good

  • Hervorragende Gamepad Steuerung
  • Simpel und dennoch mit taktischer Tiefe
  • Gutes Balancing
  • Interessante Story mit abwechslungsreicher Kampagne
  • Kampagne mit Koop-Modus

Bad

  • Kampagne fällt etwas kurz aus
  • Optisch höchstens Mittelmaß
  • Fader Beigeschmack durch Mikrotransaktionen
  • Nur zwei spielbare Fraktionen
8.3

Toll

The Guy who loves Videogames

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