Call of Cthulhu im Test

Passend zu Halloween bietet euch Cyanide Studios, mit Call of Cthulhu, das richtige Spiel um euch in Stimmung zu bringen. Wie Lovecraft schon sagte, „Das älteste und stärkste Gefühl ist Angst, die älteste und stärkste Form der Angst, ist die Angst vor dem Unbekannten.“. 

Ein neuer Fall

Call of Cthulhu

Quelle: Focus Home Interactive

Das ganze Szenario spielt, wie in Lovecraft Romanen üblich, in den 1920er Jahren. Als Edward Pierce, ein Privatdetektiv aus Boston mit Alkoholproblemen, bekommen wir einen neuen Fall, indem wir den mysteriösen Mord der Familie Hawkins aufklären müssen. Nachdem wir den Fall angenommen und unser Glas Whiskey geleert haben, begeben wir uns nach Darkwarter Island um dieser Sache auf den Grund zu gehen.

Call of Cthulhu

Quelle: Focus Home Interactive

Direkt zu Beginn wird einem schon klar, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zu geht. Die Einwohner erzählen etwas von einem schlechten Omen und möchten nicht wirklich etwas mit uns zu tun haben, Fremde sind auf dieser Insel nicht willkommen, man könnte meinen, Blackwater sei Innsmouth, aus dem gleichnamigen Lovecraft Roman “Schatten über Innsmouth”. Die Atmosphäre ist wirklich stimmig und fühl sich “gut” an, da die Umgebung sehr düster ist, aber eine Menge Details aufweist. Spiele dieser Art sollte man unbedingt mit Headset spielen, um den gelungenen Soundtrack und die Geräuschkulisse zu genießen.

Call of Cthulhu

Quelle: Focus Home Interactive

Die Charaktere sind schön in Englisch vertont, jedoch etwas starr in der Bewegung, wodurch ich nicht immer jede Szene ernst nehmen kann. Die Hauptcharaktere haben alle eine ausgereifte und gut geschriebene Geschichte, welche sich perfekt in die Welt einfügt. Durch verschiedene Ereignisse, entwickeln sich die Charaktere weiter. Zum Beispiel werden wird vor die Wahl gestellt, die Wahrheit über den Tod eines Charakters zu verraten oder zu lügen. Je nach Entscheidung reagieren die Personen anders, was den Lauf der Story verändert. Wer sich mit Lovecraft Roman auskennt, der findet schnell kleine Eastereggs und bekannte Namen, aus seinem Universum. R’lyeh, Cthulhu und das Necronomicon tauchen überall in Schriften oder Gesprächen auf, zudem sind die PS4 Trophäen nach seinen Romanen benannt. Viel mehr möchte ich nicht von der Story vorwegnehmen, um Spoiler zu vermeiden.

Kugeln sind Silber, reden ist Gold

Call of Cthulhu

Quelle: Focus Home Interactive

In Call of Cthulhu geht es mehr um Redegewandtheit und die richtigen Entscheidungen zu treffen, als wild umher zu ballern. In Gesprächen werden uns verschiedene Antwortmöglichkeiten geboten, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Gestützt werden unsere Antworten durch das Fähigkeitsmenü, welches uns Pen ‘n Paper typisch, verschiedene Werte skillen lässt. Redegewandtheit, Stärke, Medizin, Okkultismus, Psychologie, Entdeckung und Ermittlung stehen uns zur Auswahl und erweitern unsere Möglichkeiten. Durch Redegewandtheit ist es uns möglich, Menschen zu manipulieren um an unser Ziel zu kommen, hingegen verhilft uns Stärke dabei, Türen zu öffnen oder imposanter in Gesprächen aufzutreten.  Im Laufe der Story erhalten wir Charakterpunkte, um die Werte bis auf Okkultismus und Medizin, zu verbessern. Die anderen beiden Werte können durch das Entdecken von Büchern oder Gegenständen aufgewertet werden. Jedoch kostet uns das Lesen von okkultistischen Büchern einen Teil unseres Verstandes. Okkultismus hilft uns die Geschichte, rund um Darkwater, besser zu verstehen, bzw. Inhalte in Büchern zu verstehen, die sonst undenkbar wären.

Call of Cthulhu

Quelle: Focus Home Interactive

Neben dem befragen von Zeugen, können wir in bestimmten Räumen, verschiedenen Szenen nachstellen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Ähnlich wie in den Batman Spielen, sucht man Details an Wänden und am Boden, um den Tathergang zu ermitteln. Je nachdem, ob man alle Hinweise findet, kann die Tat anders aussehen, jedoch sollte es nicht allzu schwer sein, alle Hinweise zu finden, da diese nicht sonderlich schwer versteckt sind.  Auch kleinere Rätseleinlagen werden uns geboten, die sich nicht wiederholen und dadurch Abwechslung bieten. Zum Beispiel müssen wir anhand von Bildern ein verstecktes Objekt finden. Leider gibt uns das Spiel an manchen Stellen nicht genügend Infos, wodurch uns nur die Möglichkeit für Trial&Error bleibt. Diese Passagen nehmen den Flow raus und zerstören die Atmosphäre. An einigen Stellen müssen wir uns verstecken oder um die Gegner herumschleichen um nicht entdeckt zu werden. Währenddessen sind wir nur mit einem Sturmfeuerzeug und einer Öllampe bewaffnet, welche mit der Zeit an Öl verliert und aufgefüllt werden muss. In Schränken und Lüftungsschächten können wir uns verstecken, diese lassen aber unsere Panik steigern, wodurch uns schwarz vor Augen wird und wir die Orientierung verlieren. Leider nicht so gut in das Spiel eingebaut und eigentlich fehl am Platz, ist der “Shooter”-Abschnitt. Dieser wirkt nicht wirklich rund und ist sehr vereinfacht, als müsste man am Ende noch etwas Geballer in das Spiel einbauen.

War da was?

Call of Cthulhu

Quelle: Focus Home Interactive

Wie schon gesagt, das Spiel will uns wahnsinnig machen, was im Laufe der Story auch passiert. Mal sehen wir eine Hand wo keine ist oder wir ertrinken in einer Gefängniszelle ohne Ausweg. Je mehr wir die Welt erkunden, desto mehr zieht sie uns in den Bann und lässt uns an der Realität zweifeln. Tote Charaktere stehen wieder auf oder waren diese überhaupt tot? Die Realität verschwimmt mit der Illusion und wir können nichts dagegen tun, bis wir auf einmal genauso verrückt sind, wie die Einwohner dieses Walfänger Dorfes. Das Spiel hält sich dadurch an die Welt von Lovecraft, welcher oft über Charaktere schrieb, die auf Dauer dem Wahnsinn verfallen. Wir sind nur ein kleiner unbedeutender Teil in der Geschichte und durch all die Erkenntnisse die wir machen, schafft es unser Kopf diese nicht mehr zu verarbeiten. 

Call of Cthulhu

Quelle: Focus Home Interactive

Gerne hätte ich noch mehr dieser Sanity-Effekte gesehen, leider tauchen diese sehr selten auf und erst am Ende geht es wirklich zur Sache. Eternal Darkness wäre die perfekte Vorlage für dieses System gewesen, welches durch die vierte Wand dem Spieler Sachen vorgegaukelt hat.

Fazit

Call of Cthulhu bringt keine Schande über Lovecraft, jedoch benötigt es gleichzeitig noch kleine Verbesserungen. Die unnötige FPS-Passage hätte man sich sparen können, zudem müsste das Spiel von technischer Seite noch etwas aufpoliert werden, um die Atmosphäre nicht zu zerstören. Jedoch wurde sich sehr viel Mühe mit der Story gegeben und sich an den Autor gehalten, wodurch Lovecraft Fans spaß an dem Spiel haben werden. Die schönen Charaktere und die nahezu perfekte Atmosphäre ziehen einen in seinen Bann, zugleich kommt keine Langweile auf, da die Rätsel und Aufgaben abwechslungsreich sind und sich nicht wiederholen. Für ein paar schaurige Abende ist das Spiel perfekt geeignet.

Videoquelle: YouTube | PlayStation

Good

  • schöne Story
  • gut geschriebene Charaktere
  • nah am Lovecraft Universum
  • guter Soundtrack
  • abwechslungsreiches Gameplay

Bad

  • starre Charaktere
  • unnötiger Shooter Part
  • wenig Sanity Effekte
  • Trial&Error
7.8

Gut

Mag Videospiele, Serien, Filme und Zeugs zum sammeln.

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