Die komplette Geschichte des Master Chiefs vereint – Halo: The Master Chief Collection im Test

Gameplay, das das Genre veränderte

Das Erstlingswerk von Bungie gehörte damals sicherlich zu den Spielen, die das Shooter Genre, besser gesagt das Gun and Run Gameplay, für Konsolen geprägt hat. Lange Zeit hatte man gedacht Shooter mit einem Gamepad zu spielen sei unmöglich und Halo belehrte uns eines besseren. Ein schnelles Spiel das wunderbar inszeniert war und mit dem Zielen keine Probleme hatte. So brauche ich auch keine große Worte darüber zu verlieren, denn ihr wisst alle, dass ihr euch durch verschiedene Levels gegen die Covenant zur Wehr setzt. Dabei schießt ihr mit diversen Waffen um euch, nutzt Granaten und gebt gerne Gegnern mit einem Nahkampfangriff den Rest. Dabei könnt ihr mehrere Alienwaffen finden und ab dem zweiten Teil auch zwei einhändige Schießeisen führen. Insgesamt könnt ihr aber auch nur zwei Waffen gleichzeitig tragen. Auch ein Novum war das Schild, dass euren Protagonisten schützt und sich von selber wiederauflädt, wenn ihr eine Zeitlang nicht getroffen werdet.

Ja viele Mechaniken hat Halo eingeführt und diverse Fahrzeuge konntet ihr auch nutzen. Lustig war vor allem dabei, dass ihr auch Gegner per Konterangriff von Fahrzeugen runterwerfen konntet und selber dann drauf saßt. Doch so zeitlos das eigentliche Gameplay ist, gibt es dennoch viele Sachen die wahrlich gealtert sind. Heute würden wir dafür harte Abzüge geben und da hilft auch keine nostalgische Verklärung. Auch die Halo Spiele haben ihre Macken.

Halo The Master Chief Collection

©343 Industries

Gerade die Steuerung der Fahrzeuge ist mehr als gewöhnungsbedürftig, wenn ihr mit dem linken Stick Gas gebt und dem rechten die Richtung ändert. Dabei steuert sich dann auch ein einfacher Warthog wie ein Panzer. Das Scoping Feature gab es in den ersten Spielen auch noch nicht, bzw. nur bei Sniper Gewehren. Checkpoints gibt es zwar, aber gerade im ersten Teil merkt man, dass diese doch sehr merkwürdig gelegt sind und an bestimmten Levelgrenzen gekoppelt. Wer Pech hat mit wenig Leben kurz vor einer schweren Sequenz in solch eine reinzustolpern, hat es verdammt schwer und Pech gehabt. Level Architektur war auch nicht von Anfang an das Ding von Bungie. Vieles ähnelt sich in den ersten beiden Teilen und wirkt leer. Vor allem der Bibliotheks Abschnitt grüßt mit sich immer wiederholenden Gängen.

Doch trotz all dieser Kritikpunkte macht das Gameplay nach wie vor Spaß. Wenige Shooter spielen sich so schnell wie die aus dem Halo Universum und machen auf ihre eigene Art und weise süchtig. Eine Sache mag noch erwähnenswert sein, da sie gerade mich ein wenig erfreute. In den verschiedenen Halo Titeln ist es möglich sogenannte Terminals zu finden. Diese schalten euch zusätzliche Videos frei, die ihr euch anschauen könnt und die die Geschichte erweitern. Damals fand ich es extrem unvorteilhaft, dass man diese aber nur über den Webbrowser schauen konnte. Denn jedes Video wurde auf einer externen Webseite freigeschaltet. Dadurch wurde man aus der Atmosphäre herausgerissen und es ist für mich unverständlich warum ich die Geschichte des Spiels über ein zweites Medium mir erschließen muss. Zum Start der Collection ist nun auch der Halo Channel für die Xbox One verfügbar, so dass ihr die Videos direkt über eure Xbox One und aus dem Spiel heraus starten könnt. Zwar ist es mir immer noch unverständlich, warum man die Filmchen nicht mit auf der Disc drauf gepackt hat, aber es ist zumindest eine Verbesserung, da es deutlich schneller geht, als erst an den Rechner gehen zu müssen und den Browser zu nutzen.

Da die Spiele auch schon etwas Zeit auf dem Buckel haben, müsst ihr auch nicht jede Kampagne komplett durchspielen, sondern es steht euch frei sofort von Start weg jede Mission einzeln anzuwählen und diese zu absolvieren.

Halo The Master Chief Collection

Vergeich der Karte Delta ©343 Industries

Ein Multiplayer schweißt zusammen

Beliebt ist die Halo Reihe aber nicht nur durch ihre epische Single Player Kampagne, sondern vor allem auch durch die Multiplayer Komponente. Jeder Halo Teil schweißte die Community näher zusammen und hatte seine persönlichen Rafinessen. Davon waren einige mehr, andere weniger beliebt. Wenn man Änderungen am Gameplay vornimmt stößt man halt nicht immer sofort auf Gegenliebe, gerade wenn man was anderes gewohnt ist. So zum Beispiel die Einführung einer Sprintfunktion in Halo 4. Daher ist es umso schöner, dass 343 Industries alle Multiplayer Modi der vier Spiele drauf gepackt hat plus einen weiteren in denen ihr 6 komplett überarbeitete Karten aus dem zweiten Teil spielen könnt. Dabei seid ihr bei den Map Cycles auch nicht auf einen Modus festgelegt. Ihr könnt in einer Runde Halo 2 Multiplayer spielen und in der nächsten plötzlich eine Runde in Halo 4. Dieser Wechsel verläuft ohne Probleme und sorgt für große Abwechslung. Damit kann man vor allem auch einen guten Überblick bekommen, inwiefern sich das Gameplay über die verschiedenen Spiele hinweg verändert hat.

Die meisten Maps wurden dabei unverändert aus den Originalen übernommen und nur wenige haben ein komplettes Remake bekommen, wie ich oben schon geschrieben hatte.

Halo The Master Chief Collection

©343 Industries

Natürlich sind auch solche Extras wie der Kino Modus dabei, damit ihr aus euren eigenen Replays kleine Filmchen zusammenschneiden könnt. Oder auch der Forge Modus, mit dem ihr Maps zum Teil selber erstellen könnt. Natürlich könnt ihr neben den festen Spiel Modi auch Custom Games starten und Regeln und ähnliches selber festlegen. Somit gibt es auch hier für hunderte von Stunden genug zu tun um sich auszutoben. Leidlich ist jedoch, dass zum Zeitpunkt während ich den Test schreibe, der Matchmaking Modus ein paar Probleme bereitet. Hier versprach 343 Industries aber schon einen Patch nachzureichen, der inzwischen erschienen sein sollte.

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Gamer aus Leidenschaft, Nerd aus Liebe, Liebhaber aller Konsolen Bei Fragen, Anregungen, Wünschen oder einfach Small Talk schreibt mir an sascha.mensfeld@gamersplatform.de

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