Yakuza 6: The Song of Life – Das Ende einer Ära

Mit „Yakuza 6: The Song of Life“, gibt es nun das große Finale der Yakuza Reihe, die durch ihre Lebenssimulation und Prügeleinlagen bekannt geworden ist. Ob der letzte Teil der Serie ein würdiger Abschluss ist, erfahrt ihr hier im Test.

 

Am Ende, der Neuanfang

YAKUZA 6: The Song of Life

Quelle: SEGA

In Yakuza 6 kehrt Kazuma aus dem Gefängnis zurück um ein neues Leben zu beginnen, jedoch erfährt er, dass seine Ziehtochter Haruka in einen Autounfall verwickelt war und im Koma liegt. Kazuma macht sich sogleich auf den Weg um herauszufinden wer hinter dieser Tat steckt und kümmert sich in dieser Zeit um das neugeborene Kind von Haruka.

Kommen wir zur Erzählung der Story, denn bei den Dialogen und Zwischensequenzen braucht man als Spieler einen langen Atem, einige Szenen dauern um die 15 Minuten und länger! In dieser Zeit sollte man gut aufpassen und sich nicht ablenken lassen, denn das Spiel ist komplett auf Japanisch vertont und bietet nur einen englischen Untertitel. Ja richtig, deutsche Untertitel sind nicht vorhanden, was den ein oder anderen Spieler vom Kauf abschrecken könnte. Auch viele der Dialoge sind leider etwas langweilig oder überdramatisiert, wodurch einem die Zeit noch etwas länger vorkommt.

Verloren in einer Spielwelt in einer Spielwelt

YAKUZA 6: The Song of Life

Quelle: SEGA

Neben der Babypflege stehen einem eine Menge weiterer Aktivitäten zur Verfügung, neben Arcade Games und Glückspielautomaten, kann Kazuma im Fitnessstudio seine Muckis trainieren oder in Internet-Cafés mit der Dame seiner Wahl chatten.Das letztere löste in mir schon eine gewisse Scham aus, da man durch die richtigen Worte, die Dame zum strippen animiert. In den Arcade Hallen erwarten einen SEGA Klassiker wie „Out Run“, „Space Harrier“ und „Super Hang-On“, die für einen kleinen Zeitvertreib immer zu haben sind. Dinge wie in Geschäften einkaufen oder in Restaurants essen gehen, stehen natürlich auch auf der Tagesordnung, sowie sich abends das ein oder andere Bierchen zu gönnen. An für mich besonderen Orten kann ich zudem das Smartphone auspacken und ein Foto oder Selfie schießen, um sie mir später in meiner Galerie anzusehen. Verschiedene Gesichtsausdrücke und Filter stehen einem dabei auch zur Verfügung, wodurch manch lustiges Bild entstehen kann.

YAKUZA 6: The Song of Life

Quelle: SEGA

Die ganze Stadt strotzt nur so vor Details und erweckt wirklich den Eindruck eine lebendige Stadt zu sein, die neu hinzugefügte Ego-Perspektive unterstützt dieses Gefühl noch einmal mehr. Auch die Passanten sind nicht nur lieblose NPC, sondern bewegen sich alle unterschiedlich und haben ihre Eigenarten, viele der Charaktere, ihre Bewegungen und Gesichter wirken nicht wie Copy-Paste, sondern wie echte Menschen.

YAKUZA 6: The Song of Life

Quelle: SEGA

Man merkt Kazuma an, dass er aus einer anderen Zeit stammt und das spiegelt sich in dem Spiel wieder, mit Computern und „Chat Rooms“ hatte er nicht viel zu tun, unterdessen sieht man auf den Straßen Menschen, die mit Selfie-Sticks rumlaufen oder in Internet-Cafés abhängen. Auch die Nebencharaktere sind unterhaltsam geschrieben und fügen sich in das Gesamtkonzept schön ein, wie zum Beispiel ein Mädchen, welches ein großer Fan von Haruka ist und ihr nacheifert, obwohl diese ihr Pop-Idol-Dasein beendet hatte.

Der Drache speit noch Feuer

YAKUZA 6: The Song of Life

Quelle: SEGA

Neben den lustigen Aktivitäten steht natürlich das Kämpfen im Vordergrund, Kazuma haut wie eh und je all seine Gegner mit mächtigen schlägen zu klump. Da ist man gerade auf dem Rückweg vom Einkaufen, da kommt schon eine Gruppe halbstarker auf einen zu und will Ärger machen. Mit gekonnten tritten, schlägen und Griffen, nehme ich diese einen nach den anderen auseinander, dabei helfen mir auch Gegenstände die in der Gegend rumstehen und nur darauf warten von mir als Waffe benutzt zu werden, ob nun ein Leitkegel oder ein Reklameschild, sie alle eignen sich gut um den Kids den Hintern zu versohlen.

YAKUZA 6: The Song of Life

Quelle: SEGA

Im Laufe des Kampfes lädt sich Kazuma’s Heat-Modus auf um ihn bei voller Anzeige zu entfesseln und somit noch mehr Schaden auszuteilen. Mit einigen Quick-Time-Events verpasse ich meinen Gegner heftige Tritte und größere Combos um diese auf die Matte zu schicken. Jeder Kampf gibt Kazuma Erfahrungspunkte, die im Skill-Menü für bessere Stats oder Fertigkeiten eingetauscht werden können. Eine große Auswahl an Fertigkeiten stehen einem zur Verfügung, wodurch ein recht komplexes Skill-System entsteht und wodurch man Kazuma nach seinen eigenen Wünschen anpassen kann. Insgesamt sind die Kämpfe jedoch nicht besonders fordernd und für Veteranen sollte es ein leichtes sein sich durch die Massen zu prügeln, das selbe gilt auch für die Boss-Kämpfe, die mit etwas Übung einfach zu überwältigen sind.

YAKUZA 6: The Song of Life

Quelle: SEGA

Durch Essen oder Drinks regeneriert man Leben und erhält, je nach Verbrauchsgegenstand, zusätzliche Buffs wie, Sprint-Boost oder mehr Schaden in den Kämpfen, sowie weitere Erfahrungspunkte um diese wieder in Skills zu stecken.

Eine "fast" runde Spielwelt

Technisch wurde bei „Yakuza 6“ zurückgerudert und ist nur mit 30 FPS, anstatt 60 FPS wie bei „Yakuza 0“, sowohl auf der normalen und auf der PS4 Pro spielbar. Dafür ist das Spiel auf der PS4 Pro in 1080p und mit verbesserten Texturen ausgestattet. In einigen Kämpfen und bei manchen Bewegungen ist das Bild zerrissen oder die Frames sind eingebrochen, wodurch man etwas aus dem Spiel gerissen wurde. Auch an die Steuerung musste ich mich erst einmal gewöhnen, da Kazuma des Öfteren an Ecken hängengeblieben ist, besonders wenn man etwas Fahrt aufgenommen hatte.

YAKUZA 6: The Song of Life

Quelle: SEGA

Fazit

„Yakuza 6: The Song of Life“ ist für mich ein würdiges Ende für einen alten Drachen, es vereint die stärken und schwächen der Yakuza Reihe und vermittelt ein schönes Spielgefühl. Besonders bei der Erzählung der Geschichte, Darstellung der Charaktere und Spielwelt, wurde sich viel Zeit genommen, damit sich der Spieler in der Umgebung einfinden kann. Mit vielen Aufgaben und Aktivitäten verliert man sich in der Welt und kann stundelang in Arcades spielen oder sich die Zeit in Karaoke Bars und Live Chats vertreiben. Die Kämpfe sind wie eh und je kraftvoll und man spürt regelrecht jeden Schlag und jeden Tritt auf den Gegner. Auch wenn die Spielwelt nicht so groß ist wie bei den anderen Teilen, so wurde jedoch mehr Wert auf die Details gelegt, dadurch entstand eine Spielwelt in der es immer etwas zu entdecken gibt. Durch ein Paar technischen Einbußen und fehlendem deutschen Untertitel verliert das Spiel etwas von seinem Glanz, passt sich jedoch gut in der Yakuza Reihe ein und besiegelt damit das Ende einer Ära.

Videoquelle: YouTube | PlayStation

Good

  • schöne Story
  • viele Details
  • viel zu entdecken
  • interessante Charaktere
  • tief gängiges Skill-System
  • gelungener Abschluss der Serie

Bad

  • nur 30 FPS
  • Performance-Einbrüche
  • zu lange Dialoge und Sequenzen
8.2

Toll

Mag Videospiele, Serien, Filme und Zeugs zum sammeln.

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