Uncharted: The Lost Legacy im Test

Mit Uncharted: The Lost Legacy hat Naughty Dog einen Standalone-Erweiterung erschaffen, der allerdings schon fast an ein komplett eigenständiges Spiel rankommt, was dieser Ableger zu bieten hat und was ihm dann doch noch zum vollwertigen Spiel fehlt, erfahrt ihr in diesem Test.

Die (kurze) Suche nach Ganeshas Stoßzahn

Uncharted The Lost Legacy

Quelle: Sony

Anders als in den Vorgänger-Teilen, bekommt ihr Nathan Drake in Uncharted: The Lost Legacy nicht ein mal zu Gesicht, stattdessen werdet ihr mit Chloe Frazer als Hauptcharekter vorlieb nehmen müssen, während es sich bei ihrer Begleitung um die ebenfalls bekannte Nadine Ross handelt. Chloe heuerte Nadine an, um das Wert ihres Vaters zu vollenden – Ganeshas abgeschlagenen Stoßzahn zu finden. doch anders als in den vorherigen Uncharted-Teilen bereisen die beiden Frauen nun nicht den halben Globus auf der Suche nach dem Relikt, sondern befinden sich das komplette Spiel über in einem eher kleinen Gebiet in Indien. Und was wäre ein Uncharted-Teil ohne einen Schurken, der sich den Hauptcharakteren immer wieder in den Weg stellt und ordentlich Kanonenfutter liefert? Dieses mal handelt es sich um Asav, einen „Widerstandskämpfer“ der, aus zu Beginn unbekannten Gründen, ebenso auf der Suche nach Ganeshas Stoßzahn ist. Da die Geschichte in diesem Teil der Reihe relativ schnell erzählt ist, was zu großen Teilen an den rund fünf Stunden Spielzeit liegt, will ich hier nun auf weitere Details dazu verzichten. Aber hier habe ich auch gleich einen meiner größten Kritikpunkte angesprochen: die Spielzeit. Klar, das Spiel kostet auch nur 40 Euro, allerdings will man am Ende einfach weiter machen – ein typisches Uncharted-Phänomen.

Uncharted The Lost Legacy

Quelle: Sony

Das Spiel ist im Prinzip in drei Teile aufgeteilt: Die Einleitung, der offene Part und schlussendlich das altbekannte Straight-Forward Klettern und Schießen. Während dem offenen Part hat man die Möglichkeit, in einem kleinen aber durch verschiedene Hindernisse größer wirkenden unterwegs zu sein und dieses zu erkunden. Storybedingt muss man hier zu insgesamt fünf Orten, einem Turm um das Gebiet zu überblicken, drei Forts, in denen bereits Asavs Leute warten und dem Eingang, zum eigentlichen Ziel der Reise. Die Forts erlauben immer verschiedene Vorgehensweisen im Umgang mit Feinden – überall bieten sich Möglichkeiten sich zu verstecken, zu klettern und auch genügend Waffen um alles nach Rambo-Art zu erledigen. Nebenbei kann man sich allerdings noch einer Art Miniquest annehmen, in welcher man zu einem bestimmten Ort fährt, der daraufhin auf weitere Orte auf der Karte verweist, an denen man sozusagen Teile eines Schlüssels finden kann. Findet man diese, bekommt man einen netten Bonus für die fortlaufende Geschichte – alternativ kann man diese „Aufgabe“ auch komplett ignorieren.

Uncharted The Lost Legacy

Quelle: Sony

Der etwas umfangreichere Teil des Spieles wäre hingegen der geschlossene Part. Hier findet man viel mehr Abwechslung und auch mehr zu entdecken und wird immer wieder verblüfft, wie schön alles aussieht und wie detailverliebt Naughty Dog auch in diesem Titel wieder war. Egal ob man gerade eine riesige Ganesha-Statue erklimmt, eine wunderschöne versteckte Stadt findet, oder über ein grausames Schlachtfeld aus einem längst vergangenen Krieg läuft, an welchem man wirklich den Verlauf der Schlacht erkennen kann. Ja, Naughty Dog hat sich beim Design der Welt wieder sehr viel Mühe gegeben, und Uncharted-Fans werden sich in diese Umgebung auch sofort wieder verlieben.

Ich denke man kann sagen, dass sich spielerisch im Vergleich zu den Vorgänger-Teilen kaum etwas verändert hat. Wieso auch? Die Vorgänger bewiesen, wie auch The Lost Legacy jetzt, dass das Uncharted-Gameplay einfach gut funktioniert und gut ankommt. Für die, die es noch nicht kennen: Das Spiel baut auf drei Hauptelementen auf: Klettern, Kämpfen und Rätsel lösen (und natürlich stehen bleiben um die Welt zu bewundern). Das Klettern verläuft wie gewohnt flüssig und es ist meist problemlos zu erkennen, wo es als nächstes weitergehen könnte, also kein Verzweifeln und keine Sprünge ins Nichts zu erwarten. Beim Kämpfen kann man sich, wie bereits erwähnt immer entscheiden, welches Vorgehen man gerade für richtig hält und welche Optionen bezüglich der Ausrüstung und Umgebung einem zur Verfügung stehen. Eines ist klar: Uncharted: The Lost Legacy ist nicht unbedingt darauf ausgelegt, dass ihr in einen Raum voller Gegner prescht und versucht diese niederzumähen, denn das wird auch eher weniger von Erfolg gekrönt sein, ist allerdings auch möglich. Ansonsten empfiehlt es sich immer wieder, die Umgebung zu nutzen und womöglich auch heimliche Angriffe auszuführen, um die Gruppe auszudünnen. Anders als in anderen Uncharted-Teilen muss man hier nicht mit nicht-menschlichen Gegnern rechnen.

Uncharted The Lost Legacy

Quelle: Sony

Ein wieder mal wichtiger Punkt sind die Rätsel. Während diese in den vergangenen Uncharted-Teilen in meinen Augen eher weniger fordernd waren, so haben sie in dieser Standalone-Erweiterung deutlich an Schwierigkeit zugenommen. Klar, einige mehr, andere weniger. Allerdings braucht man für die schwersten Rätsel doch etwas Zeit, bis man raus gefunden hat, wie genau sie funktionieren. Das soll jetzt nicht heißen, dass sie wirklich schwer sind, aber sie sind auf jeden Fall etwas schwieriger geworden.

Fazit

Uncharted bleibt Uncharted, auch ohne Nathan Drake. Spielreihen wie Tomb Raider zeigten schon lange, dass Frauen als Hauptcharakter funktionieren (warum auch nicht?), und so ist es auch in Uncharted: The Lost Legacy. Das Duo Chloe Frazer und Nadine Ross ist zwar ungewohnt, allerdings keineswegs schlechter als Nathan Drake und Begleitung. Während der etwas kurz ausfallenden Story hat man mal fordernde Kämpfe vor sich und kann andere male einfach nur die schöne Landschaft bewundern, denn diese ist Naughty Dog wirklich gelungen. Auch wenn man ein insgesamt eher kleines Gebiet bereist, so gibt es mehr als genug zu sehen und zu erkunden. Ansonsten zeigt sich Uncharted: The Lost Legacy mit den altbekannten Uncharted-Stärken, nur in einem etwas neuen Gewand. bei einem Preis von 40 Euro ist diese Standalone-Erweiterung für Fans der Reihe und Neueinsteiger gleichermaßen sicher einen Blick wert.

Good

  • Deteilverliebte Darstellung
  • Eingängige Steuerung
  • Spannende Geschichte mit guten Dialogen
  • Gute KI der Gegner und Begleiter

Bad

  • Recht kurz: Fünf bis sieben Stunden Spielzeit
  • Story mit Logiklücken
8.7

Toll

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause. Noch Fragen oder Anregungen? - chris.holzheu@gamersplatform.de

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