Prey im Test – Weniger schießen, mehr denken

Der über die Jahre immer wieder erwähnte Nachfolger des Spieles Prey von 2006 ist endlich erschienen – naja eigentlich nicht wirklich, aber es trägt zumindest den selben Namen. Die Rede ist (wer hätte es gedacht) vom neuen Prey der Arkane Studios, welches mit dem Original, abgesehen von Aliens als Gegner, nicht wirklich viel zu tun. Ob das etwas gutes oder schlechtes ist, erfahrt ihr in diesem Test.

Prey (3)

Quelle: Bethesda

Wer, was, wo und wieso?

Viele Fragen, wenige Antworten. Ihr „wisst“, dass ihr in einen hübschen Appartement wohnt und sogar via Helikopter zur Arbeit gebracht werdet, das Problem ist nur, dass ihr in Wirklichkeit eine Art Versuchsperson seid und euch auf der Raumstation Talos-1 befindet, welche zu allem Überfluss auch noch von Aliens angegriffen wurde. Keine Zeit, viele Fragen zu stellen, also ein paar Dinge eingepackt, die Rohrzange neben einer Leiche in die Hand genommen und los geht die Suche nach einem Ausweg und jeder Menge Erklärungen.

Prey (2)

Quelle: Bethesda

Schnell bekommt ihr einen Anruf von einer Person, welche vorgibt euch helfen zu wollen. Es ist euch überlassen, ob ihr dieser Person traut oder nicht, die Intentionen dieser Person werden sich im Spielverlauf noch zeigen. Da steht ihr also, allein und ohne genauen Plan. Prey entlässt euch recht schnell in die mehr oder weniger freie Welt der Raumstation, welche ihr auf eure eigene Art erkunden könnt und solltet. Natürlich ist es möglich, einfach immer mit Tunnelblick von A nach B zu laufen, allerdings muss man sich dann auch im klaren darüber sein, dass man eine Menge Story, Nebenquests und Gegenstände verpasst und somit auch ziemliche Probleme im späteren Verlauf bekommen kann. Doch dazu später mehr.

Prey wird euch nicht sagen, wo ihr bestimmte Gegenstände findet und wo Gegner lauern oder auch was ihr beispielsweise mit den Überlebenden tun sollt – leben lassen oder doch lieber töten? Je nachdem für was ihr euch immer wieder entscheidet wird das Ende und der Verlauf sich auch dementsprechend ändern. Und es kann auch gut sein, dass ihr am Ende abgesehen von den wichtigsten Story-Punkten nichts mitbekommen habt, wenn ihr nicht immer schön nach Computern mit weiteren Informationen und co. gesucht habt.

Prey (6)

Quelle: Bethesda

Man muss sich auch damit abfinden, manche Orte nicht zu erreichen, manche Waffen nicht zu finden oder einfach nur manche Rätsel nicht zu lösen. Je nachdem welche Neuromods (quasi Skills) ihr installiert und wie genau ihr eure Umgebung erkundet, kann einiges vom Spiel versteckt und ungeklärt bleiben. Prey nimmt euch hier sicher nicht an die Hand und zeigt euch, wo ihr das Passwort findet oder wo ihr den Strom wieder einschalten könnt oder ähnliches.

Prey (7)

Quelle: Bethesda

Selbst wenn ihr nicht alles finden werden, ihr werdet aber genug finden. Überall liegen diverse Gegenstände herum, welche allerdings in den meisten Fällen nicht direkt genutzt werden können. Während Medipacks und Munition wohl recht eindeutig sind, muss das meiste andere in einen Recycler wandern, denn dadurch erhaltet ihr wertvolle Rohstoffe. Findet ihr einen Bauplan und habt dann noch die nötigen Rohstoffe, kann sich der weitere Spielverlauf für euch ziemlich verändern, immerhin sind ein paar neue Waffen oder Neuromods immer gern gesehen.

Prey (1)

Quelle: Bethesda

Eines muss man Prey einfach zugestehen: Der Kampf gegen die unterschiedlichen Aliens ist ziemlich schwer, aber keinesfalls unfair. Selbst die kleinsten Gegner können euch mit wenigen Treffern übel zusetzen. Aber wenn ihr zum Beispiel dann das erste mal den Phantomen begegnet, werdet ihr sicher etwas ins Schwitzen kommen. Generell wird zwar eure Ausrüstung im Spielverlauf besser und ihr müsst nicht immer auf eine Bauschaum-Kanone und die Rohrzange zurückgreifen, sondern haut die Gegner einfach mit der Schrotflinte um, und eure Neuromods helfen in verschiedensten Situationen, aber die Gegner werden auch immer stärker und somit gleicht sich das etwas aus. Dadurch werden die Kämpfe interessanter, und bleiben fordernd. Ich danke der Quick-Save-Funktion immer wieder.

Fazit

Prey liefert eine tolle Story, für welche man auf jeden Fall auch arbeiten muss, da sonst (wie erwähnt) einiges an euch vorbei gehen würde. Kombiniert man das mit der großen Freiheit und dem damit verbundenen umherirren und suchen nach passenden Wegen und Gegenständen, könnte man wohl sagen, dass Prey für Spieler, die die üblichen Schlauchlevels und Questmarker für jede Kleinigkeit gewohnt sind, etwas überwältigend sein kann – leider auch aufs Negative, da sich solche Spieler recht schnell darin verlieren könnten. Wer regelmäßig Videospiele spielt und eventuell auch mal gefordert werden will, sollte es sich sicherlich mal überlegen. Ich muss gerade die schön beklemmende Atmosphäre loben, immerhin hat man immer das Gefühl, dass man bedroht ist und jederzeit der digitale Tod kommen könnte. Des weiteren bin ich sehr davon überzeugt, dass Prey einen recht hohen Wiederspielwert liefert, da man jedes mal wieder etwas Neues entdeckt und durch Variation der Entscheidungen auch immer neue Enden zu sehen bekommen kann.

Good

  • Gute Atmosphäre
  • Fordernde Gegner
  • Viel zu erkunden und zu finden
  • Hübsche Grafik

Bad

  • Für Gelegenheitsspieler vielleicht zu viel
  • Viel zu verpassen
  • Selbst auf geringem Schwierigkeitsgrad für manche zu schwer
9.1

Erstaunlich

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause. Noch Fragen oder Anregungen? - chris.holzheu@gamersplatform.de

Lost Password

Sign Up