BioShock: The Collection im Test

In den vergangenen Monaten und Jahren wurden immer wieder Last-Gen-Spiele als aufgehübschte HD-Version für die Current-Gen veröffentlicht. So wundert es nicht, dass sich nun auch die BioShock-Spiele zu der langen Liste der Remasters zählen. Wer auf die BioShock-Spiele zurück blickt, der wird vermutlich an jedem der drei Teile etwas gutes finden. Sei es der Twist im ersten Teil, die ganzen Geschichten im zweiten oder auch einfach die gesamte Art des dritten. Wie dieses Remaster in Anbetracht heutiger Standards und anderer Ramaster abschneidet, erfahrt ihr in diesem Test. Da es sich bei der BioShock Collection um drei Spiele handelt, kann ich nicht auf die unveränderten Spiele eingehen, da dies den Rahmen des Reviews sprengen würde.

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Quelle: 2K

Wer das damals großartige BioShock als es vor acht Jahren erschien nicht mochte, wird das Remaster auch nicht mögen, schließlich bleibt es, was das Spielerische angeht, auch größtenteils das gleiche. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für den etwas hinter dem ersten Teil hinkenden Nachfolger BioShock 2 und dem sehr guten BioShock Infinite. Da die Story und die Spielprinzipien (inklusive der hier vorhandenen Downloadinhalte)unverändert sind, werde ich darauf auch nicht näher eingehen. Viel interessanter sind natürlich auch die Änderungen. Neben dem grafischem Aufpolieren (auf das ich später zu sprechen komme) wurden noch einige kleinere Änderungen vorgenommen, sowie der Multiplayer-Part komplett entfernt -nicht so schlimm, dieser war sowieso nur ein kleiner Zeitvertreib. So bekommt man zum Beispiel im Gegensatz zur damaligen deutschen Version nun unveränderte Gewaltdarstellungen, was einige Fans sicher freuen wird. Außerdem wurde ein neuen Schwierigkeitsgrad hinzugefügt, der auch erfahrenen Spielern eine Herausforderung bieten wird. Eine der interessantesten Neuerungen abseits der Grafik ist wohl das begehbare Konzeptstudien-Museum, in dem eben diese Ausgestellt und gut beschrieben sind. Währenddessen kann man sehr interessanten Kommentaren von Ken Levine zuhören, in welcher er sogar bis zur Entstehung des ersten BioShocks zurück blickt.

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Quelle: 2K

Wenn man  sich ein ausführliches Videointerview mit Ken Levine, Shawn Robertson und Geoff Keighley anschauen möchte, der kann dies ebenfalls direkt im Spiel tun. Es handelt sich dabei auch tatsächlich um ein (nicht nur für Hardcore-Fans) interessantes Interview, leider bleibt es eben nur ein Video. Insgesamt findet man in BioShock zehn Filmrollen, welche das Interview Stück für Stück freischalten. Eine Möglichkeit, die Kommentare direkt im Spiel abzurufen fehlt leider komplett, was dem ganzen etwas an Charme nimmt. Dabei hätte gerade BioShock so etwas verdient. Hier ist aber auch noch zu erwähnen, dass man diese Filmrollen nur im ersten Teil findet und in BioShock 2 und Infinite darauf verzichten muss.

Für die meisten potentiellen Käufern wird wohl verbesserte Grafik am wichtigsten sein. Und diese ist gerade die den ersten beiden Teil ein ordentliches Stück verbessert. Als die Spiele damals erschienen, sahen sie für ihre Zeit sehr gut aus und natürlich hat der Zahn der Zeit daran genagt. Daher ist es nicht nur schön, sondern auch nötig gewesen, die Lichtverhältnisse, den Detailgrad (vor allem im ersten und zweiten Teil) und co. noch einmal einer Nachbearbeitung zu unterziehen. Da es sich nur um ein Remaster handelt, sieht es verständlicherweise nicht so aus als sei es gerade frisch als neues Spiel eines großen Studios auf den Markt gekommen. Trotzdem ist es in der neuen Fassung gut spielbar und weckt Erinnerungen. Gut zu wissen ist noch, dass PC-Spieler, welche die Originale schon besitzen, die neuen Versionen gratis bekommen. Und aufgrund diverser Sales und Aktionen werden die BioShock-Titel wohl in den meisten Digitalen-Bibliotheken zu finden sein.

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Quelle: 2K

Fazit

Da ich die Konsolen-Version für einen Test vorliegen hatte, bezieht sich das Fazit sowie die Wertung nun auch nur auf diese, da es bei der PC-Version Schwächen in den Einstellungen geben soll. Der Unterschied zwischen den Last-Gen-Versionen und denen der Current-Gen sind vor allem bei BioShock 1 und 2 in grafischer Hinsicht sehr auffällig. BioShock Infinite sieht man die Neuerungen zwar auch an, aber diese halten sich noch etwas in Grenzen, zumal es auch erst 2013 erschien. Leider wurde Inhaltlich wenig hinzugegeben. Klar, alle DLCs sind in der BioShock Collection bereits enthalten und man hat die Konzeptstudien sowie das interessante Interview, allerdings vermisst man tatsächlich im Spiel auswählbare Audiokommentare, denen man im Hintergrund zuhören kann, dies hätte der BioShock Collection noch einen gewissen Charme verpasst. Aber in Anbetracht dessen, dass es sich bei allen drei BioShock-Teilen um wirkliche Pflichtspiele für einen jeden handelt, der meint Ahnung von Videospielen zu haben, ist es trotzdem noch ausreichend. Im Vergleich zu manch anderen Remastern, wo man tatsächlich viele Zugaben bekommt, schneidet die Collection vielleicht nicht überragend ab, allerdings sollte man (sofern man es verpasst hat) die Spiele nun mit schönerer Grafik nachholen und Fans der Reihe können es sicher noch ein Mal genießen. Wer sich selbst aber nicht unbedingt als riesigen BioShock Fan bezeichnen würde, der kann auch sicherlich darauf verzichten.

Good

  • Umfangreiches Interview
  • Stark verbesserte Grafik
  • Guter Preis für drei gute Spiele

Bad

  • Keine Audiokommentare direkt im Spiel
  • Wenige extra Inhalte
8.6

Toll

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