Sonic Forces – Gotta go fast!

Nachdem im August Sonic Mania released wurde und die Spieler sich wieder zurück an alte Zeiten erinnern konnten, erschien nun ein neues 3D Sonic, mit dem Titel Sonic Forces, für alle Plattformen. Doch kann der Nachfolger nun an den Erfolg anknüpfen oder setzt sich die Miesere der 3D Sonic Spiele fort?

Für die Freiheit!

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Quelle: SEGA

Es ist schwer etwas zu Sonic und dem Gameplay zu sagen, da das Prinzip eigentlich immer gleichbleibt, rennen, springen, rollen und das so schnell wie möglich, jedoch versuche ich es so gut wie möglich zusammenzufassen. Fangen wir mal mit der Story an, denn die versucht dieses Mal etwas ernster zu sein als seine Vorgänger. Besonders sticht heraus, dass die Story bis auf Kleinigkeiten gut erzählt wird und über eine gelungene Deutsche Sprachausgabe verfügt.

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Quelle: SEGA

Nach einem weiteren Rückschlag von Dr. Eggman, kreiert dieser ein neues Meisterwerk um Sonic zu besiegen und die Welt zu erobern.  Infinite schimpft sich der neue Gegner der gleich erstmal Sonic richtig in den Boden stampft. Dieser wird anschließend in einer Weltraumbasis als Gefangener gehalten und gefoltert, derweil schließen sich seine Freunde zusammen um einen Widerstand zu gründen. Und hier kommen wir ins Spiel, denn wir können uns einen eigenen Widerstandskämpfer erstellen, mit dem wir uns durch die Level schlagen.

Unser eigener Sonic

Das erste Mal in Sonic können wir uns einen eigenen Charakter erstellen um durch die Level zu rasen, jedoch bietet sich für uns am Anfang nicht viel Auswahl, neben der Rasse stehen uns noch ein Paar klassische Auswahlmöglichkeiten, wie die Augenfarbe und Hautfarbe, zur Verfügung. Im Laufe des Spiels können wir weitere kosmetische Gegenstände durch Nebenquests oder Ränge erhalten. Hüte, Handschuhe, Shirts, Skins und weitere Accessoires stehen uns dann zur Verfügung, die alle nicht wirklich besonders und relativ leicht zu ergattern sind.

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Quelle: SEGA

Neben Klamotten können wir noch unsere „Waffe“ bzw. unseren Greifhaken austauschen durch zum Beispiel einen Bohrer oder einen Flammenwerfer um schneller durch Gegnermassen zu kommen.  Jede Waffe hat eine spezielle Fähigkeit und je nach Level verschiedene Buffs um unseren Charakter zu stärken. Nachdem wir unser Outfit gewählt haben, können wir diesen online mit anderen teilen oder für uns abspeichern um eine Schnellauswahl zwischen verschiedenen Outfits zu erhalten.

Sonic bleibt Sonic?!

Leider spielt sich Sonic Forces wie alle seine 3D Vorgänger zuvor und sticht nur durch unseren eigenen Charakter etwas heraus. Sonic bleibt Sonic, er springt, rollt und rennt wie eh und je aber begeistert nicht mit großartig neuen Features, wie es sein Konkurrent Mario von Nintendo macht. Die Level sind sehr kurz, und sind je nach Skilllevel, in zwei bis vier Minuten beendet.

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Quelle: SEGA

Bis auf ein Paar Ausnahmen in denen man den klassischen Sonic spielt ist alles bei alten, woher und warum der klassische Sonic zu uns kommt wird in der Story nicht wirklich erklärt. Das muss aber alles nicht schlecht sein, denn wie immer kommt ein schönes Gefühl von Geschwindigkeit auf, der mich in einen richtigen Rausch zieht, dieser wird eigentlich nur durch manch fehlplatzierten Gegnern oder durch Unübersichtlichkeit der Map unterbrochen. Mit unserem eigenen Charakter können wir zwar nicht so schnell rennen wie Sonic, uns jedoch mit unserem Greifhaken an Gegner heranziehen oder durch die speziellen Effekte der Waffen flotter durch das Level bewegen. Der Bohrer ermöglicht es uns an Wänden hochzuklettern oder durch Gegnermassen zu rasen,mit der Elektropeitsche fliegen wir Ringen hinterher und überqueren dadurch manch längere Strecke. Neben der Hauptquest stehen uns Nebenquest zur Verfügung, in denen wir bereits besuchte Level betreten um zum Beispiel Gefangene zu befreien. Für manche der Quests wird uns ein Charakter von anderen Spielern zur Verfügung gestellt um etwas Abwechslung ins Spiel zu bringen, für zwischendurch ist das ganz lustig, aber wäre auch nicht wirklich nötig gewesen. Zudem kann man mit täglichen Aufgaben und S-Rängen sein Inventar aufrüsten um neue Klamotten zu bekommen und seinen Charakter zu verschönern

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Quelle: SEGA

Kommen wir jetzt zu den Boss-Kämpfen. Die Boss-Kämpfe fühlen sich sehr unbalanced an und basieren eher auf trial and error, wodurch nicht wirklich Spannung aufkommt und eher Frust entsteht, wenn man an einer Stelle nicht wirklich vorankommt. Einige Male habe ich die Fights und Level neugestartet um die verlorene Zeit aufzubessern, denn die Rücksetzpunkte sind teilweise schon echt happig gewählt, da kann man besser bei null anfangen, anstatt mit einer schlechten Zeit durchs Ziel zu rennen. Nach rund 30 Level und ein Paar Bonus Stages ist das Spiel auch schon vorbei, wer sich noch weiter vergnügen möchte, kann sich mit anderen Spielern messen oder die Notrufaufgaben erledigen.

Super Soundtrack schwache Level

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Quelle: SEGA

Was mir wirklich besonders gut gefallen hat, ist der Soundtrack von Sonic Forces, denn dieser passt sich der Spielgeschwindigkeit super an und macht echt was her. Dazu muss man vielleicht sagen, dass die Songs nicht für jedermann was sind, denn J-Pop ist schon etwas Spezielles, man sollte sich schon darauf einlassen können, dann wird man definitiv Spaß damit haben. Bei den Welten bin ich etwas zwiegespalten, denn auch wenn die Hintergrunddesigns und die Farben super gewählt wurden, ist der Levelaufbau etwas eintönig und eher flach gehalten. Nur beim klassischen Sonic geht man öfter mal in die vertikale und hat etwas zu entdecken, hingegen gibt es beim „neuen“ Sonic kaum etwas Relevantes zu finden oder zu sehen. Da das Spiel schnell an Fahrt aufbaut, entgehen einem aber auch schnell Details und man verliert sich in der Geschwindigkeit. Immerhin läuft das komplette Spiel flüssig und sauber ab ohne Ruckler zu haben, die den Spielfluss unterbrechen könnten.

Fazit

Sonic Forces versucht an alte Erfolge anzuknüpfen und sticht durch einen tollen Soundtrack und einer gut erzählten Story etwas aus der Masse heraus, jedoch reicht Geschwindigkeit und ein eigener Charakter nicht aus um ein Top Sonic Titel zu werden. Die kurze Spielzeit und das etwas einfallslose Leveldesign zeigen, dass die Luft raus ist und man sich etwas neu orientieren müsste. Ich hatte Großteiles Spaß mit dem Spiel, aber wurde durch die ein oder andere Designentscheidung leider aus dem Flow raus gerissen. An Titeln wie Sonic Mania, Sonic Colors und Sonic Generations kommt dieses Spiel leider nicht heran, aber ist für zwischendurch eine gute Abwechslung.

Videoquelle: YouTube | Sonic the Hedgehog

Good

  • Gut erzählte Geschichte
  • Toller Soundtrack
  • Schönes Gefühl von Geschwindigkeit
  • Deutsche Synchronisation

Bad

  • Unbalanced Boss-Kämpfe
  • Teilweise schlechte Rücksetzpunkte
  • Kurze Spielzeit
  • Geradliniges Leveldesign
  • Teilweise falsch platzierte Gegner
7

Gut

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