Mass Effect: Andromeda im Test

In unserem heutigen Test widmen wir uns dem neuesten Ableger der Mass Effect Reihe, nämlich Mass Effect: Andromeda. Die Geschehnisse von Andromeda finden deutlich nach denen von Mass Effect 3 statt, und zudem noch in einer ganz anderen Galaxie. Was diese „Neuanfang“ für die Reihe zu bedeuten hat und wie es umgesetzt wurde erfahrt ihr in diesem Test.

Mass Effect Andromeda (1)

Quelle: Electronic Arts

 

Eine neue Galaxie

Die Erde ist zerstört und die ganze Galaxie hat durch den Kampf mit den Reapern schwer gelitten. Was liegt also nahe? Richtig, man sucht sich einfach eine andere Galaxie um von vorne zu starten. So befindet man sich zusammen mit 20.000 anderen Menschen an bord des Raumschiffes Hyperion und fliegt in Stase für über 600 Jahre durch das All, bis man im Jahr 2819 die Andromeda Galaxie erreicht und aufgeweckt wird. Als die Hyperion mit etwas unbekanntem namens „die Geisel“ kollidiert und schwer beschädigt wird, begibt sich das Pathfinder-Team auf einen nahe liegenden Planeten, welcher als neue Heimat auserkoren wurde – doch man ist dort nicht allein. Während man auf dem Planeten auf äußerst feindliche Umweltbedingungen und eine fremde (und ebenfalls feindliche) Rasse stößt, wird schnell klar, dass dies wohl nicht der ideale Ort zum Leben ist. Als man zurück auf die Hyperion kommt, begibt man sich zum Nexus, dort sollen alle Archen aus der alten Galaxie ankommen und von dort aus in neue Heimatwelten starten. Leider sind noch keine anderen Archen am Nexus angekommen und dieser wurde noch nicht einmal fertig gestellt. Von da an gilt es: den Nexus ausbauen, Planeten erforschen und co. Da ich auf Spoiler größtenteils verzichten möchte belasse ich es nun dabei.

Planeten erkunden und bewohnbar machen...

Mass Effect Andromeda (3)

Quelle: Electronic Arts

… so heißt euer Auftrag in Mass Effect: Andromeda. Darum dreht es sich also auch einen Großteil des Spieles, das Raumschiff besteigen, zu einem neuen Planeten fliegen, diesen erkunden, erforschen, von Feinden befreien und Stück für Stück bewohnbar machen, bis man Außenposten und co. dort aufstellen kann. Je nach Lust und Laune kann man damit viele Stunden verbringen, oder auch nur das nötigste machen. Ähnliches gilt für den Ausbau der Nexus, will man die Station verbessern und immer mehr Kolonisten aus ihrem Kryoschlaf erwecken, so muss man auch ganz schön zeit rein investieren, oder man entscheidet sich auch hier dazu, nur das nötigste zu tun, wenn man nur die Story voranbringen will.

Ein wichtiger Teil eines jeden Mass Effect Spieles sind wohl die Dialoge. In Mass effect: Andromeda trifft man wieder unzählige unterschiedliche Charaktere mit denen man Konversation betreiben kann. Die Konversationen belaufen sich inzwischen allerdings nicht mehr auf Vorbild- oder Abtrünniger-Antworten, sondern auf ganze vier verschiedene Möglichkeiten: Logisch, Emotional, Zwanglos und Professionell. Damit werden Dialoge nie in eine bestimmte Richtung gelenkt und man kann mehr nach eigenem Befinden antworten. Gleiches gilt für Quick-Time-Events, denn hier findet man auch nicht mehr die Gut/Böse-Unterscheidung, sondern einfach etwas komplett anderes, das kann impulsiv sein, oder mutig oder sonst etwas. Das führt auch dazu, dass man immer wieder in feinster Bioware-Manier vor Scheidewege gestellt wird, wobei man die Konsequenzen einfach tragen muss, egal ob gut oder schlecht. Wenn man über Dialoge in Mass Effect redet, muss man wohl auch über das Romanzensystem sprechen, welches sich in Andromeda deutlich von dem in Mass effect 3 abhebt. Beziehungen sind nicht das klassische Schema F, sondern manche Charaktere wollen einfach schnellen Sex den man durch direkte Flirt-Dialogoption bekommen kann, andere nur eine lange Beziehung nachdem man bereits befreundet ist und andere haben einfach gar kein Interesse. Schön an der Crew ist außerdem, dass sich diese auf dem Schiff recht frei bewegt und ein eigenes Leben (Konversationen usw.) zu haben scheint, da diese nicht für Wochen auf der immer selben Position stehen und nichts tun. Dadurch hat man das Gefühl, die Crew ist Lebendig und versucht vielleicht mehr als Romanze X darin zu sehen. Die Crewmitglieder scheinen dadurch umso spannender und man hat auch Interesse daran, Zeit mit ihnen zu verbringen.

Mass Effect Andromeda (4)

Quelle: Electronic Arts

Kampfsystem

Wer an Kämpfe in Mass Effect 3 zurück denkt, der wird wohl weniger an das Kampfsystem als an die Gegner denken, immerhin war so ein Banshee nicht gerade der beste Freund von Shepard und konnte diesem auch ganz schön einheizen. Ähnliches denkt fällt einem wohl auch bezüglich der Rohlinge oder diversen anderen Gegnern auf. Leider sieht es in Mass Effect: Andromeda etwas anders aus, da es nur wenige Gegner-Fraktionen gibt und sich diese im Vorgehen auch nur wenig voneinander unterscheiden. So kann man schon in den ersten Stunden des Spieles eine Taktik entwickeln, die in den meisten Fällen auch gut funktionieren wird.

Mass Effect Andromeda (2)

Quelle: Electronic Arts

Hier kommt leider kein Banshee mitten in einem ohnehin chaotischen Kampf an und sorgt dafür, dass man komplett umdenken muss. In Anbetracht dessen, dass das Kampfsystem in Andromeda noch einmal deutlich verbessert wurde im Vergleich zu Mass Effect 3 wäre es umso schöner, wenn man dieses auch rundum nutzen müsste. Kämpfe sind nun weniger ein dauerndes Schießen hinter Deckung und hin und wieder ein wechsel eben dieser, sondern können viel dynamischer sein. Dank des nützlichen Jetpacks sind Ausweichmanöver und Angriffe von oben ein Spaß und sind quasi immer einzusetzen. Ein nettes Feature ist, dass man nun nicht mehr via Tastatur von Deckung zu Deckung sprinten muss, sondern man muss nur gegen die Deckung laufen und der Rest geschieht automatisch. Am wichtigsten ist wohl, dass man nun nicht mehr an eine Klasse gebunden ist und so seinen Charakter ganz nach eigenem belieben in verschiedene Richtungen entwickeln und sogar während des Kampfes wechseln kann. Erst will man vielleicht als Biotiker etwas die Gegner umherschleudern aber im nächsten Kampf vielleicht lieber mit einer Drohne kämpfen oder den Gegnern unsichtbar in den Rücken fallen? Dank offenem Skilltree ist all das kein Problem.

Für PC Spieler gibt es viele Einstellungen bezüglich Tastenlegung, Mausempfindlichkeit, Glättung, Invertierung der X- und Y-Achse und co., wobei man auch als Gamepad-Nutzer die Tasten neu belegen kann. Die Ausrede, dass man mit der Steuerung nicht zurecht kommt ist also obsolet.

Problematische Animationen

Dank der Frostbite Engine von DICE können Spieler hier eine richtig hübsche Grafik erwarten, die fast auf dem selben Niveau von Spielen wie Star Wars: Battlefront liegt. Man bekommt scharfe Texturen, realistische Beleuchtungen und sehr schöne Reflexionen geliefert. Dank TAA können auch Spieler mit nicht so starker Hardware ein gutes Post-Processing erwarten, andere können mit FXAA erwarten. Doch ein große Manko gibt es an Mass Effect: Andromeda, nämlich die Animationen der verschiedenen Charaktere. Oft sieht man sehr leblose Gesichtszüge in unangebrachten Momenten oder aber unangebrachte Gesichtszüge in eher normalen Momenten. Dies sorgt (wenn auch unfreiwillig) immer wieder einmal für den ein oder anderen Lacher, was leider teilweise den Spannungsbogen zerstört. Gerade in Anbetracht dessen, dass die Animationen in den vergangenen Mass Effect Teilen gelobt wurde handelt es sich hier um einen deutlichen Rückschritt.

Fazit

Besonders gut gefällt mir an Mass Effect: Andromeda, dass man nun nicht mehr zwischen Gut und Böse bei Dialogoptionen unterschieden muss, da man den Character so viel besser ausspielen kann und Gespräche nach eigenem Empfinden in verschiedene Richtungen lenken kann. Allgemein gefallen mir die Dialoge mit den verschiedensten Charakteren sehr gut, und durch eine Crew die selbst auch mal was zu tun hat, wirkt diese auch um einiges lebendiger. Der Kampf kann schön dynamisch ausfallen und wirklich Spaß machen, sofern man auch mal bereit ist, von der Kampftaktik X die quasi immer funktioniert mal etwas Abstand zu nehmen und die anderen Fähigkeiten des offenen Skilltrees auch mal auszuleben. Wem das etwas repetitive Spielprinzip der Planetenerforschung und dem darauf folgenden bewohnbar-machen nicht gefällt, der wird teilweise etwas gelangweilt sein, andernfalls bietet das Spiel nämlich mehr als genug davon. Und auch wenn die Animationen teilweise zu wünschen übrig lassen, bin ich der Meinung, dass Mass Effect: Andromeda eine gut präsentierte Geschichte hat und durchaus Spaß machen kann.

Good

  • Sehr viele Dialogoptionen
  • Schön gestaltete Landschaften
  • Realistische Verhalten der Crew
  • Interessante Story

Bad

  • Animationen nicht gelungen
  • Schwierigkeit lässt zu wünschen übrig
  • Botengänge mit vielen Ladezeiten
8.8

Toll

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause.

Noch Fragen oder Anregungen? – chris.holzheu@gamersplatform.de

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