Call of Duty: Modern Warfare Remastered im Test – Old & still Gold?

Mit dem Release von Call of Duty 4: Modern Warfare legte Infinity Ward den Grundstein für eine enorme Erfolgsgeschichte . Wenn Spieler aus Counter Strike: Source Kreisen plötzlich in Scharen auf einen neuen Shooter blicken, dann muss es etwas großes gewesen sein. 9 Jahre später gibt es ein Remaster dieses Shooter-Klassikers. Ob es sich auch lohnt, erfahrt ihr in diesem Test.

Soap will es nochmal wissen

Call of Duty

Quelle: Activision

Cpt. Price erhält einen neuen Rekruten, den talentierten Soldaten Soap. Diesen werdet ihr während der rund sechs stündigen Kampagne hauptsächlich durch eine Reihe von Missionen begleiten. Als jemand, der die Kampagne des Originals ein mal auf dem PC und drei mal auf verschiedenen Konsolen beendet hat, habe ich natürlich auf viele Details geachtet, die ich damals so genossen habe und unbedingt wieder erfahren wollte. So war das Gefühl schon im Menü eines mit großer Vorfreude, wenn die bekannte Musik aus den Boxen schallt, die ersten originalen Sprecher zu hören sind und auch die ganze Welt frischer und moderner aussieht.

Die Story ist wenig spektakulär. Es gilt den Ultra-Nationalisten Imran Zakhaev auszuschalten, der einen russischen Bürgerkrieg zu verantworten hat, Terroristen im Nahen Osten unterstützt und dazu sogar noch einen Atomschlag gegen die USA plant. Dazu führt uns das Spiel zu verschiedenen Orten mit abwechslungsreichen Settings. Die Missionen verlaufen eigentlich so, wie man es von einem Call of Duty erwartet, aber weit weniger chaotisch wie etwa in den letzten Zukunfts-Ablegern. Das liegt daran, dass das Setting insgesamt noch sehr nah an der Realität liegt, keine futuristischen Hilfsobjekte beherbergt und zudem natürlich vom Gameplay anders ist. Aber eins nach dem anderen.

Pure Nostalgie

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Quelle: Activision

Infinity Ward wusste damals schon einen Shooter, der eigentlich simpel von A nach B durch Horden von Gegnern führt, abwechslungsreich und spannend zu inszenieren. Ob es eine Mission auf einem schwankenden Schiff ist, eine Schleich-Mission durch die atomverseuchte Stadt Prypjat nahe des alten Tschernobyl Kernkraftwerkes, wechselnde Abschnitte zwischen Land und Hubschrauber, Evakuierungsmissionen, ein Abschnitt an Board einer AC-130 oder auch eine Verfolgungsjagd zu Fuß. Auch heute merkt man dem Spiel irgendwie nicht sein Alter an, und das ist gut so. Immer noch sind die Missionen auf einem hohen Niveau und stehen aktuellen Spielen in nichts nach. Zudem wirkt das Spiel insgesamt realistischer als ein Ghosts, Advanced Warfare oder Black Ops 3. Klar ist das Spiel nicht realistisch, aber dafür glaubwürdiger. Nichts erscheint nämlich komplett aus den Wolken gegriffen, wodurch die Handlung stehts nachvollziehbar und auch aufgrund des zeitlichen Bezuges greifbarer ist.

Es ist zudem nach den genannten Spielen das erste Mal, dass keine Doppelsprünge, Wallruns oder ähnliches verfügbar sind. Und das fühlt sich wieder richtig klasse an. Damit wirkt das Remaster im Vergleich zu aktuellen Teilen im wahrsten Sinne des Wortes bodenständiger.

Was die Story angeht, die ist nicht sonderlich komplex, bietet keine Twists oder traut sich völlig innovative Dinge, aber sie unterhält, ebenso wie es die Missionen tun, an denen der Zahn der Zeit vorbei gegangen zu sein scheint. Somit habe ich mich auch bei meinem nun fünften Durchgang pudelwohl gefühlt. Natürlich war da immer dieser Nostalgie-Faktor bei, aber auch objektiv gesehen ist die Kampagne wirklich auch noch nach heutigen Maßstäben gelungen. Am meisten gefreut hat mich zudem, dass man sich strikt an das Original gehalten hat, alles ist wie damals, nur in hübsch.

Gutes Remaster = Lohnender Kauf?

Call of Duty

Quelle: Activision

Nach der Kampagne habe ich mich selbstverständlich sofort in den Multiplayer gestürzt. Und auch hier habe ich mich nach einiger Zeit wieder 9 Jahre zurückversetzt gefühlt. Es kommt nämlich wieder viel mehr auf Skill an. Nur drei Perks, keine Doppelsprünge, eine ganz kleine Anzahl an Kill-Streaks, keine Visiere die schon vorher Gegner markieren. Modern Warfare Remastered verzichtet auf all die Hilfen und das „Mehr“, dass die Serie in den Jahren dazubekommen hat. Und dafür kann man dankbar sein. Man möchte sagen, Call of Duty ist und bleibt Call of Duty, aber für Shooter Freunde ist diese Aussage nicht so einfach abzuleiten. Dadurch verändert sich das komplette Movement wieder zu einer sehr klassischen Herangehensweise. Von Deckung zu Deckung sprinten, vorsichtig nach links luken, langsam geduckt hinter einer Wand schleichen, die Umgebung beobachten. Das scheint in Zeiten, in denen man unbegrenzt über Maps sprinten und springen kann schon fast suspekt. Ich persönlich hatte mich nie gegen dieses klassische Gameplay verschworen und war umso glücklicher es nun wieder zu haben.

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Quelle: Activision

Auch werde ich nicht mit unzähligen Mini Erfolgen zugespamt. Zwar sind es immer noch einige, aber im Vergleich zu neuen Teilen geht es noch. Somit fällt auch das Leveln nicht so einfach. Ich erinnere mich wie ich in Advanced Warfare schon nach zwei Runden auf Level 6 war. In Modern Warfare Remastered waren dazu einige Runden nötig. Zudem gibt es nun ein paar Individualisierungsmöglichkeiten, die es damals noch nicht so gab, was den Charakter betrifft. Aber insgesamt hält sich auch der Multiplayer enorm exakt an den Vorgänger. Da wurde nichts abgewandelt oder umgeworfen, sondern gemäß dem Original nachgebaut. Zudem macht es Spaß sich auf alten, bekannten Maps auszutoben. 10 gibt im Remaster, die restlichen Karten werden kostenlos nachgereicht. In Zeiten von DLC’s, die für Inhalt zur Kasse beten, der eh schon im Spiel enthalten sein sollte, ist das schon mal eine beruhigende Information. Ein weiterer Pluspunkt gegenüber dem Original sind natürlich die vollen Server. Auf dem Rechner hatte ich kurz davor noch einmal das Original angeworfen, musste mich aber auf privaten Servern mit „besonderen Regeln§ rumschlagen, wie Punkte vergeben werden. Da ist es nicht so einfach noch gute Matches zu schlagen, mit dem Remaster schon.

Optisch sieht das Spiel natürlich um Längen besser aus als der Teil von 2007. Das ist ein Alter, bei dem Remaster Versionen durchaus anfangen Sinn zu ergeben. Und optisch hat man hier wirklich nicht einfach ein HD Remaster mit aufpolierten Texturen geschustert, hier wurde jeder Gesichtszug, jede Textur und jeder Grashalm komplett neu designt und eingebracht. So muss ein Remaster gemacht werden! Dennoch bleibt das Spiel unter seinen Möglichkeiten. Es sieht durchweg „gut“ aus, hin und wieder begnete ich jedoch Texturen, die aus der Nähe an Schärfe und Detailreichtum verloren. Zudem sieht es im Vergleich zu Infinite Warfare auch einen Hauch schwächer aus.

Fazit

ChrizKoIch habe mich bei dem Test aus Vorfreude dazu entschieden, erst mit Modern Warfare Remastered anzufangen, anstatt mit Infinite Warfare. Und ich kann nicht behaupten es zu bereuen. Es ist nicht nur die Nostalgie, die mir trotz komplett erneuerter Grafik ein heimisches Gefühl gibt, sondern auch das Spiel an sich ist gut gealtert und auch im Jahre 2016 ein moderner Shooter, der durch das Setting und das bodenständigere Gameplay, sowohl im Single –als auch im Multiplayer glaubwürdiger, greifbarer und nachvollziehbarer wirkt, als die Teile der letzten Jahre. Wer das Original geliebt hat, ein gutes Remaster will, oder einfach nur mal wieder Lust auf ein Call of Duty hat, welches auf die

etlichen Hilfen und „Over-the-Top“ Features verzichtet, der wird hier seinen Frieden finden. Auch wenn so manche ein Modern Warfare 2 Remake im Zuge eines Advanced Warfare 2 „befürchten“, ich wünsche es mir nach diesem Remake sogar!

Good

  • Komplette grafische Neuauflage
  • Am Original Gameplay wurde festgehalten
  • Spieldesign ist gut gealtert
  • Angenehm bodenständiges Shooter Gefühl
  • Riesiger Online-Spaß mit vollen Servern und tollen Balancing

Bad

  • An Legacy Edition von Infinite Warfare gebunden
  • Story bleibt auch nach 9 Jahren wenig innovativ
8.7

Toll

The Guy who loves Videogames

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