Die Evolution im Gaming

Mehr ist mehr, wenn es nach den Spiele-Herstellern geht. Die Trends gehen schon seit geraumer Zeit zu Blockbuster-Serien, die mit DLC (Downloadable Content) frisch gehalten werden und dadurch weiter expandieren können. DLC wie neue Welten, neue Quests oder andere Extras für ein bereits gekauftes Spiel gibt es manchmal gegen Bares, manchmal auch gratis. In Multiplayer-Games wie „Overwatch“ oder dem wegen seiner vielen käuflichen Lootboxen international umstrittenen „Star Wars: Battlefont 2“ gibt es immer neue Helden und Maps. In Open-World-Games wie „Fallout 4“ kommen immer neue Missionen und Areas ins Spiel.

Statt neue Spiele zu entwickeln, werden so die alten aufgemotzt.

Tatsächlich neu in jüngster Zeit ist ein Trend zu Spielen wie „Mass Effect: Andromeda“ und „Ghost Recon: Wildlands“, die sowohl als Single-Player-Welt wie auch als Multiplayer-Game funktionieren. Ganz so weit wie in Steven Spielbergs neuem Hit „Ready Player One“, in dem die virtuelle Welt als Zufluchtsort vor einer grauen Realität dient, sind wir zwar noch nicht, aber der Film ist auch ein nostalgischer Trip durch die Popkultur der vergangenen Jahrzehnte – Videospiele inbegriffen. Die haben sich seit ihren Anfängen als echte Konsumartikel in den 70er Jahren gewaltig weiterentwickelt. Der erste Verkaufsschlager war Ataris Arkadenspiel Pong (der Name Ping Pong war schon vergeben und geschützt), bei dem ein sich bewegender Punkt mit einem Strich getroffen werden mußte.

Mit dem PC erlebten die ersten Videospiele in den 80er Jahren neuen Auftrieb. Außer für die neuen Heimcomputer wurden auch welche für die ersten Konsolen entwickelt. In den 90er Jahren wurde es lebhaft auf dem Markt. Nintendo, Sega, Playstation, Xbox – jede Menge Konsolen bedeutete auch jede Menge Spiele, die dafür gebraucht wurden. Heute gibt es Games für jeden Geschmack, von ernsthaften Spielen zur Bewußtseinsbildung, Games, die Geschichten erzählen, Games, die Geschicklichkeit erfordern, Blockbuster Games, Games für einzelne Spieler im stillen Kämmerlein und Games für tausende Spieler, die über einen Server verbunden sind. Eines haben sie alle gemeinsam: der Trend geht zu immer schärferen Bildern und immer mehr Soundeffekten.

Das macht sich auch bei Casino-Spielen bemerkbar. Software-Entwickler Yggdrasil Gaming hat mit Blackjack den Eröffnungszug in Sachen Tischspiele gemacht, die mit ihren gestochen scharfen Grafiken und durch Motion-Capture-Technologie simulierten Croupiers ein dreidimensionales Spielerlebnis bieten, wo immer sich die Spieler auch aufhalten mögen. Oder die Spielerinnen. Waren es am Anfang überwiegend Jungs im Teenageralter, die am Computer oder auf der Konsole in andere Welten abtauchten, sind inzwischen die größte Gruppe an Gamern 50 Jahre und älter, und der Frauenteil insgesamt lag bei 41 Prozent.

Das wird auch in Zukunft nicht geringer werden.

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