Sind Bugs wirklich so schlimm?

Mass Effect Andromeda (4)

Quelle: Electronic Arts

Seit es Spiele gibt, gibt es auch Bugs in eben diesen. Man kennt ja die Geschichte, wie das Wort „Bug“ überhaupt etabliert wurde. Angeblich verirrte sich 1947 eine Motte in die Relais eines Mark II Aiken Relay Calculator an der Harvard Univerity, welche zu Fehlfunktionen führte. Die Computerpionierin Grace Hopper hat diese dann entdeckt und in das Logbuch gepinnt mit der Bemerkung „First actual case of a bug beeing found“. Auch wenn diesem Satz zufolge der Begriff bereits etabliert war, hält sich diese Geschichte bis heute – ist immerhin auch eine nette Anekdote. Aber eigentlich ist es auch egal woher der Begriff kommt; Fakt ist: Man findet heute in nahezu jedem Spiel den ein oder anderen Bug.

Kaum ist das Spiel erschienen, schon eschauffieren sich diverse Spieler im Internet über die Bugs und Glitches, welche sie im Spiel gefunden haben. Oft wird versucht, den Entwickler oder Publisher in eine Ecke zu drängen und Antworten zu fordern, wieso in einem von 20 Fällen ein bestimmter Gegenstand nicht spawnt oder sonst irgendeine Nichtigkeit nicht korrekt funktioniert. Dann heißt es auch immer öfters mal, dass das Spiel keine 70 Euro wert ist, wenn man dem ein oder anderen Bug begegnet, oft heißt es ja sogar, dass das Spiel „unspielbar“ ist, wenn mal was nicht ganz so funktioniert wie erwartet. Klar, in manchen Fällen ist das auch verständlich, gerade mit Blick auf viele gamebreaking Bugs oder auch einfach wenn die schiere Anzahl den Spielspaß erheblich senkt (siehe Assassins Creed: Unity). In den meisten Fällen ist dies allerdings bei weitem nicht der Fall.

Da die Branche der Videospiele immer schnelllebiger wird und der Hype aufrecht erhalten werden muss, kommen Entwicklerstudios immer wieder ins schwitzen. Die Deadlines sind Eng, da man sein Spiel noch vor dem Konkurrenten oder dem Weihnachtsgeschäft veröffentlichen muss und die Share- und Stakeholder der Publisher Ergebnisse sehen wollen. Jede Verschiebung des Spieles sorgt dafür, dass die Kosten für den Publisher steigen und zugleich, dass der durch die teure Marketing-Kampagne mühselig aufgebaute Hype darunter leidet. Aber was, wenn das Spiel einfach noch nicht ganz fertig ist? Soll man es verschieben, den Preis senken oder sogar dem Spieler sagen, dass es noch Probleme gibt? Die beste Lösung muss der Publisher immer wieder durch diverse Berechnungen festlegen, auch wenn das für den Spieler vielleicht nicht die angenehmste Lösung ist. In Fällen wie Assassinˋs Creed: Unity hat sich gezeigt, dass die Rechnung von Ubisoft nicht die beste war, da die Marke und das Image des Publisher deutlich darunter gelitten hat. In den meisten Fällen geht die Rechnung allerdings auf, wenn man einen Blick auf die Zahlen wirft.

Natürlich ist es aus Sicht der Spieler verständlich, dass man den neuen Teil der Lieblingsserie fehlerfrei genießen möchte. Allerdings kann ich über ein paar kleine Bugs hinweg sehen, wenn ich weiß, dass es aus monetärer Sicht ein Erfolg war da ein unnötiger Shitstorm vermieden wird, und ich weiteren Teil der Reihe erwarten kann. Natürlich sieht das bei den Spielen anders aus, die durch gamebreaking Bugs teilweise wirklich unspielbar sind oder schlichtweg keinen Spaß mehr machen, wenn man alle paar Minuten diversen Bugs begegnet. Da verstehe ich natürlich, dass eine Verschiebung des Spieles vielleicht die bessere Entscheidung wäre und man nicht versuchen sollte, dem gutgläubigen Spieler das Geld für ein unfertiges Produkt aus der Tasche zu ziehen.

GP-Anna
Ich bin frisch eingezogen im Nerd-Kosmos. Großer Fan von Rollenspielen, Fantasy und Fernseh-Serien. Bei Fragen oder Kommentaren einfach hier melden: anna.eisenmann@gamersplatform.de

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