Total War: Warhammer – Der Fantasy-Schlachten Titel im Test

Zwar hatte ich auf Grund Zeitmangels und meines eher geringen Talentes für das Bemalen von Miniaturen nie mit dem Tabletop angefangen, aber dennoch hat mich das Warhammer Fantasy Universum immer wieder gelockt und interessiert. Zu interessant hörten sich die verschiedenen Völker und die gigantischen Schlachten an, weswegen ich immer wünschte diese statischen Schlachten mal in Bewegung zu ziehen. Nun haben SEGA und Creative Assembly Total War: Warhammer herausgebracht, welches sich genau mit dieser Vorstellung beschäftigt. Die Massenschlachten der Total War Reihe im Warhammer Fantasy Universum. Da kann doch eigentlich nicht mehr viel schief gehen, oder? Findet heraus, ob wir uns als Kommandant weiter in die Schlachten stürzen oder lieber unser Schwert an den Nagel hängen!

Titel

Grünhaut, Langbart, Vampir oder lieber Mensch?

Quelle: Sega

Für viele Warhammer Fans das wichtigste ist natürlich welche der vielen Völker spielbar sind. Immerhin unterscheiden sich diese immens und haben verschiedene Vor- und Nachteile, die man hoffentlich auch im Videospiel merken wird. In Total War: Warhammer sind die Zwerge, das Imperium, die Orks und die Vampire. Theoretisch ist auch die beliebte Rasse des Chaos verfügbar, jedoch gibt es diese Rasse nur für Vorbesteller und Käufer, die innerhalb der ersten Woche nach Release sich den Titel gekauft haben. Ob das Volk, welches eigentlich das beliebteste ist, nachträglich als Kauf-DLC zur Verfügung stehen wird ist noch ungewiss. Auch ob noch weitere Völker den Weg ins Spiel finden ist fraglich, da Creative Assembly eine Trilogie anstrebt, die jeweils alleine spielbar ist. Denkbar ist daher, dass neue Völker in den Sequels zugänglich gemacht werden. Doch kommen wir zurück zu unseren spielbaren Völkern.

Jedes Volk hat dabei natürlich seine ganz unterschiedliche Spielweise und Fähigkeiten. Die Vampirfürsten beginngen z.B. ihre Kampagne (ja jedes Volk hat eine eigene Kampagne, deren Ziel aber ansich immer dasselbe ist) im östlichen Sylvania. Dieses Volk ist natürlich sehr magiebegabt und hat starke magische Fähigkeiten die genutzt werden können und setzen mit ihren Armeen eher auf Masse statt Klasse. Zum Beispiel mit einer Horde von Skeletten als Kanonenfutter den Feind festnageln, bis die starken Einheiten ihre Angriffe vorbereitet haben und drauf hauen können. Als Nachteil haben die Vampire, dass sie auf der Oberkarte Verluste in ihren Reihen erleiden, für jeden Zug den sie in einem Gebiet verbringen, welches nicht von Vampiren beherrscht wird. Also schnell benachbarte Gebiete erobern und Einrichtungen bauen, die unsere dunkle Brut vorantreibt, damit wir heile durch die Gebiete streifen können. Jedoch sind Zwerge äußerst standhaft und lassen uns nicht so einfach ihre Stellungen besetzen.

Quelle: Sega

Dafür sind die Zwerge, wie auch in der Vorlage, wahre Ballerburgen. Fernkampf ist ihre Spezialität und man sollte Gegner immer gut rankommen lassen. Natürlich darf man auch ihre Slayer nicht vergessen, die gerade mit monströsen Gegnern, wie sie Orks einsetzen, kurzen Prozess machen. Auf der Oberkarte können Zwerge übrigens sehr schnell von Punkt A nach B kammen im Lant, da sie uralte Tunnel errichtet haben, die dank Lorensystem uns voranbringen. Jedoch haben sie auch das sogenannte Buch des Grolls. Verlieren wir eine Schlacht oder sogar eine Stadt, wird es darin vermerkt. Zwerge möchten dann, dass wir uns rächen, sonst nehmen uns die kurzbeinigen das Übel, wodurch wir Mali in Diplomatie bekommen.

Die Orks hingegen haben keine Fernkämpfer, dafür aber Riesenspinnen oder Trolle, die hart um sich schlagen und einen Trupp mal zersprengen können. Auch bekommen sie einen Kampfkraft Bonus, wenn mehrere Schlachten hintereinander geschlagen werden, sind jedoch in Diplomatie nicht sonderlich bewandert und dürfen z.B. keine Handelsabkommen mit anderen schließen. Somit muss Geld eher durch Plünderung oder Drohung erworben werden.

Quelle: Sega

Das Imperium ist natürlich vor allem auch technologisch bewandert und kommt mit unkonventionellen Einheiten, die alle recht cool sind, aber auch effizient? Den Rest dieses Volkes dürft ihr auch alleine entdecken, wollen euch ja nicht schon alles verraten.

Im Grunde ist die Auswahl der vier Völker schon in Ordnung, auch wenn es immer noch ein klein wenig gemein ist, dass das Lieblingsvolk vieler nur durch Vorbestellung oder schnellen Kauf spielbar ist, daher gehen wir auf dieses auch nicht näher ein, aber ja die Mächte des Chaos sind schon sehr cool gemacht. Sicherlich ist es schade, dass noch viele Völker fehlen, aber alle zu Release zu bringen und dann auch noch gebalanced wäre auch utopisch gewesen. Creative Assembly hat es aber sehr gut geschafft den Völkern grundlegend verschiedene Stile anzudichten, die alle konform gehen mit der Vorlage. Dadurch spielen sich die Kampagnen alle anders und abwechslungsreich, auch wenn der Kern, die Kämpfe, natürlich gleich bleibt.

 

Ziehen wir in die Schlacht

Quelle: Sega

Das Spielprinzip von Total War bleibt natürlich auch in der Warhammer Version erhalten und wird angepasst an das Setting. Heißt in den Massenschlachten befehligen wir immer noch unsere Truppen, die nun aus Fantasy Kreaturen bestehen und je nach Volk andere Strategien brauchen. Wir formieren unsere Truppen, schicken unsere Nahkämpfer vor, greifen von hinten mit unseren Katapulten und Fernkämpfern an und flankieren mit der Kavallerie oder anderen Einheiten. Wir setzen furchteinflößende Ungeheuer sein, die die Moral unserer Gegner dezimiert oder setzen auch magische Sprüche ein. Leider werhen die magischen Winde heute ungünstig für uns und unsere Magier sind geschwächt. Und wenn dann einer unserer Helden mittels Greif oder anderem Reittier in die Schlacht zieht, jauchzt mein jugendhaftes Herz. Es sieht einfach verdammt gut aus wenn die Effekte aufeinander prallen und Die Truppen sich in Bewegung setzen. Da hat Creative Assembly gute Fortschritte gemacht.

Quelle: Sega

 

 

Gerade durch die unterschiedlichen Völker sind die Kämpfe viel abwechslungsreicher und es sieht einfach fantastisch aus, wenn die Truppen aufeinander treffen und ein Troll einen Infanteriesoldaten hochhebt und wegwirft oder mit seiner Keule zuschlägt. Jedoch muss man auch sagen, dass diese Animation und besonderen Ausführungen nicht Standard sind. Oft sieht man auch wie die Truppen an der Grenze zu einander auf einander einschlagen, ohne das sich die Kontrahenten wirklich treffen.

Negativ fällt jedoch vor allem das Terrain der Schlachtfelder auf. Während wir in der Vorlage auf Ruinen, Felsen, Wälder, Türme oder ähnliches im Weg haben, was Besonderheiten bringt ist hier davon wenig zu sehen. Sicher gibt es da mal ein kleines Wäldchen, dort ein Fels oder auch mal ein Pass, aber nie nützt es was der strategischen Planung. Lediglich der Höhenvorteil durch die Hügel ist etwas worauf geachtet werden sollte. Die KI ist auch so eine Sache. In den meisten Fällen funktioniert sie zwar soweit gut, aber sind feindliche Generäle meist einfach zu umlaufen, solange kein Kampf ausgebrochen ist. Im Gefecht jedoch sind sie sehr geschickt darin ihre Einheiten in Formation zu bringen und wichtige Einheiten zu schützen oder fliehende Einheiten auf zu reiben. Die Wegfindung ist jedoch nicht immer das gelbe vom Ei. Oft stürmen und die Truppen immer noch auf direkter Luftlinie zu Feind, ohne darauf zu achten, was im Weg steht. Gerade in den Schlachtfeldern, welche in den Städten spielen, die auch wirklich gut gemacht sind und ganz anders zu den auf dem Land, kann das nervend sein, wenn Einheiten durch die Gassen nicht zum Ziel kommen.

Dennoch stellt sich nach ein paar Stunden auch eine gewisse Routine ein und man möchte nicht jedes kleine Scharmützel selber ausspielen. Daher nutzt man doch irgendwann die automatische Berechnung, was auch keine Schande sein soll.

Kommandanten seid Willkommen

Quelle: Sega

Wichtig sind natürlich auch die mächtigen Helden im Warhammer Universum und wie diese umgesetzt wurden. Vorweg gesagt, ist dies relativ vielfältig ausgefallen, gerade in Sachen Entwicklung. Wie in einem Rollenspiel sammelt jeder Held oder auch Kommandant mit laufende Schlachten Erfahrung und erlernt neue Skills. Diese können eure Einheiten in der Schlacht stärken oder erlauben euch Attentate zu begehen um schon vor dem Kampf eure Gegner zu schwächen. Ob aber letztere gelingen ist ein wenig Glückssache. Andererseits kann es auch sein, dass Helden die Bauzeit von Gebäuden verkürzen, Kosten für Einheiten senken, Monster beschwören können und vieles mehr.

Jeder Held kann somit ein echter Spezialist werden, den ihr auch noch mit verschiedenen Items ausrüsten könnt. Wenn dann einer eurer Helden auf dem Feld der Ehre zurück bleibt kann das nach Stunden investierter Zeit doch schon Schmerzen.

 

Dafür sind diese natürlich gerade in der Schlacht auch sehr mächtig und können diese für euch wenden. Dabei werdet ihr im Laufe des Spiels auch auf bekannte Namen aus dem Warhammer Universum treffen, soweit ihr mit der Lore bewandert seid.

Außerhalb des Schlachtfeldes

Quelle: Sega

Doch was macht ihr abseits von den Massenschlachten auf der Oberkarte? Natürlich umherziehen, Städte und Siedlungen einnehmen um Provinzen zu erobern. Baut dann Gebäude um neue Einheiten zu erwerben oder „zu erforschen“. Aber das ist doch nicht alles, oder?

Natürlich nicht, denn gerade Diplomatie spielt eine wichtige Rolle und immer wieder gibt es auch kleine Entscheidungen zu treffen. In der Diplomatie kann es sein, dass eure Verbündeten wollen, dass ihr eine bestimmte Armee besiegt, Krieg erklärt, denen etwas schenkt oder anders. Sicher muss man diese Wünsche und Forderungen nicht erfüllen, sind sie aber dennoch eine Art Quest, die mit Belohnungen wie Geld oder Ansehen auf euch warten. Dafür könnt ihr aber auch die Diplomatie zu eurem Vorteil nutzen, wenn ihr z.B. eine Stadt belagert die Frieden möchte und euch Entschädigung bietet. Verlangt mehr und ihr bekommt es und wenn nicht… belagert ihr die Stadt halt weiter. Irgendwann werden sie schon auf eure Forderungen eingehen.

Die Entscheidungen die ihr treffen müsst ergeben sich oft aus kleinen Ereignissen die ihr im Spiel antrefft. Wollt ihr bei einem Aufstand die Anführer hinrichten oder seid ihr gnädig? Hört ihr auf ein Omen oder beachtet ihr es einfach nicht? Meist bringen euch die Entscheidungen Geld für eine nicht ganz so schöne Konsequenz, dass ihr zum Beispiel Einfluss verliert. Storytechnische Auswirkungen haben diese Sachen allerdings nicht, was ein wenig Schade ist.

Fazit

Generell bin ich von Total War: Warhammer sehr positiv gestimmt. Das Warhammer Fantasy Flair wurde gut eingefangen und die Schlachten sehen spektakulär aus. Auch ist meiner Meinung nach keine große Spielhürde vorhanden und man kommt relativ einfach hinein. Dazu sieht das ganze einfach fantastisch aus, wenn die verschiedenen Truppen aufeinander treffen und Blitze und Feuerbälle später über dem Bildschirm tanzen. Jedoch braucht es auch ein bisschen Zeit, bis man diese Aktionen zu Gesicht bekommt, da sie nicht gerade von Beginn an dazu gehören. Obwohl ich mit den verschiedenen Völkern zufrieden bin, bin ich doch ein wenig enttäuscht, dass es so wenig Völker sind. Klar ist die Spielweise unterschiedlich und ich erwähnte eingangs schon, dass es utopisch wäre, wenn alle Völker drin wären, aber mein persönliches Lieblingsvolk fehlt, aber damit kann ich mich abfinden. Schlimmer finde ich jedoch die Design Entscheidung, Chaos offenbar nicht nachzuliefern als DLC, bzw. ist dazu immer noch nichts bekannt. Auch ein wenig schade ist natürlich, dass ich meine Armeen nicht so stark individualisieren kann, wie in der Tabletop Version, obwohl wir schon sehr viel Auswahl haben. Die Helden wurden sehr gut umgesetzt und erlauben dank vielfältiger Fähigkeiten eine besondere Anpassung an meine Spielweise. Zwar wurde die typischen Aktivitäten auf der Weltkarte eines Total War Spiels ein wenig entschlackt, tut aber auch nicht weh, da die Schlachten das Hauptaugenmerk in Warhammer sind. Diplomatie und ähnliches sind natürlich eine nette dreingabe. Spannend wird es vor allem zu sehen, wie sich das Spiel auf lange Sicht gegen menschliche Gegner schlägt. Spaß machen mir die Kämpfe definitiv und ich kann Warhammer Fans nur empfehlen einmal reinzuschnuppern.

Good

  • Völker mit unterschiedlichen Eigenschaften
  • Warhammer Fantasy Flair gut eingefangen
  • Super Animationen in den Schlachten
  • Mächtige Helden als wichtige Einheiten
  • Teilweise mit Bezug zur Lore
  • Unterschiedliche Spielweisen
  • Kampagne Online im Koop möglich

Bad

  • Chaos scheinbar nicht nachträglich erhältlich als spielbares Volk
  • Nicht ganz so viel Truppenbearbeitung wie im Tabletop
  • Wegfindung nicht immer optimal
  • Schlachtfelder meist ohne taktische Möglichkeiten
8.7

Toll

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