Resident Evil 7 im Test

Viele Resident Evil Fans beklagen sich seit dem fünften Teil, dass die Reihe an Reiz verloren hat. Kein wirkliches gruseln mehr, keine Schockmomente und auch sonst boten die letzten beiden Teile der Reihe nur noch Action. Mit mehr Erkundungen, düsterer Atmosphäre und Rätseln statt pausenloser Action findet Resident Evil zurück auf einen guten Weg.

resident evil

Quelle: Capcom

Eine seltsame Nachricht erreicht, die Hauptfigur Ethan Winters zu Anfang von Resident Evil 7. Seine Freundin Mia schickt ihm eine Videobotschaft und erzählt ihm panisch, dass sie auf der verlassenen Baker-Farm in der Nähe des Ortes Dulvey sei, genau genommen tief in den Sümpfen von Louisiana. Sie bittet Ethan ihr auf keinen Fall zu folgen, gleichzeitig aber, bittet Sie ihn in einer aktuellen E-Mail sofort zu kommen um sie zu holen. Verstört machen wir uns also mit Ethan auf den Weg zu dem Sümpfen nach Louisiana, schließlich ist Mia seit knapp drei Jahren verschwunden und eigentlich für tot erklärt worden. Schnell wird klar, dass auf der Baker-Farm etwas ganz und gar nicht stimmt. In der Küche stehen Töpfe mit Gedärmen, In der Mikrowelle liegt eine zerfledderte Krähe und im Keller finden wir eine verweste Leiche mit einer Liste voller Namen. Hinter einigen dieser Namen wurde in Klammern „verwandelt“ markiert. Was könnte das bedeuten? 

Wir finden weitere ereignisreiche Entdeckungen bis etwas unerwartetes geschieht und der Hausherr Jack Backer erscheint und uns niederschlägt. Kurze Zeit später wachen wir auf und sitzen mit Familie Bäcker am Tisch, welche sich gerade daran machen zu essen. Haufenweise Knochen, abgetrennte Körperteile, Innereien und andere Abartigkeiten, von denen wir ebenfalls kosten sollen. Just in diesem Moment klingelt das Telefon und die Familie verlässt das Zimmer. Wir nutzen diese Chance und befreien uns von unseren Fesseln. Was nun? Alle Ausgänge sind verrammelt und die Fenster verschlossen. Und zur Haupthalle kommen wir nur, wenn wir eine entsprechende Metallplakette haben.

Plötzlich kommt uns Jack auf dem schmalen Gang entgegen, Panik! Wir wirbeln herum und hetzen durch die Gänge mit dem irren auf den Fersen. Nun heißt es: rennen verstecken und abwarten, damit Vater Baker unsere Spur verliert. Anschließend schleichen wir uns unter dem haus in den Waschraum, wo ein Kassenrekorder zum Speichern auf uns wartet.

Mein erster Eindruck: Hosen voll, geniale jump scares und intensive Atmosphäre. Das mag vielleicht daran liegen, dass Resident Evil 7 als der erste Teil der Serie auf die Egoperspektive setzt. Das heißt, das grauen ist unmittelbarer, intensiver und greifbarer als in den Third-person Teilen. Einige Sachen gefallen mir bei Resident Evil 7 viel besser als in den letzten beiden Teilen. Mit Ethan haben wir keinen Supersoldaten, welcher alle Gegner nur so dahin metzeln kann. Im Gegenteil, Capcom bringt die Hilflosigkeit unserer Figur sehr gut zur Geltung. Wir sind ein ganz normaler Zivilist, der einfach nur auf der Suche nach seiner Freundin ist und in etwas hässliches hineingezogen wurde. Eine andere coole Sache am neuen Teil sind die vielen Rätsel die es zu lösen gilt. Das tolle daran: Einige davon sind echt knifflig! Dadurch, dass wir eben ein ganz normaler Mensch sind, sind wir vorsichtiger. Ethan kann weder schlagen noch Gegenstände aufsammeln und dem Gegner eine damit überziehen. Klar finden wir Feuerwaffen, Flammenwerfer etc. aber mal eine Faustschlägerei ist nicht mehr. Daher öffnen wir Türen nur noch mit angehaltenem Atem und spähen vorsichtig dahinter, ducken uns beim vorbeihuschen an Fenstern und biegen nur allzu vorsichtig um die Ecke. Für den einen mag das anstrengend sein, der Atmosphäre tut dieses Prinzip aber gut!

Übrigens hätte Capcom sich keine bessere Location als die heruntergekommene Farm aussuchen können, denn das riesige Anwesen der Bakers entpuppt sich als gruseliges Highlight des Spiels. Nach und nach kommen immer mehr Geheimnisse und Grausamkeiten ans „Tageslicht“. Im Keller beispielsweise finden wir Verbrennungsöfen für die Gefangenen, die es nicht geschafft haben. Auch eine Zerlegestation und eine Schlachterei für Menschen ist vorhanden. Unterwegs machen wir nicht nur Bekanntschaft mit den Bakers sondern auch mit modrigen Pilzwesen, welche sich aus schwarzen Schleimmassen schälen. Klassische Zombies wie in den älteren Teilen gibt es bei Teil 7 nicht. Der Molded, also die Pilzwesen, vertragen etliche Treffer, sind dafür aber recht langsam. Dann gibt es noch kleinere Krabbler, wesentlich flinker, dafür aber schneller zur Strecke zu bringen.

Zwischendurch werden wir von Zoe, dem zweiten Kind der Bakers angerufen und durch das Anwesen geführt. Aber wer ist das kleine Mädchen auf all den Fotos, die man überall im Haus verteilt findet? Dieser WTF-Effekt zieht zusätzlich zur dichten Atmosphäre stark ins Spiel hinein. Auch grafisch kann Resident Evil 7 überzeugen, Texturen wirken auch nach dem ersten Blick sehr scharf und Schatteneffekte sind auf den Punkt getroffen und sorgen für eine unheimlich düstere Atmosphäre. Wem das alles nicht gefällt kann Dank umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten weitere Schattenqualitätsstufen einstellen. Auch der Sound überzeugt auf ganzer Linie, glücklicherweise ist die deutsche Synchronisation um Welten besser als bei Teil 6!

Wenn ihr mutig genug seid und eine Playstation 4 euer eigen nennen könnt, ist Resident Evil 7 sogar komplett VR tauglich. Heißt: Brille auf und los gehts! Der Titel ist übrigens uncut ab 18 Jahren erhältlich.

Fazit

Anfangs habe ich nicht viel vom neuen Resident Evil gehalten. Zu viele Veränderungen, kaum Oldschool Resi. Aber ich habe mich getäuscht, die „Renovierung“ hat dem Titel gut getan! Ein wenig schade finde ich die Tatsache, dass Ethan ein unbekannter Typ ist und so gesehen nichts mit den Resident Evil Teilen zutun hat. Auch schade sind all die Fragen, die nach dem Ende des Titels offen bleiben. Ich hätte lieber Chris Redfield oder Leon Kennedy als Protagonisten gehabt mit einer etwas verständlicheren Geschichte und der Option, ob das Gameplay first-, oder third-person ist.

Positiv überrascht hat mich die deutsche Synchro. In Teil 6 habe ich deshalb noch das pure kotzen bekommen! Einstellbar sind folgende Sprachen und Untertitel: Deutsch, Englisch, Japanisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Etwas banal, für mich aber Resident Evil existent ist der Anfang. Eigentlich bin ich von älteren Teilen gewohnt, dass Resident Evil 4, 5 oder 6 angesagt wird beim starten, Teil 7 beinhaltet sowas leider gar nicht :/

Good

  • Tolle Licht- und Schatteneffekte
  • Sehr gute deutsche Vertonung
  • Geschichte durchgehend spannend
  • Düstere Atmosphäre
  • Viele Rätsel
  • Schock-Momente

Bad

  • Zu viele offene Fragen nach Spielende
9

Erstaunlich

GP-Özlem
Lieblings-Genre: Shooter, Horror || Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen, schreibt mir an oe@gamersplatform.de

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