Resident Evil 5 – Die Current-Gen-Version im Test

Nachdem Capcom bereits den ersten, zweiten und den sechsten Teil der Resident Evil-Reihe in HD auf die Current-Gen-Konsolen portiert hat, folgt nun auch der fünfte Teil mit etwas überarbeiteter Grafik, doch sein Alter sieht man dem an sich soliden Spiel noch immer an. Da das Spiel ursprünglich 2009 erschien, wird dieser Test wie ein regulärer Test aufgebaut.

Zombies in Afrika

Resident Evil 5 HD (1)

Quelle: Capcom

In den afrikanischen Wüstendorf Kijuju befindet sich ein gewisser Waffenhändler namens Ricardo Irving, welcher mit den (in der Resident Evil-Serie öfters vorkommenden) T-Viren experimentiert. Nun ist es die Aufgabe von Antiterror-Spezialist Chris Redfield und seiner Kollegin Sheva Alomar, diesen Waffenhändler zu fassen. Allerdings wird zuvor noch ein Großteil der afrikanischen Bevölkerung mit dem Virus infiziert, und somit verwandeln sie sich in blutrünstige Zombies. Und schon ist man mitten drin. Das stimmungsvolle Intro liefert innerhalb weniger Minuten einen guten Einblick in die drastische Lage und bietet einen wunderbaren Einstieg in die fast zwölf Stunden lange Kampagne, welche immer wieder über interessante Zwischensequenzen verfügt, welche meist nahtlose Übergänge zum eigentlichen Gameplay bieten. Die Zwischensequenzen werden durch die sehr guten englischen Sprecher noch etwas verbessert. Leider behält die Handlung im allgemeinen diese Spannung nicht durchgehend bei. Es kommen öfters Momente, in denen die Geschichte eigentlich nur noch vor sich her dümpelt, und man auf jeden Fall Spaß an dem Spielprinzip haben sollte, um Motivation zu finden, weiter zu machen. Das heißt: eine Menge kämpfe gegen verschiedene Arten von Zombies. Hier handelt es sich nicht nur um die aggressiven Hooligan-Zombies, sondern auch um Zombies mit Waffen, Hundezombies, sowie einige andere Mutationen. Im fünften Teil der Resident Evil-Serie merkt man, dass der Shooter-Part überhandnimmt und eigentliches Survival ziemlich kurz kommt, ebenso vermisst man wirklich harte Rätsel. Es ist auch etwas schade, dass Chris Redfield und Sheva Alomar nicht oft genug miteinander reden, wodurch es ganz schön lange dauert, bis man diese wirklich kennenlernt, und dann steht man auch schon plötzlich im abrupten Finale und sieht kurz darauf die Credits über den Bildschirm rollen.

Resident Evil 5 ist in sechs Kapitel eingeteilt, welche sich sowohl vom Schwierigkeitsgrad her sehr entscheiden, sowie auch von der optischen Präsentation her, auch wenn alles in Afrika spielt. In einem Kapitel ist man noch in dem einfachen Dorf Kijuju zwischen Wellblechhütten unterwegs, in einem anderen fährt man mit einem Boot mitten durch eine Fabrikanlage. In jedem dieser leider recht linearen Level gibt es einiges zu erkunden, sowie jede Menge Sammelkrimskrams zu finden. Sofern man mal dafür Zeit hat, denn in regelmäßigen Abständen brechen Wellen von Zombies über einen herein, und dann gilt es Schießen und Schlagen, bis nichts mehr steht. Allgemein sind die sehr schön gestaltet und vermitteln auch immer eine gute Atmosphäre, auch wenn das Spiel grafisch nicht auf dem neuesten Stand ist. Doch dazu gleich mehr. Die Actiongeladenen Level werden durch die gute Soundkulisse und eine im allgemeinen präzise Steuerung noch etwas unterstützt, auch wenn die Gegner-KI öfters mal etwas zu wünschen übrig lässt -naja, sind eben Zombies. Das einzige, was dem Spiel einen ordentlichen Dämpfer verpasst ist, dass man nicht gleichzeitig laufen und nachladen kann. Ist das Magazin leer, so muss man gezwungenermaßen stehen bleiben und zusehen, wie die Gegnermassen näher kommen. Etwas schade, wenn man bedenkt, dass hier Profis am Werk sind. Besonders störend wird das dann, wenn man sich minutenlang Zombies vom Leib halten muss (was ohnehin schon eine Geduldsprobe ist), und immer wieder getroffen wird, da man sich nicht bewegen darf.

Resident Evil 5 HD (2)

Quelle: Capcom

Allerdings besteht einer der großen Reize an Resident Evil 5 wohl auch an dem Koop-Modus, denn jede Mission lässt sich auch zusammen mit einem Freund spielen. Denn gerade actiongeladene Spielszenen und anstrengende Verteidigungen machen mit einem intelligenten Gefährten  um einiges mehr Spaß. Das soll nicht heißen, dass sie KI der Begleiter schlecht ist, sie kann nur einfach nicht einen echten Menschen ersetzen. Im Koop-Modus werden die Aufgaben der Charaktere auch genau so verteilt, wie im Singleplayer-Modus. Sie helfen sich gegenseitig Vorsprünge zu erklimmen, geben sich Deckung, stellen Waffenupgrades her und so weiter. Besonders in den speziell gescripteten Abschnitten macht das noch einmal mehr Spaß, steuert man zum Beispiel das Boot, während der Kollege die Zombies fern hält. Insgesamt macht der Koop-Modus also noch etwas mehr Spaß als der Singleplayer-Modus, da man sich gegenseitig einfach viel besser Anweisungen geben kann.

Natürlich fragt man sich bei einem HD-Remaster zwangsläufig, was sich nun im Vergleich mit der Vorgänger-Version geändert hat. Im Falle von resident Evil 5 kann man sagen, dass es nicht viel ist. Wirft man einen Blick auf die Grafik der PS3-Version und legt danach die PS4-Version ein, so wird man eher kleinere Veränderungen sehen (allerdings sind sie eben doch sichtbar). Die neue, 20 Euro teure, Version von Resident Evil 5 beinhaltet alle erschienenen DLCs, sowie eine alternative Kameraperspektive (Danke!). Diese befindet sich nun deutlich hinter der, aus dem originalen Spiel, wodurch man einen um einiges besser Überblick bekommt. Man kann die alte Kameraperspektive allerdings noch in den Einstellungen auswählen.

Fazit

Resident Evil 5 erschien erstmals 2009 und konnte gerade durch gute Grafik und angenehme Zwischensequenzen überzeugen. Heute ist die Grafik, trotz dass sie überarbeitet wurde, natürlich nicht auf dem allerneuesten Stand -man sieht dem Spiel sein alter auf jeden Fall an. Die übrigen Stärken, sowie die übrigen Schwächen, bleiben, da das Spiel inhaltlich nicht verändert wurde, logischerweise bestehen. Die einzige Änderung, ist die alternative Kameraperspektive, welche einen deutlich verbesserten Überblick verschafft, als es noch im Original gegeben hat. Der Preis von 20 Euro inklusive aller DLCs ist also im allgemeinen für die spannende, etwa 12 Stunden lange, Kampagne angemessen. Sollte man Resident Evil 5 noch nicht gespielt haben, kann man bei diesem Angebot sicher zuschlagen. Wem dieser Teil der Reihe allerdings schon bekannt ist, der wird mit diesem HD-Remaster wohl kaum viel anfangen können, da auch die grafischen Änderungen nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Good

  • Starker Einstieg
  • Viel Action
  • Neue Kameraperspektive
  • Verbesserte Grafik

Bad

  • Abruptes Finale
  • Handlungsschwächen
  • Teils nervige Defence-Missionen
8.5

Toll

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