One Piece: Burning Blood – Der spielbare Anime im Test

Strohhut Ruffy bittet zum Kampf, und dutzende folgen ihm. Mit One Piece: Burning Blood erwartet euch ein brandneues Beat ‚em Up im namensgebenden Universum. Ob das aber auch etwas taugt erfahrt ihr in diesem Test.

Ein kleiner Fan Traum

One Piece Burning Blood

Quelle: Bandai Namco

Dreh und Angelpunkt von One Piece: Burning Blood ist die Gipfelschlacht am Marinefort aus den Mangas, bzw den Animes. Dort spielt man aus verschiedenen Blickwinkeln die Story nach und kämpft mit mehreren Charakteren aus deren Sichtweise die Geschichte. Dies geschieht ohne große Einführung, weshalb Nicht-Kenner von One Piece enorme Verständnis Schwierigkeiten haben könnten. Für Fans dagegen ist die Inszenierung ein kleines Fest. Die Sprachausgabe ist komplett nach japanischen Original gehalten. Aber keine Sorge, Untertitel gibt es selbstverständlich auch. Zudem ist der Cel-Shading Look sehr gut getroffen. Das liegt auch darin, dass dieser nicht so feinpoliert wirkt, sondern bewusst kantiger, dreckiger und stellenweise aber auch schon fast wie gezeichnet. Das sieht auch in Bewegung hervorragend aus, die Effekte können zudem ebenfalls überzeugen. Im Story Modus spielen wir die Episoden einiger Schlüssel-Akteure der Schlacht. Dabei haben wir eine kleine Oberkarte, die die Umgebung knapp abbildet. Von hier kann man die verschiedenen Matches auswählen. Ein Erzähler, sowie einige Bilderschnipsel aus dem Anime führen in die kommende Situation ein, ähnlich wie im letzten Naruto Ableger. Daraufhin wird die Szene mit einer kurzen Sequenz weitergeführt, die in Spielegrafik gehalten ist, und viel Freude beim Zusehen bereitet.

Vorbildliches Kampfsystem

One Piece Burning Blood

Quelle: Bandai Namco

Danach geht es auch in den endgültigen Kampf über. Gleich zu Beginn erfreute ich mich angesichts der Bewegungsfreiheit. Denn Burning Blood ist kein klassischer Rechts-Links Prügler, sondern setzt auf eine frei begehbare Arena. Dadurch entstehen generell schon mal mehr und verschiedenere Situationen und auch mehr Freiheiten im Bewegungsablauf. Die Mechaniken sind trotzdem eingängig. Es ist eine gute Mischung aus Schlichtheit und Komplexität.

One Piece Burning Blood

Quelle: Bandai Namco

So kann man relativ einfach mehrere gute Schlag-Kombos hinlegen, per Sprung oder Spezialfähigkeit lassen sich jedoch noch umfangreichere Abläufe kreieren. Die KI macht es jedoch nicht immer einfach und beherrscht auch Angriff und Block teils hervorragend, sodass die Duelle mitunter auch sehr taktisch geführt werden müssen. Aber Blocken ist kein Allzeck Mittel, schließlich gibt es auch Blockbrecher oder Ultra Attacken. Besonders spannend wird es, wenn euer Aktionsbalken vollständig gefüllt ist. Per Klick auf den rechten Stick schaltet ihr in eine Art Spezialmodus, in dem ihr auch eure beste Angriffstechnik ausführen könnt. Zwar besitzen alle Akteure unterschiedliche Angriffe und Fähigkeiten. Die Steuerung bleibt dabei jedoch immer gleich. Da die Kämpfer sich in Angriffstechnik und Tempo mitunter stark unterscheiden, fällt mein Urteil über die Variabilität positiv aus. Auch die Inszenierung stimmt, denn nicht nur die vielen animierten Story Szenen während der Hauptgeschichte machen Laune, auch die Kämpfe selbst bieten toll animierte Angriffe, Effekte, als auch Zwischensequenzen bei besonderen Attacken. Etwas schade finde ich, dass die Umgebung meiner Meinung nach zu wenig integriert wird. Ich hätte mir ein flexibleres Umfeld für noch weniger Statik und mehr Abwechslung gewünscht.

Ein zwiespältiger Spielumfang

One Piece Burning Blood

Quelle: Bandai Namco

Leider beschränkt sich die Story nur auf die Schlacht am Marinefort. Da man die Geschichte nacheinander aus mehreren Perspektiven spielt, wiederholen sich somit manche Situation bedingt und das gilt auch auf die äußeren Umstände. Zudem ist der Story Modus nicht gerade das umfangreichste Stück des Spiels und innerhalb weniger Stunden abgearbeitet. Danach lädt One Piece: Burning Blood noch zu anderen Modi ein. Darunter natürlich der Online Modus, bei dem auch mit „Piratenflaggenkampf“ ein Clan-artiger Modus dabei ist. Dort kämpft man als Piratenbande in Online-Matches und versucht Inseln zu besetzen, sowie im Rang aufzusteigen. Auch gibt es normale Offline Matches, sowie den Steckbriefmodus, bei dem es bestimmte Herausforderungen abzuschließen gilt.

Umfang wird bei der Charakterauswahl dafür ganz groß geschrieben, denn es gibt zahlreiche Haupt -und Nebencharaktere. Satte 42 Hauptcharaktere stehen zur Verfügung, darunter natürlich Ruffy und Ace. Sogar die Marine Charaktere lassen sich steuern. Und weitere 65 Charaktere stehen zusätzlich noch zur Verfügung. Denn Tag Team Kämpfe stehen ebenfalls auf der Tagesordnung. Dadurch gibt es sogar Aktionen, die gemeinsam von beiden Kämpfern gleichzeitig durchgeführt werden können.

Leider ist beim Balancing nicht alles glatt gelaufen. Denn während einige Charaktere sowohl auf kurze, als auch auf lange Distanz enorm stark sind und zudem agil agieren, sind einige Kämpfer behäbig und nur auf eine Distanz spezialisiert. Daher sind einige Figuren für schwierige Kämpfe weniger brauchbar. Gerade im Online Bereich dürften sich auf lange Sicht dieselben Charaktere etablieren. Und das ist schade, denn nach der Kampagne dürfte dies der einzige Modus sein, der auch längerfristig bei der Stange halten kann.

Fazit

GP ChrisOne Piece: Burning Blood ist ein schöner Prügler, der in erster Linie für die Fans des Mangas, bzw der Anime Serie gemacht ist. Denn geschichtlich findet sich ein Einsteiger nur schwer im Geschehen zurecht. Leider kommt der Umfang etwas zu kurz, was dem Spielspaß im Kampf aber trotzdem nicht schadet. Die eingängige Steuerung bietet im Kampfsystem genug Tiefe, um ein vielfältiges und taktisches Duell auftischen zu können. Auch die sehr schöne Optik und Inszenierung tragen ihren Teil dazu bei. Dazu sollte die üppige Charakterauswahl jeden One Piece Fan zufrieden stellen, auch wenn das Balancing nicht ganz gelungen ist. Fans machen mit einem Kauf absolut nichts falsch, alle anderen sollten sich vorher zumindest etwas mit der Reihe beschäftigen, denn spielerisch lohnt es sich auch für Einsteiger allemal einen Blick zu riskieren.

    Bildquelle: Bandai Namco

Good

  • Eingängiges und komplexes Kampfsystem
  • Toll inszenierter Story Modus
  • Sehr gut optimierter Cel-Shading Look
  • Üppiges Angebot an Kämpfern

Bad

  • Schwächen beim Balancing
  • Sehr kurzer Story Modus
  • Wenig Modi Umfang
7.8

Gut

The Guy who loves Videogames

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