GP-Inside: Mein größter Fehlkauf | GP-Anna

Quelle: 2K Games

Quelle: 2K Games

Vorab möchte ich sagen, dass ich noch nie einen Fehlkauf hatte. Ich lasse andere Fehlkäufe machen und beurteile anhand ihres Reviews, ob sich der Kauf meiner Meinung nach lohnt. Dementsprechend werde ich hier ein wenig über das meiner Meinung nach „schlechteste“ Spiel reden, das ich je gespielt habe (ich hatte es nur ausgeliehen).

Die meisten sollte es nicht verwundern, dass Duke Nukem: Forever sich hier findet. Das Spiel hatte alles, was ein Spiel braucht, um unbeliebt zu sein; das Potential zum Fehlkauf. Ich weiß selber nicht, was ich mir dabei gedacht habe, als ich dachte, dass das Spiel ganz lustig sein könnte. Unnötig zu erwähnen, dass ich höchstens zwanzig Minuten damit verbracht habe, bevor ich vor lauter Entsetzen und Ungläubigkeit nicht mehr weiterspielen konnte. Wenn man sich vor Augen führt, dass das Spiel 14 Jahre in Entwicklung war, so fällt es doch schwer zu glauben, dass das Spiel so wie es ist veröffentlicht wurde. Ich gehe mal davon aus, dass die Entwickler das Spiel lustig gestalten wollten, aber hatte niemand gesagt, dass es eher schmerzhaft lustig ist? Mir fällt nicht mal eine Bezeichnung für die Mischung von Gefühlen ein, die ich empfand.

Aber genug vom Lästern, kommen wir mal zum argumentativen Teil, warum das Spiel den Titel „Größer Fehlkauf“ verdient hat. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich über dieses Spiel lästern darf, wenn ich es nicht einmal bis zum Ende des Spiels geschafft habe – manche Spiele entfalten ihr gesamtes Potential erst im Laufe des Spieles, wenn man bereits mehrere Stunden investiert hat. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Anfang nicht komplett abschreckt, und das hat er in diesem Falle. Es fängt bereits mit der Grafik an. Jeder Entwickler hat seinen eigenen Stil, an den man sich anfangs vielleicht gewöhnen muss und der auch nicht jeden Geschmack trifft. Nun ja, meinen hat er ganz und gar nicht getroffen; es wirkte alles sehr veraltet und teilweise leicht albern.

Zudem war ich etwas enttäuscht von dem Humor. Ich hatte einen lustigen, gerne auch albernen und manchmal stumpfsinnigen Humor erwartet, aber es traf meine Vorstellung von lustig überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich fand ihn ziemlich flach und somit recht einfallslos.

Gepaart mit einem meiner Meinung nach schlechtem Shooterpart, in dem das Schießen nicht mal richtig funktioniert hat, war das das Ende von meiner Beziehung zwischen Duke Nukem: Forever und mir. Ich musste einfach Schluss machen, alles andere wäre nicht mehr ertragbar gewesen.

Es war zusammengefasst zu viel des Guten von allem; zu viele „lustige“ Details, die es letztendlich bescheuert machten. Dieses Spiel hat mir gezeigt, dass es einen schmalen Grat zwischen lustig und „trashig“ gibt und dass diese Gratwanderung ein Hochseilakt ist. Nur wenige Spiele (die eigentlich auch als albern angesehen werden könnten) schaffen eine schöne Balance zwischen stumpfsinnigen Humor, lustigen Gags und bescheuerten Details. Es ist gar nicht so einfach ein albernes Spiel zu machen, ohne dass es nicht „schrottig“ wirkt.

GP-Anna
Ich bin frisch eingezogen im Nerd-Kosmos. Großer Fan von Rollenspielen, Fantasy und Fernseh-Serien. Bei Fragen oder Kommentaren einfach hier melden: anna.eisenmann@gamersplatform.de

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