Warum wir Shooter wie Time Splitters heute brauchen

Time Splitters Future Perfect

Quelle: Crytek

Erinnert ihr euch an diesen verrückten PlayStation 2-Shooter namens Time Splitters von Free Radical Design? Wenn ihr einen Teil der Reihe gespielt habt, bin ich mir ziemlich sicher, dass ihr euch erinnert. Für alle anderen kommt hier eine kleine Vorstellung der Reihe: Während die Story aller drei Ableger der Reihe extrem simpel im Grundgerüst ist – reise durch die Zeit und versuche die Alien-Invasion aufzuhalten, so witzig ist sie, wenn man einen Blick auf die Details legt. Man findet sich immer wieder in verschiedensten Zeiten, mit absurden Charakteren und witzig präsentierten einzelnen Storys wieder. Während die kleinen Geschichten der jeweiligen Zeiten und Gebieten eigentlich nie so richtig relevant sind, so werden diese doch immer sehr unterhaltsam erzählt. Den Realismus oder die Ernsthaftigkeit, sucht man das ganze Spiel über vergebens. Während man bei heutigen Shootern vermehrt sogar auf die Offline-Kampagne verzichtet, oder man sich zum hundertsten mal in vermeidlich realistischen Kriegen befindet, so ist der Gedanke an die zutiefst absurden Geschichten, die sich selbst nicht ernst nehmen, eine willkommene Abwechslung.

Viel wichtiger als die Kampagne ist (wie heute auch) der Multiplayer-Part. Hatte man die Geschichte durchgespielt, so konnte man beispielsweise im dritten und letzten Teil der Reihe namens Time Splitters: Future Perfect mit ganzen 150 verschiedenen Charakteren kämpfen, welche alle über eigene Stärken und Schwächen verfügten. Diese Charaktere fingen beim Hauptcharakter der Reihe an, gingen über selbigen in verschiedenen Verkleidungen sowie über 08/15-Soldaten hinweg zu der Hinduismus-Gottheit Ganesha, einem mit Haut bespannten Käfig, diversen Robotern, Affen, einem Fischschwarm, einem Lebkuchenmann und natürlich einem Schneemann auf einem fliegenden Teppich. Wie in vielen Spielen gab es selbstverständlich noch diverse freizügigere Frauen mit einer Menge Silikon als spielbaren Charakter. Während ich hier nur einen winzigen Ausschnitt der verrückten Charaktere nannte, sollte sich jetzt wohl jeder in etwa vorstellen können, wie ernst das Spiel sich selbst nimmt und was an Charaktervielfalt besteht. Diese Vielfalt sucht man in vielen Spielen von heute oft vergeblich (es gibt Ausnahmen, leider nicht all zu viele). Man stellt dann natürlich auch die Frage nach dem Balancing – ja, manche Charaktere sind deutlich Schwächer als der Rest, doch ist das ein Problem? Ich kann schließlich selbst entscheiden, ob ich mich schlechter stellen will, als meine Konkurrenten, da ich diese mit der 08/15-Kampfmaschine ohnehin besiegen würde.

Des weiteren war die Waffenauswahl (gerade in Future Perfect) ziemlich perfekt. Neben klassischen Sturmgewehren, Pistolen, Raketenwerfen, Baseballschlägern und co. gab es noch Waffen die durch Wände schießen konnten, einfache Ziegelsteine, Flammenwerfen und natürlich den Injektor, welcher Spritzen verschießt, woraufhin sich der Gegner aufbläht, sich dessen Sicht verzerrt und er schlussendlich zerplatzt. Insgesamt war die Auswahl wohl nicht so groß, wie in einem Battlefield oder Call of Duty, dafür konnte man damit umso mehr anfangen, zumal jeder mit den selben Waffen startet, oder sie an bestimmten Stellen einsammeln muss. Und auch die Spielmodi bieten eine deutliche Abwechslung zu dem, was man heute in der Regel vorfindet. Während klassische Deathmatches oder Capture the Bag (/Flag) noch nichts besonderes Bieten, so gab es unter anderem noch eine Art „Fangen“, wo man als Virusträger versuchen muss alle anderen durch Berührung zu infizieren, oder eben als nicht infizierter wegzulaufen und sich zu verteidigen. Es gab auch einen Deathmatch-Modus, in dem die schlechtesten Spieler schrumpften, wodurch sie ein schwereres Ziel wurden, während die besten wuchsen, wodurch eben diese zu einem viel leichteren Ziel wurden. Insgesamt also Fair, aber auf jeden Fall abwechslungsreich.

Insgesamt war Time Splitters sicher kein absolutes Top-Spiel und die KI war mehr als nur Dumm, hat allerdings vieles aufzuweisen, das ich heute sehr vermisse -humor. Klar, es gibt auch heute Spiele die sich dem annähern, was ich in diesem Text erwähnt habe, allerdings suche ich diese Kombination aus allem vergeblich. Leider war nach dem dritten Teil der Reihe Schluss damit, denn Crytek hat das Studio 2009, zwei Jahre nach der Ankündigung der vierten Ablegers, übernommen und 2012 wurde bekannt gegeben, dass die Entwicklung des Titels eingestellt wurde. Seitdem liegen die Rechte für die Time Splitters Reihe bei Crytek, welche wohl nicht sonderlich viel damit anfangen (wollen). Inzwischen hat sich das Entwicklerstudio Cinder dem allerdings angenommen und arbeitet an einem inoffiziellen Nachfolger des dritten Teils, welcher sozusagen von Fans für Fans geschaffen werden soll, da die Markenrechte, wie erwähnt, eben noch bei Crytek liegen. Dieser inoffizielle Nachfolger soll sogar noch 2017 erscheinen. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall gespannt.

Ich hoffe sehr, dass wir in Zukunft eventuell wieder den ein oder anderen Shooter sehen werden, der sich einfach nicht ernst nimmt und eben wieder für ein paar Lacher sorgen kann. Saints Row 3 und teilweise auch Saints Row 4 haben mit diesem Prinzip (wenn auch in einem anderen Genre) schließlich ebenfalls Erfolg gehabt.

1 Comment

  1. Time Splitters, Naruto Online http://naruto.oasgames.com/de/, LOL leagueoflegends.com/
    , WOW, 2017 ist wert zu spielen

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