DMC – Devil May Cry – Definitive Edition: Der Actionkracher mit Stil im Test

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Quelle: Capcom

Bisschen mehr als zwei Jahre ist es her, dass Capcom das Studio Ninja Theory mit einem Reboot des Devil May Cry Franchise beauftragte. Gerade in der Entwicklungsphase hatte das Spiel jedoch bei den Fans einen schweren Stand, da es viele Design Entscheidungen geändert hatte, die schwer mit den bisherigen Titeln in Einklang zu bringen waren. Dementsprechend waren auch die Verkaufszahlen nicht so wie erwartet. Nun bringt Capcom das Spiel als Definitive Edition für die PS4 und Xbox One raus mit einigen Verbesserungen und allen erschienenen DLC Inhalten. Ob sich nun immer noch unentschlossene doch das Spiel zulegen sollten oder doch lieber es in die Verbannung schicken sollen, erfahrt ihr hier im Test.

Halb Dämon, halb Engel und eine große Portion Teenager

In der Neuauflage von DMC: Devil May Cry spielt ihr den altbekannten Dante. Halb Dämon, halb Engel, Sohn von Sparda und Eva. Eigentlicht alles beim alten, wäre da nicht die Ausnahme, dass der neue Dante um einiges jünger ist, als in den vorangegangenen Titeln und daher sich oft wie ein rebellischer Teenager aufführt. Zu Beginn des Spiels weiß Dante eigentlich nicht viel über sich, außer das es Dämonen gibt, die es auf ihn abgesehen haben und die er dann natürlich zu Geschnetzeltem verarbeitet mit der Hilfe seines Schwertes Rebellion und seiner Pistolen Ebony & Ivory. So beginnt auch der Tag nach einem netten Schäferstündchen damit, dass Dante von einer Frau aus dem Schlaf gerissen wird, die ihn vor einem Jägerdämon warnt. Dieser taucht auch plötzlich auf, zerrt unseren Protagonisten in den Limbus, einer Zwischenwelt, und macht Jagd auf ihn. Wir versuchen natürlich zu entkommen und müssen uns dabei schon mit allerhand Dämonenkleinvieh messen.

Dies ist nur der Auftakt zu einer Geschichte, in der Dante zusammen mit seinem Bruder Vergil zum einen sein Gedächtnis wiedererlangen muss, um anschließend den aktuellen Dämonenkönig Mundus zu Fall zu bringen. Dieser hat nämlich fast die ganze Menschheit von sich abhängig gemacht durch weltliche Probleme wie Schulden oder Konsum. Durch versteckte Botschaften, die man immer nur im Limbus aktiv erkennen kann, sieht man wie er die Menschen beeinflusst. Um jedoch an Mundus heranzukommen, muss Dante mit Hilfe seines Bruders und dem jungen Medium Kat erstmal Mundus‘ Angestellten ausschalten.

Während man eigentlich bei der Konstellation mit einem jungen Dante denkt, dass man eine Art Vorgeschichte bekommt, stimmt dies nicht wirklich. So werden viele Aspekte neu geschrieben, die nicht mehr zu den Geschehnissen aus den Vorgängern dann passen. Sicherlich ist die Geschichte in den DMC Titeln eher zweitrangig, dennoch hat sie ein-zwei nette Wendungen, die jedoch nicht wirklich überraschend sind. So ist zwar die Geschichte nett erzählt und wartet öfters mit coolen Sprüchen und komödianten Szenen auf, ist jedoch nie wirklich spannend oder lädt zum mitfiebern ein. Auch der Humor muss nicht jedem gefallen und Wörter wie Fuck oder Hure fallen des öfteren. Weiterhin ist es schade, dass vieles nicht erklärt wird, z.B. was der Limbus genau ist, wieso sich manchmal Zerstörung dort auch in der der Realität auswirkt und wieso manchmal nicht.

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Quelle: Capcom

Anarchistic, Sensational – Stil ist alles

Gameplay mäßig gibt es gewohnt, schnelle abgedrehte Devil May Cry Kost. Mit Hilfe von Dantes Waffen reiht ihr die Kombos aneinander um die Feinde in ihre Einzelteile zu zerlegen. Für die einfachen Gegner geht dies noch ohne besonderes Nachdenken oder Manöver, später bei den größeren Brocken und der Kombination verschiedener Typen müsst ihr jedoch schon gehörig aufpassen, selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad. Je stärker ihr die Kombos varriiert und verbindet, desto höher fällt euer Stil, respektive Komboanzeige aus und verschafft euch mehr Punkte. Diese sind dann am Ende des Levels für euer Rating wichtig und geben Bonuserfahrungspunkte.

Dabei ist das Kampfsystem generell eher skillbasiert. Wer nur wahllos Button Mashing betreibt wird nicht weit kommen und auch seinen Kombozähler nicht in die Höhe treiben können. Sehr angenehm dabei ist, dass Dante nehmen Pistole und Schwert auch zwei weitere Waffen parat hat. Diese könnt ihr mittels gedrückter (in der PS4 Fassung) L2 oder R2 Taste aktivieren und nutzen. Dadurch könnt ihr fließend vier verschiedene Waffen in eure Kombos einbauen. Wer damit richtig umgehen kann, „tanzt“ sich wie tödlicher Wirbelsturm durch die Gegner, die zu allen Seiten dann wegfliegen. Gerade diese stylischen Aktionen sehen besonders gut aus und sind eines der Kernelemente der DMC Serie. Vor allem in dem Dämonenantriebsmodus, den Dante mit der nötigen Energie aktivieren kann und alle Gegner in die Luft wirft, sieht das sehr nett aus, in seinem schwarz-weiß Look.

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Dämonenantrieb ahoi!
Quelle: Capcom

Natürlich gibt es nicht alle Attacken gleich von Start weg. Je mehr Gegner ihr tötet und Umgebungsgegenstände zerstört, desto mehr rote Orbs und Erfahrung sammelt ihr. Erfahrung gibt euch nach und nach Skillpunkte mit denen ihr neue Attacken für eure Waffen freischalten oder verstärken könnt. Diese Verteilung ist nicht zwingend endgültig, sondern kann zwischen den Leveln und an bestimmten Statuen wieder rückgängig gemacht werden und steht euch danach wieder zum Verteilen zur Verfügung. Mit den roten Orbs könnt ihr Gegenstände wie grüne Gesundheitssterne oder goldene Orbs oder anderes kaufen. Ersteres kann wie ein Heiltrank im Spiel eure Energie wieder auffüllen, letzteres erlaubt euch nach einem Tod wiederzubeleben, statt vom letzten Checkpoint zu starten. Dabei sind diese äußerst fair über die Level verteilt.

Die Level ansich sind sehr linear aufgebaut. Meistens gibt es einen Weg der zum Ziel führt, wobei sich immer wieder Verstecke auftun, die zu einem verborgenen Schlüssel für Geheimmissionen führen oder anderes verbergen. In wenigen Leveln könnt ihr ein wenig mit dem Weg experimentieren, aber Devil May Cry ist auch kein Open World Spiel, sondern möchte auf einem Weg zum Ziel kommen. Dabei ist die Architektur gut durchdacht und nicht einfach nur schlauchig sondern führt euch nach oben, unten, zur Seite oder durch drehende Räume. Teilweise kommt ihr in bestimmte Bereiche des Levels nur, wenn ihr später eine besondere Waffe erhalten habt. Folglich müsst ihr dann mit der Waffe das Level nochmal spielen, wenn ihr wirklich alles entdecken wollt.

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Gamer aus Leidenschaft, Nerd aus Liebe, Liebhaber aller Konsolen Bei Fragen, Anregungen, Wünschen oder einfach Small Talk schreibt mir an sascha.mensfeld@gamersplatform.de

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