For Honor im Test

Darauf haben Schwerkampfliebhaber sicherlich lange gewartet: For Honor ist endlich da. Mittlerweile haben wir rund 60 Stunden Spielzeit in den Einzel- und Multiplayermodus investestiert und können ein finales Testurteil fällen!

Großes Highlight bei For Honor ist ohne Frage das Kampfsystem. Der Titel ist ein reiner Schwerkampf-Simulator, das heißt: Duelle mit der Klinge sind stark taktisch geprägt. Gut gefällt mir dabei das deutlich trägere schwingen der Äxte und Schwerter. Wirk Anfangs zwar gewöhnungsbedürftig, entfaltet sich aber nach einigen Stunden als einen enormen Reiz. Stumpfes draufhauen führt daher selten zum Erfolg, viel eher kommt man mit der Kombination aus Ausweichen, dem richtigen Timing für schwere und leichte Hiebe abzuwarten und anschließend zu blocken oder erneut auszuweichen. Wer dies verinnerlicht hat, kann sich mit den Spezialattacken und Kombo’s beschäftigen. Habt ihr alles gut drauf, vergehen sicherlich einige Stunden und danach warten weitere 11 Krieger auf euch!

Bei 12 Kämpfern gleicht keine Kampfsituation der anderen, abgesehen vom gleichen Setting muss jeder Spieler blitzschnell reagieren und Entscheidungen fällen. Dabei sollte man auf jeden Fall die Augen auf besondere Feuer, Abgründe oder Nagelbretter aufpassen. Zweikämpfe können bei wirklichen schweren Gegnern so einfacher gemeistert werden.

Quelle: Ubisoft

Wie oben bereits erwähnt, stehen euch bei For Honor zwölf Kämpfer zur Verfügung. Jeweils 3 gleich zu Beginn – alle restlichen schalten sich gegen Ingame-Währung frei. Den Zaster verdient ihr vor allem in Onlinekämpfen. Der wirkliche Knaller kommt aber jetzt: Egel ob ihr jemanden aus der Wikinger, Ritter oder Samurai Fraktion auswählt, jeder Kämpfer hat definitiv seine eigenen Merkmale. So spielt sich ein großer, grobschlächtiger Wikinger mit einer Zweithandaxt ganz anders als seine Kameradin mit zwei leichteren Äxten. Während der Wikinger vor allem auf schwere und langsame Angriffe ausführt und sich eher auf das Blocken konzentriert, weicht die Axtkämpferin ihren Gegner mit Leichtigkeit aus und führt schnelle Schläge aus. Diese Unterschiede wurden hervorragend von den Entwicklern ausgearbeitet und sorgen damit für genug Abwechslung im Spiel.

Auch das Itemsystem wurde gut ausgeklügelt. Jeder Kämpfer verfügt selbstverständlich über mehrere Ausrüstungsgegenstände. Jedes der Items können bestimmte Werte für den Kämpfer steigern oder senken. So können die ausgewählten Helden in eine vielleicht völlig andere Richtung gelenkt werden als eigentlich vorgesehen. Ein insgesamt motivierender und spaßiger Zeitaufwand!

Leider gibt es aber auch hier einige Mankos. Vor allem bei Online-Duellen, denn dort dauert das Matchmaking unglaublich lange. Ich persönlich habe es 9 mal probiert und jedes mal um die 5-8 Minuten gewartet und kam aber auch nur vier mal in das Spiel. Aber auch nachdem man es ins Spiel geschafft hat, muss man bis Spielende bangen. Hin und wieder kommt es zu Aussetzern während des Matches und manchmal fliegt man sogar aus der Partie. Schade, dass Ubisoft nicht endlich einsieht, auf dedizierten Servern zu hosten. Aktuell werden die Partien nämlich von einem Spieler gehostet, hat dieser kein Bock oder eine schlechte Leitung, fliegt jeder aus dem Spiel.

Quelle: Ubisoft

Glücklicherweise bietet For Honor mehr als nur einen Multiplayermodus. Im Singleplayermodus lernt der Spieler anfangs erst einmal das Kämpfen und dies gestaltet sich cooler als es sich anhört. Der Spieler erlebt die Story nämlich aus der Sicht aller unterschiedlicher Fraktionen und Kämpferklassen. Worum es genau geht, kann ich euch ebenfalls erzählen: Nach einer Art Naturkatastrophe herrschen unter den Wikingern, Rittern und den Samurai böses Blut. Seit nun mehr als tausend Jahre geben sie sich daher einen erbitterten Kriegen um knapp gewordene Ressourcen und Territorien. Die Kriegsherrin der Ritter Apollyon gießt hierbei immer wieder Öl ins Feuer. Für sie ist nur wichtig, ob sich die Kämpfer in Wölfe oder Schafe verwandeln. Dadurch rückt der Weltfrieden selbstverständlich in unerreichbare Ferne.

Die Singleplayer Kamapge ist in drei Fraktionen mit jeweils sechs Kapiteln unterteilt. Mit den Schwarzfels-Ritter geht es los und verdienen unsere ersten Sporen, springen aber von Kapitel zu Kapitel in andere Spielerklassen und lernen nach und nach alle Fertigkeiten, wie etwa Spezial-Attacken kennen. Außerdem sammelt jeder Spieler dadurch XP und steigert somit sein Singleplayer-Level. Auch werden sogenannte Perks angesammelt, diese steigern beispielsweise den Schaden bei Hieben oder regenerieren eure Gesundheit. Um wirklich jeden Schritt zu begreifen werden in der Kampagne genug Tutorial Einblendungen angezeigt, welche weggeklickt werden müssen um weiterzuspielen. In den Missionen kämpft ihr relativ linear von Gegner zu Gegner und trefft am Ende auf Endbosse. Auch könnt ihr bei Lust und Laune die Callectibles abklappern, diese liefern euch interessante Orte und Hintergrundinfos. Damit habt ihr den Storymodus eigentlich abgeschlossen, spannend war das alles nicht und nach mitreißenden Dialogen könnt ihr auch vergeblich suchen. Aber wirklich ärgerlich ist die Tatsache, dass ihr für die Singleplayer-Kampagne eine permanente Internetverbindung braucht. Warum genau, weiß wohl keiner.

Immerhin kann For Honor mit der Optik trumpfen. Aber damit haben Ubisoft Titel selten Probleme, Lichteffekte, Charakterdesign, Spiegelungen und die relativ offene Welt trifft total ins schwarze. Auch der Sound kann überzeugen – Schläge, das Zücken der Waffen und Schreie klingen unglaublich realistisch. 

Fazit

Eigentlich habe ich sehr auf den Release des Titels zugefiebert, allerdings bin ich ziemlich enttäuscht. Irgendwie habe ich mir viel mehr ausgemalt, sollten sie die Reihe ausbauen, wünsche ich mir definitiv eine bessere Story zur Singleplayer-Kampagne. Der Titel lebt eigentlich nur von der Kampfmechanik und den vielen Kämpferklassen. Immerhin vergehen einige Stunden bis ihr alle mit allen Kämpferklassen fighten könnt. 

Good

  • Tolle Grafik
  • Super Sound
  • Kampfmechanik
  • Abwechlsungsreiche Kämpferklassen

Bad

  • Lange Ladezeiten
  • Spielabbrüche im Onlinemodus
  • Eintönig
  • Lahme Story
  • Onlinepflicht im Solomodus
7.5

Gut

GP-Özlem
Lieblings-Genre: Shooter, Horror || Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen, schreibt mir an oe@gamersplatform.de

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