Ersteindruck: Dead Island 2 mehr als nur Zombie Geschnetzeltes?

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Im Jahre 2011 erschien von den Entwicklern Techland ein Spiel, dem ein großartiger und sehr atmosphärischer Trailer vorausging. Leider war das Spiel selber nicht wirklich das Gelbe vom Ei, hatte es doch zu viele Bugs und Macken, die die Entwickler nicht ausbügeln konnten. Nun ensteht unter dem Macher Yager, bekannt für Spec Ops – The Line und Publisher Deep Silver der Nachfolger namens Dead Island 2. Ich war auf der gamescom in der Entwickler Präsentation und gebe euch hier meinen ersten Eindruck wieder.

Nachdem uns zunächst eine Präsentation gezeigt wurde, in der nochmal darauf eingegangen wurde, dass das Spiel in Central California spielt, es 4 spielbare Charaktere (Speeder, Berserker, Hunter und Bishop) geben wird, wird kurz nochmal die Geschichte angerissen.

Dead Island 2 spielt zeitlich nach seinem Vorgänger und fast die ganze Welt ist von dem Zombie Virus befallen und nur wenige Orte sind sicher. Californien ist eines der Gebiete, die am schlimmsten vom Virus befallen ist und dort wird das Spiel spielen. Am Anfang wird der Spieler, der immun gegen das Virus ist, durch die Geschichte geleitet und bekommt seine Aufträge von Max und seinem Partner  Rick Furry. Max ist ein Mann, der schon immer mal ein Spezial Kommando leiten wollte und die Zombie Apocalypse ist perfekt dafür. Er selber ist nicht immun und sein Partner, naja der ist eine Katze. Diese Katze schien den Entwicklern äußerst wichtig zu sein, da diese extra ein Motion-Capturing durchlief. Reaktionen darauf könnt ihr euch sicherlich denken. Die wählbaren Charaktere werden alle eine eigene Hintergrundgeschichte haben und bestimmte Fähigkeiten wie besonders gut im Umgang mit Klingenwaffen oder Schusswaffen und anderes besitzen.

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Danach wurde uns ein Stück des Spiels vorgespielt. Vorab wurde erzählt, dass wir immer noch eine Alpha Version sehen und das Spiel auf der Unreal 4 Engine läuft. Sicherlich muss man sagen, dass das Spiel verdammt gut aussah, gerade Partikel Effekte vom Feuer oder Rauch sahen zwar nicht realistisch, auf Grund der Comic Grafik, aber sehr schön aus. Auch die Blätter die am Anfang des Gameplays durch das Spiel schwebten und wehten sorgten für eine gute Atmosphäre der Untoten Stadt, die im gleißenden Sonnenlicht vor uns lag. Aber auf Realismus ist das Spiel bei weitem auch nicht ausgelegt, wie wir schnell erfahren sollten. Allerdings muss man auch zugeben, dass es hier und da Clipping Fehler gab, und der Entwickler mit seinem Charakter teilweise in einem Tor feststeckte. Auch die Animationen wirken bei den Zombies noch bisschen ungelenk. Vor allem aufgefallen ist das bei einer der Zombiearten names Shambler. Diese taucht urplötzlich aus dem Boden auf, da diese Art sich wohl dort verstecken und auf euch lauern soll. Merkwürdig sieht das ganze jedoch aus, wenn in einem Kaufhaus diese auftauchen und sich aus Fliesen buddeln, die danach auch noch intakt sind. Aber Yager hat noch mehr als ein halbes Jahr Zeit diese Fehler auszubügeln.

Im uns gezeigten Gameplay ging es scheinbar vor allem darum den Kampf gegen die Zombies zu zeigen und verschiedene Waffen. Gezeigt wurde einmal ein Abschnitt in einem Elektroladen, in dem der Spieler Elektronikteile einsammelte um damit eine Waffe mit Blitzschaden zu bauen, die Gegner stunnen kann und dann ging man zu einer Tankstelle um Zubehör zu sammeln, damit eine Waffe mit Feuerschaden hergestellt werden kann, mit der man Gegner anzünden kann. Abschließend wurden noch verschiedene Bomben gezeigt und eine Waffe namens Homestrike zu der ich gleich noch was erzähle. Auch werdet ihr die Möglichkeit haben, mittels eines Tritts die Gegner stunnen zu können und einen sofortigen und blutigen Kill auszuführen. Neu ist dabei auch, dass ihr das Dual Wielding beherrschen könnt, wenn ein Werkzeug des Todes euch nicht genug ist. Solltet ihr mit einer Bombe größere Zombiemengen in die Hölle zurückschicken wollen, könnt ihr mittels Geräusche, wie eine Autoalarmanlage, ganze Herden anlocken und in einer Blutfontäne anschließend baden, ganz wie in vergleichbaren Titeln auch schon. Man merkt schon, dass das Gameplay im gezeigten Material keine neuen Maßstäbe setzt.

Nebenbei sei erwähnt, dass ihr im fertigen Produkt die Möglichkeit haben werdet, mit bis zu 8 Spielern zusammen im Coop oder auch gegeneinander zu spielen. Die Gebiete erstecken sich auf Los Angeles, San Francisco und einem noch nicht öffentlich bekannt gemachtem Gebiet.

Alles in allem passt der Comic Look zu dem Spiel, was sich selber nicht ganz ernst nimmt. Literweise fließt Blut aus den Zombies, wenn sie mit Messern oder anderen Geräten bearbeitet werden. Ihr könnt ihnen sogar Körperteile abtrennen und wem das mit einem normalen Fleischermesser zu lange dauert, kann jetzt auch auf motorisierte Waffen zurückgreifen. Diese brauchen zwar Benzin und machen einen Heidenlärm, der noch mehr Zombies anlockt, aber hey: Darum geht es in dem Spiel. Denn die Intention der Entwickler war es, euch den ultimativen Spielplatz der Zombieapocalypse zu geben, indem ihr eure persönliche Erfahrung erleben könnt. Das es da vor allem nicht wirlich ernst zur Sache geht sieht man schnell. Zum Beispiel kann erwähnte Waffe Homestrike eure Gegner Meter hoch durch die Luft schleudern, dabei ist es eine simple Eisenkugel an einem Rohr. Auch sonst schreit die Optik nach Szenen eines Comics die farbenfroh daher kommen, als eine realistische Erfahrung zu bieten. Das das jedoch von den Entwicklern bewusst gewählt wurde, da der Spielplatz der Spieler natürlich Spass machen soll, ist logisch.

Jedoch liegt da mein Problem, inwiefern kann mich das Gameplay alleine fesseln? Der Vorgänger hatte schon eine Geschichte, die nichtmal in einem C-Movie gut gewesen wäre. Die Entwickler sagten im Interview, dass es zwar eine Story gibt diese aber eigentlich nicht der wichtigste Teil des Spiels ist. Wenn ich sowas höre werde ich hellhörig, da gerade für mich die Story neben dem Gameplay eigentlich das entscheidende Element in Videospielen ist. Sicherlich mag das Zerschnetzeln der Zombies Spaß machen und es gibt auch eine gewisse Vielfalt an Gegnern, damit man sich nicht langweilt, aber wie lange kann Yager uns damit unterhalten?

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Noch bin ich skeptisch, ob wirklich ein Spiel von dem Gameplay alleine leben kann oder wie lange es dauern wird, bis ich keine Lust mehr habe auf Zombiejagd zu gehen, da die Geschichte einen nicht reizt. Sicherlich wissen wir, dass Yager mit Spec Ops – The Line eine Story abgeliefert hat, die mit Twists aufwartete und überraschen konnte. Ich hoffe stark, dass wir auch hier eine halbwegs vernünftige Story haben, die man auch weitererleben möchte und nicht nur bloßes Beiwerk ist. Denn viel Spieltiefe war in den ca. 15 Minuten die uns vorgespielt wurden nicht zu sehen. Crafting wurde gar nicht gezeigt und Story auch nicht, lediglich am Rande dass es möglich sei Personen zu helfen und zu retten, ganz wie im Vorgänger aber auch schon. Somit bleibt die Frage offen, ist Dead Island 2 nur der Nachfolger im neuen grafischen Gewand und ein paar Verbesserungen oder wird es wirklich aus seinen Fehlern gelernt haben?

Noch hat Yager ein wenig Zeit, so soll das Spiel erst im Frühling 2015 erscheinen für die PlayStation 4, Xbox One und den PC. Hoffen wir, dass Dead Island 2 genug Alleinstellungs Merkmale hat, um sich von dem Konkurrenten Dying Light abzuheben und nicht, dass beide Spiele ein generischer Einheitsbrei werden. Ob das Spiel natürlich überhaupt in Deutschland erscheinen wird oder die USK dem ganzen ein Riegel vorschieben wird bleibt auch noch abzuwarten.

Gamer aus Leidenschaft, Nerd aus Liebe, Liebhaber aller Konsolen Bei Fragen, Anregungen, Wünschen oder einfach Small Talk schreibt mir an sascha.mensfeld@gamersplatform.de

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