Eine Kettensäge und Zombies – Immer wieder eine gern gesehene Kombination. Wenn man dazu noch ein leichtbekleidetes Cheerleader-Mädchen und eine gewisse Portion Humor mit hinzufügt, klingt das ganze doch eigentlich wie ein Erfolgsrezept, oder? Nun, dies müssten sich zumindest die Entwickler von Grasshopper Manufacture gedacht haben. Ob ihnen das gelungen ist erfahrt ihr in unserem Test.
Zombieplage zum achtzehnten Geburtstag
Gerade noch erzählt uns Juliet Starling, Zombiejägerin und Protagonistin des Spiels, im Intro von ihrer Familie, da fällt ihr auf, dass sie zu spät zum Date mit ihrem Freund Nick kommt. Und das an ihrem Geburtstag. Also schwingt sie sich auf ihr Fahrrad und fährt prompt zur Romero High School. Dort angekommen wird sie am Eingangs-Tor von einer Horde Zombies begrüßt. Nach den ersten Minuten findet das Zusammentreffen mit Nick statt, welcher anschließend von einem der Zombies gebissen wird. Glücklicherweise beherrscht Juliet so manche übernatürliche Zauberkunst und entfernt mit ihrer Kettensäge schnell den Kopf des Freundes bevor der Zombie-Virus sich im Hirn ausbreiten kann. Und so wird Nick fortan quasi als Schlüsselanhänger am Bund des Minirocks getragen. Und weil das noch nicht genug ist, erfahrt in den nächsten Spielstunden, welche sich leider nur auf 4 bis 6 Stunden beziehen, dass die eigentliche Bedrohung erst noch vor der Tür steht. Es gilt, die fünf Vorboten der Höllendimension den Garaus zu machen und den Eintritt des Ober-Zombies zu verhindern.
Feuerwerk der Pop-Kultur
Lollipop Chainsaw nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Nick und Juliet zaubern uns in kleineren Konversationen immer wieder ein Schmunzeln in’s Gesicht, wenn man immer wieder Anspielungen auf achtziger Jahre-Horrorfilme, wie z.B. „The Evil Dead“ oder aktuelle Bands findet. Klar – Viele der Gags sind zwar Geschmackssache und eher primitiv ausgelegt, dennoch konnten wir uns so manchen Lacher nicht verkneifen. Dazu kommt noch, dass fast alle der insgesamt sechs Level (plus Prolog) ein eigenes (Musik-)Thema hat. Das macht sich bei normalen Zombies, der Umgebung und vor allem bei den Bossgegnern bemerkbar. Während wir uns in einem Level noch mit einem Punkrock-Sänger herumgeschlagen haben, haben wir es im nächsten Areal mit einem durchgeknallten Hippie-Zombie zu tun. Dies macht vor allem eins: Neugierig auf den darauffolgenden Level.
Der Abwechslungsreichtum ist ein großer Pluspunkt für das Spiel. Um die Zombiemetzelei zwischenzeitlich aufzulockern, bemühen sich die Entwickler stets neue Elemente in das Spiel mit einzuführen. Nicht nur, dass Juliets Kettensäge zwischenzeitlich zum Blaster umfunktioniert werden kann, um somit bereits aus der Ferne Zombie-Köpfe wegzupusten. Immer wieder lassen kleine Minispiele, wie Zombie-Basketball, die Zeit wie im Flug vergehen. Höhepunkt des Ganzen ist allerdings das Fulci Fun Center, bei dem man in Spielautomaten gesogen wird und anschließend Einlagen in Klassikern wie Pac-Man oder Pong absolvieren muss.
Leider sind die unterschiedlichen Bossgegner, abgesehen von der Inszenierung, weniger abwechslungsreich. Die Kämpfe, welche meistens in drei Phasen unterteilt sind, haben alle im Grunde genommen die selbe „Taktik“: Ausweichen und Angreifen. Das ist schade, weil dadurch einiges an Punkten verschenkt wurden. Die Kämpfe sind so stellenweise viel zu einfach und fordern weder strategische Überlegungen, noch spielerisches Können.
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