Wie der Questmarker das Zocken verändert

Mass Effect Andromeda (2)

Quelle: Electronic Arts

Ein Blick in die Hüllen meiner ganz alten Lieblingsspiele spricht für sich. Neben den inzwischen ausgestorbenen Spielanleitungen in Papierform finden sich immer wieder handgezeichnete Karten, Notizen für gewisse Quests und natürlich Anmerkungen, wo die besonders harten Gegner auftauchen. Aber wann habe ich so etwas zuletzt gemacht? Das ist einfach ewig her. Spiele wie zum Beispiel Dark Souls bieten noch einen ähnlichen Flair, auch wenn handgezeichnete Karten in Zeiten des Internets wirklich nicht mehr nötig sind. Aber wirft man einen Blick in die große Masse der Videospiele der letzten Jahre, so wird man nur wenige finden, in welchen man nicht fein an die Hand genommen wird und auf magische Weise den (besten) Weg zum Questziel sieht. Klar, gerade in riesigen Welten wie zum Beispiel bei The Witcher 3 wäre es oft auch ziemlich schwer, nur über eine Wegbeschreibung das Monster zu finden, und man hat immerhin auch eine Karte bei sich, was natürlich auch Sinn macht. Aber muss es immer eine extrem genaue Beschreibung sein? Reicht es nicht, wenn ein kleines Gebiet angezeigt wird, sodass man auch ein wenig erkunden muss? Immerhin kann der von einem Monster gebeutelte Bauer auch nicht immer genau wissen, in welcher Höhle eben dieses Monster wohnt und dazu noch in welche Richtung man laufen muss um zu seinem Hauptraum zu gelangen.

Der Questmarker soll den Spieler so schnell wie möglich und auf direktem Weg zum Ziel führen und es so vereinfachen – und ja, einfach ist nicht immer schlecht. Allerdings habe ich das Gefühl, dass man ohne einen auch gleich andere ganz andere Beziehung zum Spiel entwickelt hat. Auch wenn es immer etwas länger dauert und manchmal auch leicht frustrierend sein kann, wenn man das Ziel nicht findet, so wird man quasi gezwungen, die Karte zu erkunden, mehr über die Geschichte zu erfahren und so weiter. Gerade in Zeiten des Internets kann auf einen (viel zu genauen) Questmarker oftmals verzichtet werden, denn sollte man nicht weiter kommen, reicht eine 30-sekündige Google-Suche oftmals aus. Selbst wenn der Questmarker für viele Gamer auch sehr willkommen ist, so fände ich es schön, wenn es die Option gäbe, ihn etwas gröber zu gestalten (Bereich-Marker) oder, wenn die Questtexte es zulassen, sogar ganz auf ihn zu verzichten.

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause. Noch Fragen oder Anregungen? - chris.holzheu@gamersplatform.de

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