Agents of Mayhem – Warum nicht einfach ein neues Saints Row?

Agents of Mayhem

Quelle: Koch Media

Am 15. August ist Volitions neues Spiel im Saints-Row-Universum erschienen und wenn man sich die Wertungen der Fachpresse so anschaut, oder das Spiel selbst spielt, wird sich einem ein sehr ernüchterndes Bild zeigen. Da fragt man sich doch, was der Grund dafür ist, dass Agents of Mayhem derart austauschbar ist. Gehen wir doch mal etwas in der Zeit zurück und denken an die vergangenen Saints-Row-Ableger: Die Grafik war Mist und die Steuerung, insbesondere das Schießen war unpräzise. Allerdings boten die Spiele dafür noch viel mehr! Eine verrückte Story mit ebenso verrückten Charakteren und eine Welt, in welcher man einfach tun und lassen kann was man will – also wirklich alles! Egal ob man durch die Windschutzscheibe in ein fahrendes Auto springen will um dieses zu übernehmen oder mit der Dubstep-Kanone für Partylaune sorgen will oder auch einfach Menschen mit einem gigantischen Dildo verhauen will – der Fantasie waren quasi keine Grenzen gesetzt. Das gilt ebenso für die Charaktererstellung, in welcher man nicht nur 08/15-Menschen bauen kann, sondern auch hier quasi keine Grenzen gesetzt bekommt. Unterm Strich war Saints Row einfach ein lustiges Spiel mit technischem Besserungsbedarf, aber darüber hat man gerne hinweg gesehen, wenn man einen Tiger auf dem Rücksitz hatte.

Nun stellt sich die Frage: Was genau ist aber dieses Agents of Mayhem? Oder besser: Was will es sein? Die Frage, was es ist, kann schnell beantwortet werden: Ein komplett austauschbares Open-World-Spiel mit flacher Story, meist flachen Charakteren und quasi keinem Humor, der höchstens noch der Altersgruppe 10-14 gefallen kann. Angenommen, jeder würde sich an das USK-Rating (ab 16) halten, so denke ich, dass kaum jemand daran wirklichen Gefallen finden wird. Es ist zwar technisch sauberer als Saints Row zu seiner Zeit war, aber man fragt sich doch zwangsläufig, ob das ausreicht – nein, tut es nicht. Um die Frage zu beantworten, was Agents of Mayhem sein sollte, muss man schon etwas grübeln. Immerhin bietet das Spiel wirklich kaum etwas an das man sich erinnern kann oder möchte, abgesehen davon, dass es Bösewichte gibt, die Böse sind, und natürlich Helden, die eben diese Bösewichte aufhalten wollen. Ende. Man könnte also hier nahezu jede „Agenten retten die Welt vor den Bösen, die die Welt zerstören wollen, weil die Bösen eben böse sind“-Story einsetzen (was auch in gewisser Weise passiert ist).

Also wieso nicht gleich ein neues Saints Row, bei welchem man sich nicht an Konventionen halten muss? Sind Volition einfach die Ideen ausgegangen und in Agents of Mayhem wurden noch die aus Saints Row gestrichenen Szenen verwertet? Oder wusste man einfach nicht, wie man die Story (ausgehend von der gesprengten Erde) wieder aufnimmt? Ehrlich mal, da hätte man schon irgendwas witziges gefunden. Stattdessen haben wir nun ein weiteres bestenfalls mittelmäßiges Open-World-Spiel bekommen, welcher bereits jetzt mit einem Metascore von unter 70% glänzen kann.

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause. Noch Fragen oder Anregungen? - chris.holzheu@gamersplatform.de

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