Indie-Showcase: Yooka-Laylee – Eine Hommage an Banjo-Kazooie und Co.

Yooka-Laylee Playtonic Games

Quelle: Playtonic Games

Der Indie-Showcase, ein neues Format auf Gamersplatform.de, ist ein ganz persönliches Anliegen meinerseits. Ich möchte euch jeden Monat ein Indie-Game oder einfach ein kleineres Spiel ausführlich vorstellen, welches die meisten Spieler womöglich noch gar nicht groß auf dem Radar hatten, aber auch kleine Titel verdienen es näher gebracht zu werden. Den Anfang macht Yooka-Laylee, ein Titel, der für mich einen ganz Stellenwert einnehmen könnte. Aber ich fang lieber von vorne an…

 

Als Rare ein Größe war

Die N64 Ära ist vielen noch gut in Erinnerung geblieben. Was gab es nicht alles an tollen Spielen, durch die bessere Technik, war es die Ära der 3D-Plattformer. Nun haben wir das Jahr 2015 und die einst so große Ära scheint beinahe vollkommen zugrunde gegangen zu sein. Die Super Mario Spiele sind die einzigen Überbleibsel aus dem goldenen Zeitalter der 3D Plattformer, Konkurrenz gibt es jedoch keine.  

Dabei war eine andere Spiele-Schmiede früher dafür bekannt, qualitativ gleichwertige, oder gar bessere Games abzuliefern. Die Rede ist natürlich von Rare Games. Die Briten brachten mit Donkey Kong 64, Banjo Kazooie, sowie dessen Nachfolger, kleine Meilensteine dieses Genres. Von Rare kam jedoch schon lange nichts mehr in dieser Richtung, auch andere Entwickler sprangen eher auf den Action Zug auf. Aber ein paar alte Rare Veteranen von damals wollten genau diese verlorene Ära wieder in die Moderne bringen. Und da beginnt die Geschichte von Yooka-Laylee

 

Die kennen sich aus

Playtonic Games umfasst ein kleines Team. Bestehend aus 6 ehemaligen Rare Mitarbeitern, sowie einem Journalisten, hat man sich eins zum Ziel gesetzt: Spiele der 90er in die Moderne führen. Das Studio wurde 2014 gegründet und deren kreative Köpfe werkelten bereits an Spielen wie der Donkey Kong Country Reihe, Kameo, Banjo Kazooie, Banjo Tooie, Viva Piñata, Donkey Kong 64 oder Perfect Dark. Diese Leute sind Liebhaber der 3D-Plattformer. Sie lieben den Charakter dieser Spiele, und sie lieben es solche zu entwerfen.

Deswegen ist es auch kaum verwunderlich, dass ihr erstes Projekt ein solches Genre umfasst. Dieses machte bereits als Project Ukulele auf sich aufmerksam. Die Idee, einen geistigen Nachfolger der alten Rare Klassiker von alten Rare Entwicklern zu kreieren, kam also bei vielen Spielern schon sehr gut an. 

Nun hat das Kind aber auch einen konkreten Namen bekommen und nennt sich Yooka-Laylee. Die Bilder zeigen uns, dass der Stil der geistigen Vorgänger deutlich zu erkennen ist. Ob Schriftzüge, Charaktere oder die Welt. Man fühlt sich zurückversetzt in die N64 Zeit. Unsere neuen Helden, Yooka und Laylee muten sehr verspielt und untypisch an. Oder in welchem Spiel reitet auch eine Fledermaus auf einem Chameleon? Moment mal, ein Flattermann sitzt auf einem anderen Tier? Das kennt man doch bereits mit der Paarung Bär und Vogel.

Da verwundert es auch kaum, dass die Stimme von Banjo und Kazooie höchstpersönlich die beiden neuen Hauptfiguren entworfen hat. Mit ihnen erkundet man die große weite Welt und auch sie sollen über Fähigkeiten verfügen und immer neue Moves lernen können. Mit ihnen will man den Geist der vorangegangenen Helden weitertragen, und das scheint wirklich zu gelingen.

Das Move-Set ist deswegen auch spannend, weil man auf ein Duo setzt, das unterschiedlicher kaum sein könnte, dazu noch mit Tieren, die so unverbraucht in Videospielen sind, wie sie nur sein können. Sonar Strahlen, Roll-Attacken, Zungen-Peitsche, Furz-Blasen, das Arsenal an merkwürdigen Moves ist groß, aber sie sind da für einen klaren Zweck. Das Spiel soll nämlich Spaß machen und Spaß soll nicht nur das Gameplay bringen, Spaß umfassen die Entwickler in Yooka-Laylee auch auf humoristische Art

Yooka-Laylee

Quelle: Playtonic Games

 

Fast wie damals

Die Welt sieht, wie es zu erwarten war, kunterbunt, verspielt und wie eine moderne Variante aus der von Banjo Kazooie aus. Als Fan fühlt man sich schnell zurück erinnert an diese Zeiten. Ob Dschungel oder Eis-Welten, die ganze Palette ist natürlich an Board. Und was natürlich in einem Spiel ehemaliger Rare-Mitarbeiter nicht fehlen darf, sind Collectibles. Man wird wieder fleißig Dinge sammeln können und auch sollen. Denn die Entwickler versprechen eine ganz direkte Einbindung dieser in das Gameplay.

So sollen einige davon dafür eingesetzt werden, die Welt zu erweitern. Man schaltet also keine komplett neue Welten damit frei, aber die bestehende Welt gibt Areale frei, sofern man genug der sogenannten „Pagies“ gesammelt hat. Es wird auch sammelbare Münzen geben, die man in den Ausbau eurer Charaktere investieren kann, um Fähigkeiten zu verbessern

Denkt man an Rare’s alte Meisterwerke, so verbindet man diese ebenfalls mit dem wunderbaren Soundtrack. Yooka-Laylee bringt auch hier einen Retro-Faktor hervor, wie man ihn sich nur wünschen kann. Mit wunderbar passenden Melodien wird das Geschehen untermalt und warum uns diese Klänge so vertraut vorkommen, liegt auch wieder an deren Schöpfern. In einer Zusammenarbeit mit David Wise, Grant Kirkhope und Steve Burke entstanden und entstehen weiterhin die Soundtracks von Yooka-Laylee. Auch die sind keine Unbekannten, so haben sie unter anderem Kameo, Diddy Kong Racing, Conker oder Banjo Kazooie musikalisch bereichert.

Chris Sutherland wird auch wieder die Hauptfiguren vertonen. Eine richtige Sprachausgabe sollte man aber nicht erwarten, viel mehr die typischen Geräusche wie Grunzen oder Quietschen, wie man sie etwa aus Werken seiner Vergangenheit kennt. Vergangenheit spielt in dem Projekt nämlich eine immens große Rolle. Man möchte möglichst viele Anspielungen integrieren, die Fans der alten Teile lieben sollen. Die Entwickler verstecken sogar kleine Arcade-Oldschool Spielchen, wie die ausfallen, können wir allerdings bislang nur vermuten. 

 

Das nötige Kleingeld

Die Ambitionen sind groß, nicht nur weil man spielerisch, wie auch optisch und klanglich an die alten 3D-Plattformer herankommen möchte, sondern auch weil die kreativen Köpfe noch mehr in das Spiel einbringen wollen, als es derzeit möglich ist. Um all diese Träume wahr werden zu lassen bedarf es natürlich Geld. Playtonic Games soll aber nicht von einem Publisher abhängig sein, weswegen das Spiel auch auf kickstarter zu finden ist.

Das primäre Ziel von 175.000 Pfund, um das Spiel möglich zu machen, wurde bereits nach einigen Stunden erreicht. Um allerdings alle Wünsche des Teams zu ermöglichen, benötigt man eine Million Pfund. Bereits am ersten Tag kamen allerdings schon 650.000 Pfund zusammen. Dadurch wurde bereits nach dem ersten Tag sicher gestellt, das ein lokaler „Buddy-Modus“ integriert werden soll, bei dem ein Mitspieler den Hauptspieler unterstützt.

Auf der Liste stehen außerdem weitere Ziele, wie etwa ein lokaler Multiplayer-Modus, in dem bis zu vier Spieler kompetitive Spiele bestreiten. Auch eine umfassendere Lokalisierung möchte man ermöglichen. Man benötige dazu 715.000 Pfund, damit unter anderem auch die deutsche Sprache von einem professionellen Team implementiert wird. Bereits am zweiten Tag erreichten die Spenden doch schon 1,1 Millionen Pfund. Damit ist Yooka-Laylee eines der erfolgreichsten Crowdfounding-Projekte aller Zeiten, zumindest was die reine Kampagne betrifft.

Spender werden zudem auf besondere Art für die Unterstützung belohnt. Angefanen von einer Erwähnung in den Credits, über den Erwerb einer digitalen Kopie oder dem Vertonen eines Charakters, bis hin zum Erwerb aller gelisteten Goodies, inklusive einem VIP Ticket zum Playtonic Games Konzert in Stuttgart, mit anschließendem Dinner, bei dem das ganze Team anwesend sein wird. 

Yooka Laylee Playtonic

Quelle: Playtonic Games

Hoffen wir also, dass Yooka-Laylee auch wirklich der wahr gewordene geistige Nachfolger der alten Rare-Klassiker wird. Das Potenzial ist da und die Grundlage ist gegeben. Das Spiel soll für PC, Mac und Linux erscheinen, allerdings erst im nächsten Jahr. Auf kickstarter könnt ihr das Team unterstützen, denn man möchte das Team vergrößern, um die gesteckten Ziele auch erreichen zu können. Das kostet natürlich Geld und so bleibt zu hoffen, dass genug gespendet wird.

Konsoleros könnten ebenfalls bedient werden. Je nach Ressourcen könnten auch Wii U, Xbox One und Playstation 4 zu einem späteren Zeitpunkt versorgt werden. Bei einer Million Pfund hätte man die Möglichkeit das Spiel schon sofort für alle Systeme und Plattformen zu veröffentlichen. Da dieses Ziel bereits erreicht wurde, können also Besitzer einer jeden Plattform mit einem pünktlichen Release für ihr System rechnen.

Da das Maximalziel so schnell erreicht wurde, überlegen die Briten derzeit neue Ziele. Ihr seid auch trotzdem somit noch eingeladen das kleine Team finanziell zu unterstützen. Über diesen Link gelangt ihr zur Kickerstarter-Kampagne.

Behalten wir also Playtonic Games und ihr viel versprechendes Spiel Yooka-Laylee weiter im Blick und erhoffen das bestmögliche Ergebnis. Bis 2016 ist schließlich noch viel Zeit… 

 

Bildquelle: Playtonic Games

 

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