Die Dämonen sind los! – Devil May Cry 5 im Test

Nach mittlerweile 10 verstrichenen Jahren wird die Devil May Cry Reihe nun fortgesetzt und der fünfte Teil der Serie will die geteilten Meinungen zu DMC aus dem Jahr 2013 zu einer positiven Wahrnehmung zusammenführen. Ob das aber auch gelungen ist, verrät unser Test.

Die Pflicht ruft

 

DMC 5

Quelle: Capcom

Vorbei ist die Ruhe und Besinnlichkeit in Red Grave City. Ein dämonischer Auswuchs, der einem gigantischen Baum gleicht, hat sich dort niedergelassen. Dahinter steckt der Dämonenkönig Urizen, der aus dem Menschenblut noch mehr Macht für sich schöpfen möchte. Natürlich ist das ein Fall für echte Dämonenjäger wie Nero und Dante.

Zu den beiden Charakteren gesellt sich auch der mysteriöse V, der Dante von dem Dämonenkönig berichtet. Dieser wirkt etwas gebrechlich, hat dafür aber den dämonischen Panther „Shadow“ und den geschwätzigen Vogel Griffon, sowie das Golem-ähnliche Wesen „Nightmare“. Somit stehen dem Spieler drei ganz verschiedene Charaktere zur Verfügung, nur selten kann man jedoch auswählen, welchen man spielen möchte. Oft ist der Charakter für die jeweilige Mission vorgegeben. Von denen gibt es 20 an der Zahl, die in einer Spielzeit von ca. 10 Stunden münden, mit den Geheimnissen, die es sonst noch zu entdecken gibt, kann man da noch einige Stunden mit drauf rechnen.

Wie man es von Devil May Cry 5 auch erwartet metzelt man sich in sehr linearen Leveln nach und nach durch. Die Qualität der Darstellung und Facetten der jeweiligen Levels ist dabei recht schwankend. Oft sind toll designte Abschnitte dabei, manchmal bewegt man sich aber durch Bereiche, die sehr leer uns inspirationslos wirken und in grau-braun gefärbt sind. Das Level Design im umstrittenen DMC-Ableger gefiel mir in der Summe tatsächlich sogar besser. Die meiste Zeit verbringt man ja aber ohnehin mit den Kämpfen.

Auf die Zwölf!

Devil May Cry 5

Quelle: Capcom

Die drei Figuren lassen sich dabei ganz unterschiedlich spielen. Nero besitzt neben Schwert und Knarre besitzt er einen Roboterarm, je nachdem mit welcher Variante man ihn ausrüstet, besitzt er verschiedene Eigenschaften. So kann vor Missionsbeginn ein Set zusammengestellt werden, aber auch in der Welt findet man diese immer wieder, falls mal ein Aufsatz kaputt geht. Diese sogenannten Devil Braker bieten alle unterschiedliche Skills. Ob ein Mega Man Arm, oder ein Zeit-verlangsamender Arm, oder einen Peitschen Arm. Für jeden Spielertyp sollte das richtige Werkzeug vorhanden sein.

Dante besitzt als Nahkampfvarianten ebenfalls ein umfangreiches Spektrum. Ob Schwert, Faustkampf oder Kicks. Sogar zwei Motorräder kann er um sich schwingen. Diese Angriffe sind dann natürlich behäbiger, richten aber dafür umso mehr Schaden an. Ein ebenso umfangreiches Spektrum bieten seine Fernkampfangriffe, schnelle Pistolenschüsse oder ein dicker Raketenwerfer, DMC 5 hat für jeden das richtige Spielzeug. Mit den Schultertasten bewegt man sich durch sein Waffenspektrum. Dazu kann mit dem D-Pad ausgewählt werden, welchen Modus man mit Dante spielen möchte. So gibt es einen Verteidigungsmodus, einen Trickmodus, sowie je einen Modus für Nahkampf und Fernkampf.

Devil May Cry 5

Quelle: Capcom

V dagegen verlässt sich nahezu komplett auf seine Gefolgschaft. Mit Dreieck oder Y greift die Raubkatze an und ersetzt somit den Nahkampfangriff, der bei den anderen Figuren auf dieser Taste liegt. Mit Viereck, bzw. X, greift der Dämonenvogel Griffon mit Blitzen an und löst somit Fernkampfangriffe aus. Den Finisher muss jedoch immer V auslösen, dies passiert mit Kreis/ B. Somit sind alle Figuren grundlegend verschieden zu spielen, aber das ist auch gut so, denn so bleiben die Kämpfe auch nach einigen Stunden noch attraktiv und spannend. Bis die Mechaniken sitzen dauert es zwar etwas, sobald alles verinnerlicht ist spielen sich die Fights aber sehr flüssig und präzise. Kombi-Attacken gehen sauber ineinander über und ich habe stets das Gefühl die Kontrolle über meinen Charakter zu haben. Naja zumindest fast immer, denn wie bereits erwähnt befehlige ich als V nur seine Gefährten, einen wirklich genauen Einfluss auf deren Movement hat man daher nicht, was sich aber nur auf den höheren Schwierigkeitsgraden für mich als problematisch erwies.

Im Kombo-Rausch

Ebenfalls nicht immer perfekt war die Kameraführung, in hektischen Situationen auf engeren Raum platziert sich die Kamera hin und wieder sehr ungünstig, etwa hinter einer Wand, was in dem Moment dann schon ärgerlich ist. Glücklicherweise passiert das wirklich nicht oft.
Ein Highlight eines jeden Levels sind dann aber die Bosse, deren Charakter-Design mich immer wieder begeisterte. Die Boss-Fights sind deshalb so großartig, weil die dämonischen Ungetüme so komplett unterschiedlich sind und die Kämpfe dadurch jedes Mal ihre ganz eigene Dynamik haben.

DMC 5

Quelle: Capcom

Natürlich haben die Kämpfe auch noch mehr zu bieten. So muss man Kombis aufrecht erhalten um mehr Skill-Punkte zu erhalten. Bei jedem Kampf erscheint also ein Rating, welches mit schnellen Kombinationen oder besonders spektakulären Angriffen bis auf den Rang „SSS“ aufgewertet wird. Viele Punkte zu ergattern ist nicht nur stets ein persönlicher Anspruch, es hilft auch ungemein für den weiteren Spielverlauf. Denn je höher mein Abschluss-Ranking, umso höher ist auch der Gewinn an roten Kugeln am Ende der Mission.

DMC 5

Quelle: Capcom

Mit denen kann ich neue Fähigkeiten, Skills oder Lebensbalken erwerben, aber auch neue Devil Breaker für Nero lassen sich damit bezahlen. Rote Kugeln findet man aber zudem auch noch genügend in der Welt von Devil May Cry 5, weswegen man sich nicht über zu wenig Ingame-Währung sorgen braucht. Zudem lässt sich in den Optionen eine Kombo-Hilfe aktivieren. Dadurch werden mit einfachen Eingaben komplexe Kombis ausgeführt. Daher richtet sich diese Option auch an Neueinsteiger.

Teuflisch schön

Ganz selten traute sich DMC 5 sogar so etwas wie Geschicklichkeitspassagen einzubauen, leider sehr zaghaft. Auch ein Rätsel, wenn man es so nennen kann, wurde eher nur so angedeutet. Dabei hätte ich beides wirklich gerne mal in ausgereifterer Form gesehen. Natürlich liegt der Fokus auf den Kämpfen, aber um den doch irgendwann recht abwechslungsarmen Spielablauf aufzufrischen, hätten dem Spiel die genannten Mechaniken sicher gut zu Gesicht gestanden.

DMC5

Quelle: Capcom

Begleitet wird das Spiel von zahlreichen Cutscenes, in denen Gegner vorgestellt werden oder Dialoge zwischen den Protagonisten, aber auch Antagonisten stattfinden. Letzteres ist Geschmackssache, denn die verbalen Schlagabtausche sind halt wieder auf „cool“ gemacht und tatsächlich sprechen nur pubertierende Teenager so. Also die coolsten unter denen versteht sich. Manchmal ergeben sich dadurch tatsächlich ganz witzige Situationen, meist aber denkt man sich „Ähm..okay“. Und doch passt es zum Spiel, denn es geht nun mal um Style, lässiges Auftreten und abgefahrene Dinge zu machen. Daher will ich dem Spiel die Dialoge nicht so absprechen.

Abseits der Dialoge sind die Cutscenes aber gelungen und toll inszeniert. Dazu paart sich tatsächlich sehr oft sogar echt gute Situationskomik. Auch wird darin die Story voran getrieben, die sicher keine Awards abräumt, aber dennoch zu unterhalten weiß und einige interessante Kniffe bereit hält. Zudem tauchen auch einige alte Bekannte aus den Vorgängern auf. Wer diese nicht gespielt hat, der kann sich im Hauptmenü einen kleine Story-Historie anschauen, um im sich grob in der Geschichte zurechtzufinden.

Devil May Cry 5 bietet aber auch abseits der Cutscenes etwas für’s Auge. Die Inszenierung des Spiels ist wirklich grandios und es geht von einer Situation in die nächste, ohne dabei hektisch zu werden. Grafisch bekommt man dank der RE-Engine durchweg schöne Texturen geboten, insbesondere die Effekte sehen hervorragend aus und machen an sich schon Spaß.

DMC 5

Quelle: Capcom

Die getestete Xbox One X Fassung lief dabei in 4K bei flüssigen 60 fps, die das Spiel auch nahezu immer konstant hält und einen schönen Spielfluss ermöglicht. Die PS4 Pro läuft laut DigitalFoundry bei 1800p und 60 fps, die normale PS4 liefert Full HD und 60 fps. Lediglich die normale Xbox One Fassung schafft bei der Full HD Auflösung nicht immer die 60 Frames halten zu können und rutschte in deren Tests gerne mal in den 40 – 50 fps Bereich. Was auf allen Konsolen gleich ist, ist der abgefahrene Soundtrack. Ob Industrial, Drum `n Bass oder brachialer Metal. Devil May Cry 5 hat scheinbar zu jeder Phase des Spiels den richtigen Track parat, der das Geschehen absolut passend untermalt. Die Soundeffekte und auch die sehr gute englische Sprachausgabe runden den tollen technischen Gesamteindruck ab.

Fazit

Wenn ein Spiel wirklich abgefahren ist, dann ist es Devil May Cry 5. Sich durch die Dämonenwelt zu kämpfen macht einfach einen tierischen Spaß, was auch den drei unterschiedlichen Charakteren zu verdanken ist, die allesamt über ein spannendes Repertoire an Techniken und Fähigkeiten verfügen. Doch selbst das hervorragende Kampfsystem und auch die tolle Technik können nicht die ein oder andere Schwäche ausbügeln. Ich denke da an die Kamera, aber auch an das manchmal sehr monotone Level-Design. Über die Mäkel dürften Fans aber getrost drüber hinweg sehen können, immerhin bekommt diese das geboten, was man auch erwarten durfte. Selbst wer nicht so eng mit der Reihe verankert ist, sollte unbedingt einen Blick drauf werfen und die Demo ausprobieren, denn so viel Spaß hat man mit Dämonen sonst nirgends.

Good

  • Sehr präzise Steuerung
  • Vielseitige Kampfmechanismen
  • Tolle Inszenierung
  • Kreatives Gegner -und Bossdesign
  • Brachialer Soundtrack

Bad

  • Kamera zickt manchmal auf engen Raum
  • Schwankende Qualität beim Level-Design
8.4

Toll

The Guy who loves Videogames

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