Nur eine Ankündigung? Ich will mehr!

Death Stranding Reedus

Quelle: Sony Interactive Entertainment

Wer schon sich seit wenigstens ein paar Jahren zu den Gamern zählt, der hat mit Sicherheit schon die ein odere andere Anküngigung eines neuen Spieles gesehen, die einen wirklich heiß auf den neuen Titel gemacht hat, doch anstatt danach mehr Informationen zu Spiel zu erhalten, bekommt man nichts zu sehen – rein gar nichts. Klar, alle paar Wochen oder Monate liest man mal sowas wie „die Entwicklungen gehen gut voran“ oder „wir haben einige neue Features eingebaut“ aber schlussendlich weiß man abgesehen vom Genre und dem groben Setting immer noch nichts über das Spiel. Ein solches Verhalten kann sich dann auch noch über mehrere Jahre hinziehen, bis man endlich genug Informationen zusammen hat, um zu sagen, ob das Spiel nun den Geschmack treffen könnte oder eher nicht.

Aber warum? Natürlich um den Hype am Laufen zu halten und eventuell noch mehr Geld von Investoren zu bekommen, wenn eben dieser Hype gut läuft. Ist das verwerflich? Nein. Ist es nervig für die Spieler? In der Regel, ja! Und ist es ein gutes Vorgehen? Tja, das ist wohl die große Frage. Wir alle kennen die Entwickler und Publisher, die das Spiel wenige Monate vor Release ankündigen und dann haufenweise Informationen dazu raushauen, und natürlich kennen wir auch das Gegenteil, also eine Ankündigung mit folgender Funkstille, über mehrere Jahre hinweg.

Bei einer sehr früher Ankündigung kann sich theoretisch ein großer Hype aufbauen und schon währenddessen kann eine Menge Geld geerntet werden, außerdem kann man sich so besser den wahrscheinlichen Erfolg ausrechnen und noch auf Verbesserungsvorschläge eingehen. Das ist aber auch nur möglich, wenn man immer wieder mal ein paar Informationen vorgesetzt bekommt, sonst kann der Hype auch schnell wieder abflachen. Außerdem besteht die Gefahr zu viel zu versprechen und im Nachhinein einen ordentlichen Shitstorm ertragen zu müssen (siehe No Mans Sky).

Gerade The Witcher 3 hingegen wäre ein gutes Beispiel um zu sehen, dass eine Ankündigung des Spieles mit folgenden Informationen und einer starken Intensivierung der Werbung „kurz“ vor dem Release eine sehr gute Strategie ist, immerhin kann man die Early Birds durch die Informationen bei der Stange halten und durch Werbung kurz vor Release noch die eher Casual-eingestellten Leute abholen. Ja, eine solche Vorgehensweise ist auch teuer, aber wie man sieht lohnt es sich. Allerdings stehe ich Ankündigungen, bei denen man kaum etwas über ein Spiel erfährt, und wo man kaum mehr hört als „es wird klasse“, eher kritisch gegenüber. Ich persönlich verliere dann auch schnell die Lust und ggf. findet man ähnliche Genre-Vertreter und hat schlussendlich sogar gar kein Interesse man an dem neuen Spiel. Wenn ich an Spiele denke, die vor ein bis zwei Jahren angekündigt wurden, und von denen ich bis jetzt kaum mehr gesehen habe als 20 Sekunden Ingame-Material, da muss ich sagen, mein Interesse geht langsam gegen Null. Da lese ich lieber die neuesten Informationen zu einem anderen Spiel durch, und vergesse die anderen wieder.

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause. Noch Fragen oder Anregungen? - chris.holzheu@gamersplatform.de

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