Ersteindruck: In Dying Light kannst du auch Jäger sein

Dying Light

Dying Light ist ein weiteres Spiel von Techland, welches ich heute persönlich anspielen durfte.

Zum ersten Mal wurde dabei der Presse der Coop Modus vorgestellt und ich durfte zusammen mit einem anderen Pressekollegen mich durch eine Mission nicht nur prügeln sondern wirklich metzeln.

Wie auch Hellraid, basiert Dying Light auf der Chrome Engine 6 und demnach ist es kein Wunder, dass beide Spiele optisch sich ähnlich sehen, auch wenn sie in vollkommen unterschiedlichen Settings spielen. Unsere Coop Mission beginnt in einem Hochhaus, augerüstet mit verschiedenen Schlagwaffen wie einem Hammer, einer Knochensäge, Spitzhacke und anderes. Unser Missionsziel lautet: findet den Sprengstoff, findet den Zünder und teilt der Außenwelt eure Nachricht mit. Dabei lauern uns ein Haufen von Zombies auf, die eigentlich gerne ihre Ruhe gehabt hätten.

Dying Light wird aus der Ego Perspektive gespielt und sein Kampfsystem ist recht flink. So zieht ihr eure Waffe über die Rübe des Gegners, seinen Torso oder was auch immer ihr von dem Gegner erwischen könnt. Dabei wird von jedem Schlag die Verletzung angezeigt und auch hier lautet oft die Devise: Bei Zombies zielt man auf den Kopf. Die normalen Zombies konnten uns selber nicht gefährlich werden, da sie relativ langsam waren und man selber recht zügig sich von der Stelle bewegt, später im Spiel sollten wir aber auch Bekanntschaften mit anderen Vertretern machen, die schnell Kleinholz aus einem machen. Sollte übrigens einer eurer Mitspieler, ihr + maximal drei andere, das zeitliche segnen, so könnt ihr den wiederbeleben oder er respawnt weiter hinten wieder.

Genauso flink wie die Kämpfe läuft auch das Bewegungssystem. Nachdem wir im ersten Teil der Mission uns durch ein Hochhaus kämpfen und kurz bevor der Zünder hochgeht entkommen können, sind wir in der zweiten Hälfte in der Außenwelt. Diese soll wirklich eine Open World sein und unser Entwickler sagt deshalb auch nur, dass wir auf der Minimap zum orangenen Kreis müssen und dorthin laufen können wie wir wollen. Gesagt getan und ab auf einem eigenen Weg Richtung Kreis.

Hier konnten wir uns vor allem von der besondern Parcour Mechanik des Spiels überzeugen. Per Tastendruck springt ihr nicht nur leichtfüßig, sondern könnt auch auf Häuserdächer klettern, auf Kisten, über Zäune eientlich praktisch Alles solange es in eurer Arm Reichweite ist. Dadurch werdet ihr eigentlich nie wirklich aufgehalten in der Welt und könnt flüssig durchlaufen und es sieht auf seine Weise auch noch gut aus, wenn ihr in vollem Lauf euch über einen Zaun hievt und sofort weiter am laufen seid.

Das diese Komponente nicht nur zum schön aussehen da ist, wird uns auch kurz darauf bewusst. Sicherlich kann man damit Zombies abhängen, aber diese sind schließlich nicht die einzige Gefahr, doch dazu gleich.

Als weitere Neuerung zeigte uns Techland zum einen Coop Versus Missionen. Diese tauchen plötzlich im Spiel auf und können von den Spielern angenommen werden oder auch nicht. Jeder Spieler der die Aufgabe annimmt bekommt dann ein Ziel wie „Töte die meisten Zombies innerhalb Zeit X“ oder „Entkomme als Erster aus dem Haus“. Gerade bei letzter konnte man auch fies sein und den Mitspieler statt wiederzubeleben einfach liegen lassen um die Mission zu gewinnen. Zum Glück war mein Mitspieler so sozial und rettete mich trotzdem und das Rennen gewann er trotzdem, naja dafür tötete ich mehr Zombies. Der Gewinner bekommt dann ein paar Extra Erfahrungspunkte, mehr anscheinend aber nicht.

Die zweite Neuerung, die auch relativ überraschend kam, war als die Nachricht auf unseren Bildschirmen auftauchte: „Hunter is Incoming“ . Bisschen verdutzt schauten wir uns an was das bedeutet als der Entwickler meinte, dass sei seine Überraschung für uns. Heimlich hatte sich ein weiterer Entwickler in das Spiel eingeklinkt und tauchte nun bei uns als besonderer Gegner auf (hätten wir eigentlich gleich drauf kommen müssen, als der Entwickler zu uns am Anfang meinte, kümmert auch nicht um den dritten leeren PC am Tisch). Dieses Ereignis kann jederzeit in eurem Spiel auftreten, wenn ihr online seid und den Zugang von anderen Mitspieler gewährt habt. Hier kann der Spieler dann nicht nur Gejagter der Zombies sein, sondern als Hunter auch die Rolle des Jägers übernehmen.

Die Aufgabe hier ist eigentlich relativ simpel, der Spieler, der den Hunter spielt muss die andern Spieler töten und zwar mehrmals bis eine bestimmte Menge erreicht ist. Die andern Spieler müssen zusammen arbeiten und die „Hives“ zerstören die auf der Karte auftauchen. Gerade hier kommt der Parcour Part des Spiels zum Vorschein, der euch über Hindernisse hinweg gleiten lässt und diese dem Gegner in den Weg legt. Der Hunter ist extrem schnell und tötet euch in der Regel in einem Schlag. Nur wenn ihr euch bewegt und nicht stehen bleibt, könnt ihr hoffen zu überleben. Gleichzeitig müsst ihr die erwähnten Hives zerstören und da werdet ihr dann unweigerlich stehen bleiben müssen und hier kommt es auf gute Zusammenarbeit an. Während z.B. einer die Hives zerstört passt der andere auf ihn auf und hat die Möglichkeiten eine Art Sonar auszusenden um den Standpunkt des Jägers festzustellen und ihm seine Stamina zu nehmen mit einem blauen Licht. Nur so ist es möglich, den Hunter zu verlangsamen, dass man ihn kurzzeitig töten kann oder dass er sich zurückziehen muss. Je nachdem ob zuerst alle Hives zerstört, oder die Gejagten eine bestimmte Anzahl an Toden erlitten haben, gewinnt eine Seite.

Alles in allem sieht Dying Light sehr interessant aus. Zuerst hätte man an einen Abklatsch von Dead Island denken können, aber das Spiel hat weitaus mehr zu bieten. Die Optik ist wie auch schon in Hellraid einfach klasse, gerade die Engen Gassen die mit allem möglichen vollgestopft sind, damit ihr zur Not schnell auf ein Dach klettern könnt. Selbst der Tag-/Nachtwechsel sieht klasse aus, wie langsam die Sonne untergeht und die Farbgebung sich verändert. Bei den Gegnern wird sich noch zeigen müssen, ob es mehr ist als stumpfes Zombiegekloppe aber Spaß macht das Spiel auf jedenfall jetzt schon und die Stimmung kommt gut rüber. Gerade der Part im Hochaus, wo ihr immer mal wieder Funksprüche von euren Kollegen aus dem Safehouse bekommt oder einem Mitstreiter der eigentlich auch hier sein sollte aber es am Ende doch nicht geschafft hat.

Techland hat somit zwei Projekte im Feuer, die beide sich ähneln und dennoch so unterschiedlich sind, dass es einen schon fast verwundert. Wenn noch genug Zeit für Polierung bleibt und keiner die Jungs drängt erwartet uns mit Dying Light und auch Hellraid zwei großartige Spiele, die hoffentlich neben dem Gameplay auch in Puncto Story und was liefern können.

Dying Light soll nächstes Jahr für PC, Xbox One und PlayStation 4 erscheinen.

Gamer aus Leidenschaft, Nerd aus Liebe, Liebhaber aller Konsolen Bei Fragen, Anregungen, Wünschen oder einfach Small Talk schreibt mir an sascha.mensfeld@gamersplatform.de

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