Standard-, Deluxe-, Gold-, Collectorˋs Edition und co. – Nur eine Abzocke?

Horizon zero dawn Preorder

Quelle: Sony

Heutzutage ist es quasi Standard, dass es zu jedem neu erscheinenden Spiel mindestens drei verschiedenen Editionen gibt. Da haben wir die Standard-Edition für die Sparfüchse, die nicht mehr als 70 Euro für das Spiel ausgeben wollen, die Deluxe-Edition für die, die bereit sind nochmal 10 bis 20 Euro drauf zu legen um in der Regel ein paar neue Kostüme, ein digitales Artbook und Multiplayer-Items, die versprechen, dass man dadurch besser ist als die anderen, zu bekommen. Und zu guter Letzt gibt es dann natürlich noch die Collectorˋs Edition, welche meist mit 120 bis 170 Euro zu Buche schlägt und neben den Inhalten der Deluxe-Edition nochmal ein paar digitale Inhalte mehr enthält und eine kleine Statue oder ähnliches. So manch einer unter euch wird sicherlich immer wieder in Versuchung kommen, sich die teure Collectorˋs Edition zu besorgen, immerhin ist man ja ein Fan der Reihe und möchte die Statue des Helden, das Artbook und alles was da sonst noch drinnen ist – die digitalen Inhalte nicht vergessen. Doch nach ein paar Minuten hadern entschließe ich mich dann doch gegen den Kauf der teuren Edition für 150 Euro. Immerhin ist das nicht gerade wenig Geld für ein einzelnen Spiel und ein wenig Merchandise, welches in den meisten Fällen nur kurze Zeit nach Release für einen Bruchteil des Preises auf eBay und ähnlichen Plattformen verkauft wird. Mir persönlich ist es schon öfters vorgekommen, dass ich mir ein Spiel in der Standard-Edition kaufe und wenige Wochen später die Items der Collectorˋs Edition für nur rund 20 Euro bekomme. Immerhin eine Ersparnis von gut 50 Euro oder manchmal mehr. Es wirkt, als seien diese Editionen darauf ausgelegt, ein schnelles Interesse zu wecken, da man als Gamer ja doch noch den zwanzigsten Staubfänger braucht, auch wenn dieser nur aus Kunststoff ist und den Einkaufspreis nur in den seltensten Fällen wert ist und die Reue nach Erhalt der Edition und abflachen des Hypes schnell einsetzt.

Es gibt allerdings auch krasse Gegensätze zu dem eben erwähnten. Teilweise kann man mit Collectorˋs Editionen auch gutes Geld verdienen. Ein Beispiel sind die gewitzten Händel, welche sich direkt nach Start der Vorbestellphase von solchen streng limitierten Editionen einige vorbestellen, um dann sozusagen den Kaufvertrag an andere weiter zu verkaufen – mit beträchtlichem Gewinn. Ein gutes Beispiel ist wohl die Pipboy-Edition von Fallout 4, welche dermaßen schnell ausverkauft war, dass so manch ein Fan bereit war, diese mit einem Aufschlag von teilweise 100 Euro zu kaufen. Weitere Beispiele wären unter anderem die Collectorˋs Edition von Elder Scrolls V: Skyrim oder von The Witcher 3, welche auch noch Monate oder sogar Jahre nach erscheinen gewinnbringend verkauft werden können. Vorausgesetzt man kann sich von seinen Staubfängern trennen.

Dann sind da allerdings noch die Deluxe Editionen (wenn auch teilweise mit anderen Namen). Diese versprechen meistens für 10 bis 20 Euro mehr einige Digitale Inhalte als Extra. Oft handelt es sich dabei um ein paar Kostüme und Multiplayer-Items, mit denen man beispielsweise etwas schneller im Level aufsteigt. Immer wieder kommt es vor, dass man sich sagt: „Sind ja nur zehn Euro extra“. Aber hier mal eine kurze Rechnung: Man zahlt 70 Euro für das Grundspiel und für 80 Euro bekommt man ein extra Kostüm, eine extra Waffe und ein paar XP-Boosts oben drauf. Das heißt das diese wenigen Items 10 Euro wert sind, oder anders gesagt, dass diese Items so viel Wert sind wie (gerundet) 14,29% des gesamten Spiels. Also sind diese paar Items so viel Wert wie beispielsweise die ersten 3 Level und ein paar andere Sachen? Nach meiner Meinung nicht. Ich denke Deluxe Editions zielen auf das „sind doch nur 10 Euro“-Prinzip ab, was anscheinend gut funktioniert.

Diese Kolumne soll gegen niemanden gerichtet sein, der diese Editionen gerne kauft – ich lasse mich schließlich auch immer wieder mal verleiten. Allerdings sollte man wohl hin und wieder überlegen, ob es das hart verdiente Geld wirklich wert ist.

Leidenschaftlicher Gamer, Filmkenner und im Nerd-Kosmos zuhause. Noch Fragen oder Anregungen? - chris.holzheu@gamersplatform.de

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