Indie Showcase – Mit Primal Carnage: Extinction auf Dinosaurier-Jagd

Primal Carnage

Quelle: Circle Five Studios

Nachdem ich im Indie Showcase letzten Monat noch ein junges Spiel vorgestellt habe, welches mitten in der Entwicklungsphase steckt, widme ich mich dieses mal einem Spiel, das als Early Access Spiel schon etwas länger spielbar ist. Willkommen bei Primal Carnage: Extinction! 

 

Ausgestorben? Von wegen!

Lange bevor der Hype Train das in aller Munde befindliche ARK aufsammelte und sich die Community an Dinosauriern erfreute, erblickte 2012 Primal Carnage das Licht der Welt. Das Werk von Lukewarm Media, welches heute nicht mehr existiert, war ein Online-Multiplayer-Shooter der etwas anderen Art, der auf der Unreal Engine 3 basierte. Denn wie ich bereits angedeutet habe ging es dort rund um Dinosaurier. Die sind nämlich ein elementarer Baustein für das Gameplay gewesen. 

Primal Carnage

Für unseren Freund rechts im Bild kommt wohl jede Hilfe zu spät                                                                                                                                                               Quelle: Circle Five Studios

Die Idee war, einen Arena-Shooter auf die Beine zu stellen. Aber reine Arena-Shooter auf Steam? Von Indie-Entwicklern? Wie soll man da aus der Masse herausstechen? Aber dafür sind die Dinosaurier da. Diese dienen nicht etwa als NPC’s die die Arena bevölkern, sondern stellen ein eigenes Team auf. So kämpft also ein menschliches Team gegen Dinosaurier. Aber Mensch ist nicht gleich Mensch und Dino ist nicht gleich Dino. Die Menschen splitten sich in verschiedene Klassen mit verschiedenen Stärken und Schwächen, da sich die Ausrüstung auch unterscheidet. Mit Schrotgewehr und Pistole laufen die ausgestorbenen Echsen zwar nicht herum, aber auch unter ihnen gibt es verschiedene Arten, die entsprechend ihrer physischen Eigenschaften auch unterschiedliche Stärken und Spielweisen vorzuweisen haben. 

 

5 Freunde sollt ihr sein

Fangen wir aber mit den Menschen an, die aus der Ego-Sicht gesteuert werden. Die sind natürlich bis unter die Zähne bewaffnet, um sich überhaupt gegen die Riesen Echsen behaupten zu können. Denn die können unter Umständen ganz schön Munition schlucken bis sie ihr Ableben besiegeln. Munitionsnachschub gibt es selten mal an ganz unterschiedlichen Orten auf der Karte, mit dem Nachladen muss man sich jedoch beeilen, weil der Griff in die Munitionskiste dauert ein bisschen und in der Zeit ist man wehrlos. Auch Medikisten sind an einigen Punkten verteilt, um seine Energie nach einem Kampf wieder auf Vordermann zu bringen. Widmen wir uns vielleicht aber mal den einzelnen Klassen: 

Pathfinder: Der Patchfinder ist mit der kraftvollen Schrotflinte ausgestattet. Typischerweise ist die Knarre auf kurze Distanz enorm wirkungsvoll und kann auch mehrere Ziele treffen. Nimmt die Distanz zu, nimmt auch die Kraft der Waffe ab. Als Zweitwaffe dient eine weniger starke Pistole. Zudem verfügt der Patchfinder über Leuchtfeuer, durch welches Verbündete auf euch aufmerksam werden können. Zudem werden Dinosaurier dadurch geblendet. 

Scientist: Der Scharfschütze des Teams. Mit seinem Scharfschützengewehr können manche Dinosaurier mit einem sehr platzierten Schuss direkt ausgeschaltet werden. Mit Betäubungsmunition können Dinosaurier auch desorientiert werden, sodass ihre Ausdauer sinkt. Auf kurze Distanz kann der Scientist mit einem modifizierten Viehstock Feinde schocken. 

Commando: Auch einen Rambo braucht das Team. Mit Sturmgewehr in den Händen, welcher über einen Granatwerfer-Aufsatz verfügt ist man der Tank der Gruppe. Während das Sturmgewehr jedoch recht unpräzise und nicht allzu stark ist, ist der Granatwerfer die stärkste Waffe im Spiel, jedoch auch hier ist das Treffen in Gefechte nicht gerade einfach. 

Pyromaniac: Ausgestattet ist der Pyromaniac mit einem Flammenwerfer mit integrierter Kettensäge und braucht statt Munition Öl. Beide Waffen nutzen denselben Öl Vorrat. Der Flammenwerfer kann die Dinos auch in Brand versetzen. Als kleine Extras verfügt der Pyromaniac über Granaten. 

Trapper: Wie der Name schon ahnen lässt ist der Trapper mit einer Netzkanone gerüstet, mit der er kurzfristig Dinosaurier fangen und bewegungsunfähig machen kann. Zudem verfügt er über zwei Revolver die er gleichzeitig nutzt. 

Primal Carnage

Hier versucht der Trapper gerade sich einen T-Rex vom Leibe zu halten                                                                                                                                                     Quelle: Circle Five Studios

Unter den Dinosauriern gab es in Primal Carnage ebenfalls eine gute Auswahl. Von „kleineren“ Sauriern, wie etwa dem Novaraptor oder dem Dilophosaurus, bis hin zum mächtigen Spinosaurus oder dem bekannten Tyrannosaurus. Jede Art verfügt über ihre Eigenheiten und wird aus der Third-Person Perspektive gesteuert. So verfügen aber alle über einen Standard Biss, der mit der linken Maustaste ausgeführt wird, sowie einem Spezialangriff auf der rechten Maustaste. Der Tyrannosaurus muss aus Balancing Gründen auf letzteres allerdings verzichten.  

Kleinere Fleischfresser bewegen sich schnell, sind wendig, halten dafür aber weniger aus und sind weniger stark als ihre großen Teamkameraden. Diese sind dafür langsamer und deutlich schneller aus der Ferne zu erkennen. Doch allein das Laufen eines T-Rex kann den Tod eines Menschen bedeuten. Die menschliche Kampftruppe muss zudem auch mal in die Luft schauen, da dort weitere Gefahren warten. Der Pteranodon etwa ist ebenfalls spielbar und ein bekannter Flugsaurier. Am Boden ist er unbrauchbar langsam, in der Luft dagegen pfeilschnell. Er kann den Homo Sapiens sogar mit den Krallen packen und an einer anderen Stelle aus der Luft auf den Boden krachen lassen. 

Dinosaurier brauchen keine Munition, ihre Waffen sind ihre Körper. Doch auch Energie muss irgendwo herkommen. Falls ihr also Dino ein paar Schusswunden davon getragen habt, könnt ihr euch an Kadavern verköstigen um eure Lebensenergie wieder auf Vordermann zu bringen. 

Primal Carnage

Es geht auch mal richtig heiß her                                                                                                                                                                                                                       Quelle: Circle Five Studios

Jetzt habe ich, demr auffällige Leser hat es natürlich bemerkt, aber oft in der Vergangenheit geschrieben. Denn Primal Carnage existiert in der Form gar nicht mehr so wirklich und damit kommen wir zu Primal Carnage: Extinction. Dabei handelt es sich um eine neuere, verbesserte Version des Erstlings, da dieser aufgrund der Early Access Phase noch unter so manchen Fehlern litt, die man ausmerzen wollte. Zudem sollte technisch etwas verändert werden und auch der Umfang spielt eine wichtige Rolle. 

Was ist also anders? 

 

Aus Alt macht Neu

Am Gameplay Grundgerüst hat sich nichts verändert. Noch immer bekriegen sich Menschen und Dinosaurier und alle profitieren von ihrer ganz eigenen Art sich spielen zu lassen. Die bekannten Klassen und Arten sind nach wie vor vertreten, aber inhaltlich ist Extinction noch breiter aufgestellt. So gibt es nun 10 verschiedene Dinosaurier, neben den fünf bekannten menschlichen Klassen. Wem das auf Dauer zu eintönig ist, sollte fleißig neue Skins und Ausrüstung freischalten. Das sollte motivieren und bringt auch einen Hauch von Personalisierung mit sich.Aber genug von den Charakteren. Wie ist es um die Umgebung bestellt? 

Primal Carnage setzt auf weitläufige Arenen, die prähistorische Einflüsse spendiert bekommen haben. So findet man aber auch neben grünen Dickicht und tropischen Pflanzen vereinzelt auch wie von Menschenhand erbaute Basen, die meistens recht klein ausfallen, aber auch als Rückzugsort für die Menschen dienen können. Denn gerade die kleineren Dinos sind oft kaum auszumachen im Dschungel, und ist daher auch ihr Revier. Untermalt wird dies von tropischer Soundkulisse. Zirpen und Zwitschern hört man in allen Bereichen solcher Arenen. Denn auch auf Bergspitzen oder gar verlassenen Laboren wird gekämpft, und da können die Menschen gegen schlecht getarnte Dinosaurier auftrumpfen. 

Primal Carnage

Die Darstellung der Dinosaurier ist durchaus gelungen                                                                                                                                                                                         Quelle: Circle Five Studios

Optisch weiß das Spiel durchaus zu überzeugen. Für ein Indie Game präsentiert sich das Game gekonnt und gerade wo wir doch über die Umgebung sprachen, die ist wirklich hübsch anzusehen. Die Vegetation muss auch den Vergleich mit großen Titeln nicht scheuen. Auch die Saurier wurden wirklich gut umgesetzt. Etwas altbacken muten gegen die tollen Modelle der Urzeit-Monster jedoch die menschlichen Charaktere an. Für die Größe des Teams besteht optisch jedoch wenig Grund zur Klage. 

Klagen bekam das Spiel dennoch, nicht aber wegen des Gameplay’s, sondern wegen technischer Mängel. So sei die Balance des Spiels zwar verbessert worden, aber immer noch nicht so wie es sich die Fans wünschen. Während meiner Anspielphase ist mir zudem die Performance negativ aufgefallen. Hier bin ich kein Einzelfall, ein absolut flüssiges Spielerlebnis wünscht sich scheinbar jeder der Spieler. Da das Spiel aber weiterhin optimiert wird, bleibt es spannend zu sehen wie Circle 5 Studios und Pub Games diese Probleme angehen werden. 

Doch auch Extinction durchlebte eine lange Early Access Phase. Bis es nun im April 2015 endlich als fertige Version an den Start ging. Aber so wirklich fertig sind die Circle 5 Studios, die die Entwicklung primär begleiteten, mit dem Spiel nicht. So gab es erst kürzlich das Survival-Update, welches nochmals mehr Content mitlieferte. 

Ein kleines Highlight des Updates dürfte der neue Spielmodus sein. In „Survival“ müssen sich bis zu fünf Menschen gegen eine unendlich Horde Dinosaurier behaupten. Zudem ist mit „Visitor Center“ eine neue Map an Board auf der man das Überlebensspektakel spielen kann. Für Abwechslung und Balancing sorgen die Belohnungen für abgeschlossene Runden. Powerups, Waffen-Aufrüstung und Vorrats-Lieferungen sorgen für eine kleine frische Prise. 

Das Update bringt außerdem mit dem Acrocanthosaurus ein weiterer großer Saurier im Repertoire, doch auch die Hominiden werden mit neuen Waffen ausgestattet. Skins und neue Objekte gehören ebenfalls zum Umfang des Updates. 

 

Kein Ende in Sicht

Aber auch danach soll nicht Schluss sein. Circle 5 Studios werkeln weiterhin an neuen Inhalten für das Spiel, die integriert werden. Alle 6-8 Wochen wolle man neuen Content liefern. Die Entwickler verrieten uns außerdem was davon bereits in Planung ist. So möchte man neben neuen Sauriern und Waffen auch einen ganz neuen Spielmodus einbringen, und sogar einen Map-Editor, damit auch die Community mehr in die Gestaltung des Spiels einbezogen wird. Wann exakt mit dem kleinen Highlight zu rechnen ist bleibt ungewiss.  

Primal Carnage

Die Saurier scheinen die Überhand gewonnen zu haben                                                                                                                                                                                       Quelle: Circle Five Studios

Ebenso ungewiss ist der Release Termin für die bereits angekündigte Playstation 4 Version. Das Spiel soll nämlich auch den Weg auf die Konsole finden. Der Publisher versicherte mir gegenüber jedoch, dass die Arbeiten sehr gut voran schreiten würden und ein Termin in gar nicht allzu weiter Entfernung liegen würde. Über eine Xbox One oder Wii U Version hielt man sich bedeckt, je nach Erfolg würde man aber über die weitere Vorangehensweise nachdenken. Somit sind auch andere Projekte vorerst ausgeschlossen, da man sich voll und ganz Primal Carnage: Extinction widmen möchte. Daher wurde auch Primal Carnage: Genesis eingestellt. Das Spiel sollte die Story-Kampagne zum Multiplayer Geschehen darstellen, im vergangenen Jahr aber legte man das Projekt auf Eis um sich Extinction zu widmen. Für die Zukunft wolle man erst die PS4 Fassung fertigstellen, sowie an weiteren großen Updates arbeiten. Da das Spiel im Moment an Spielern zulegt habe der Support und die Verbesserung des Spiels oberste Priorität.

 

Bislang findet ihr das Spiel auf Steam und schaut bei Interesse mal rein. Aktuell läuft ein Angebot, sodass das Spiel für 13,39€ zu haben ist, allerdings gilt dies nur noch bis zum 22. Juni. Ab dann ist mit einem Preis von 19,99€ zu rechnen. Nächsten Monat geht es weiter mit einer neuen Ausgabe von Indie Showcase. 

 

 

Bildquelle: Circle 5 Studios

 

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